Bundesliga 26. Runde von

Austria verliert zu
Hause gegen Ried

Innviertler gewinnen verdient mit 1:0 und ziehen in der Tabelle vorbei

Austria gegen Ried © Bild: GEPA pictures/ Philipp Brem

Die Wiener Austria ist am Samstag noch tiefer in die Krise getaumelt. Der Fußball-Meister von 2013 kassierte in der 26. Bundesliga-Runde im Heimspiel gegen Ried durch einen Treffer von Denis Thomalla (80.) eine 0:1-(0:0)-Niederlage. Die Austria fiel auf Platz sieben zurück und liegt nach Verlustpunkten schon acht Zähler hinter Rang vier, der auf jeden Fall zur Europacup-Teilnahme berechtigt.

Nicht nur das Ergebnis, auch die Leistung der Austria genügte nicht den eigenen Ansprüchen. Die Innviertler hatten gegen die über weite Strecken ideenlosen Wiener die besseren Chancen und kamen zu einem verdienten Erfolg. Damit dürfte sich der Druck auf "Veilchen"-Trainer Gerald Baumgartner weiter erhöhen.

Der Coach setzte von Beginn an etwas überraschend auf die Teenager Sascha Horvath und Marko Kvasina, dafür saß Philipp Zulechner vorerst auf der Bank. Doch auch mit den beiden Youngsters fiel den Violetten im Angriffsspiel trotz Feldüberlegenheit wenig ein - einzige Ausbeute waren zunächst eher harmlose Weitschüsse von Raphael Holzhauser (17.), Kvasina (23.) und Markus Suttner (33.).

Lindner mit Heldentaten

Brenzliger wurde es im Strafraum der Austria. Nach einem Eckball von Oliver Kragl parierte Goalie Heinz Lindner in der 30. Minute einen Kopfball von Thomas Reifeltshammer in extremis, zwei Minuten später rettete der Schlussmann vor dem freistehenden Clemens Walch.

Erst kurz vor der Pause wurde die Austria zwingender: In der 41. Minute konnte Petar Filipovic bei einem Schuss von Marco Meilinger gerade noch klären, wenige Sekunden vor der Pause landete ein Kvasina-Kopfball nach Corner von Holzhauser an der Latte.

Die zweite Hälfte begann mit einer Topchance der Rieder, als Walch wenige Meter vor dem Tor an Lindner scheiterte. In der 49. Minute parierte Austrias Keeper einen Schuss aus spitzem Winkel von Walch, in der 65. Minute war er bei einem Weitschuss von Dieter Elsneg zur Stelle. Im Gegensatz dazu verkrampften die Gastgeber zusehends und fanden keine Mittel, die starke Rieder Defensive zu gefährden.

Späte Strafe

Die Bestrafung für die mangelnde Kreativität folgte in der 80. Minute. Nach Idealpass von Marcel Ziegl ließ Denis Thomalla mühelos Suttner aussteigen und schob zum Siegestor für die Oberösterreicher ein, die damit in den jüngsten vier Partien drei Siege feierten. Die Austria hingegen kam in den vergangenen fünf Partien nur zu einem vollen Erfolg.

Reaktionen

Gerald Baumgartner (Austria-Trainer) : "Das ist eine sehr bittere Niederlage. In der ersten Hälfte hatten wir noch Chancen und hätten das Selbstvertrauen heben können. Je länger es 0:0 gestanden ist, desto ideenloser waren wir und konnten Ried nicht mehr in Gefahr bringen. Wir hatten auch viele Ausfälle, Verletzte und Gesperrte, danach fragt aber niemand. Die Frage, ob ich Austria-Trainer bleibe, kann ich nicht beantworten. Ich stehe jeden Tag auf, um das Beste zu geben."

Franz Wohlfahrt (Austria-Sportdirektor) : "Die Spieler stehen unter einem großen Druck, so wie wir alle, und werden dem nicht ganz gerecht. Man hat gesehen, dass sie sehr, sehr verunsichert waren. Wir sitzen alle in einem Boot."

Oliver Glasner (Ried-Trainer) : "Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat, aber auch mit dem Spiel. Der Sieg war verdient, wir hatten die besseren Chancen. Wir haben genauso gespielt, wie wir uns das vorgenommen haben, nämlich die Bälle schnell in die Spitze spielen."

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