Bundesliga 20. Runde von

Austria muss in Salzburg gewinnen

Wollen die Wiener noch einmal ins Titelrennen eingreifen, sind drei Punkte Pflicht

Top-Duell: Salzburg gegen die Austria. © Bild: GEPA pictures/ Christian Ort

Red Bull Salzburg und die Wiener Austria haben unter der Woche im Europacup große Erfolge gefeiert. Das internationale Geschäft gilt es allerdings schnell aus den Köpfen und Beinen zu bringen, kommt es doch am heutigen Sonntag (16.30 Uhr, LIVE im NEWS.AT-Ticker) in der Red-Bull-Arena in der 20. Runde der Fußball-Bundesliga zum bereits dritten direkten Duell des Tabellenführers mit dem viertplatzierten Titelverteidiger.

Wollen die Wiener ernsthaft noch ein Wörtchen um den Titel mitreden, ist ein Sieg in der Red Bull Arena wohl Pflicht. Die "Bullen" haben nach 18 Spielen elf Punkte Vorsprung auf den Meister, der zudem eine Partie mehr ausgetragen hat. "Wir wollen noch einmal ins Titelrennen kommen. Wenn wir gewinnen, wäre für uns noch etwas möglich", hoffte Austria-Trainer Nenad Bjelica auf einen vollen Erfolg.

Seine Truppe zeigte mit dem 4:1-Kantersieg gegen Zenit St. Petersburg am Mittwoch zum Champions-League-Abschluss groß auf und ist dementsprechend selbstbewusst. "Wir fahren mit Selbstvertrauen nach Salzburg. Wenn es uns gelingt alles umzusetzen, was wir uns vornehmen, dann ist auch in Salzburg ein Sieg möglich", ist sich der 42-jährige Kroate sicher. Es gelte, an die Leistung im Ernst-Happel-Stadion anknüpfen. "Wir müssen genauso wie gegen Zenit auftreten, defensiv kompakt stehen und schnell kontern", nannte Austrias Trainer das Erfolgsrezept.

Hosiner kommt in Fahrt

An vorderster Front wird es vor allem an Philipp Hosiner liegen, die nötigen Tore zu machen. Der Torschützenkönig der vergangenen Saison kommt immer besser in Schwung und zeigte mit seinem Doppelpack gegen Zenit so richtig auf. "Hosiner ist seit zwei Monaten wieder der Hosiner aus der Meistersaison. Wenn er so weiterarbeitet, werden wir noch viel Freude mit ihm haben", lobte Bjelica seinen Stürmer. Die Offensivreihe der Wiener war zuletzt in Torlaune, in den jüngsten drei Pflichtspielen gegen Sturm Graz (3:2), Admira (2:2) und Zenit (4:1) gelangen im Durchschnitt drei Tore. "Wir sind in letzter Zeit vor dem gegnerischen Tor besser geworden", weiß Bjelica.

Das sollen auch die Salzburger zu spüren bekommen. Die Statistik spricht allerdings ganz eindeutig gegen die Gäste aus Favoriten. Die Salzburger haben die jüngsten acht direkten Duelle mit den Wienern ungeschlagen überstanden, dabei drei Remis und fünf Siege geholt, darunter zuletzt drei in Folge. In der Red-Bull-Arena gab es in den jüngsten sieben direkten Aufeinandertreffen keine Salzburg-Niederlage mehr, dafür vier Heimsiege und drei Remis.

"Jedes Spiel ist neu. Wir haben gegen Zenit gesehen, dass wir auch gegen starke Gegner gewinnen können. Hoffentlich klappt es jetzt endlich auch mit einem Sieg gegen Salzburg", hoffte Bjelica auf ein Ende der Negativserie.

Beide Saisonduelle an Salzburg

Mut machten ihm, der als Trainer noch gegen Salzburg (in 6 Spielen/4 mit WAC) sieglos ist, auch die beiden verloren gegangenen direkten Saisonduelle. "Wir haben uns zu Hause gegen sie sehr gut präsentiert und hätten auch ein Unentschieden oder einen Sieg holen können. Das erste Spiel haben wir zwar hoch verloren, aber auch da hätte mit Glück mehr herausschauen können", erinnerte Bjelica an das 1:2 in Wien und das 1:5 in Salzburg.

Der Europa-League-Sechzehntelfinalist kann im eigenen Stadion aber nicht nur gegen die Austria auf eine starke Bilanz verweisen. 25 Meisterschaftspartien lang (18 Siege, 7 Remis) gab es für die Hausherren in Wals-Siezenheim keine Niederlage mehr. Rapid schaffte es als letztes Team, am 12. August 2012 beim 2:0-Erfolg drei Punkte zu entführen.

"Das ist Gott sei Dank ein Spiel, wo wir keine Motivation von außen brauchen. Wir wissen, dass wir in Salzburg schon lange nicht mehr gewonnen haben, das ist das Ziel", gab Austrias Mittelfeldspieler Marko Stankovic die Marschroute vor. Und Stürmer Roman Kienast ergänzte: "Wir müssen schauen, diesen Schwung in die Meisterschaft mitzunehmen. Wenn wir so spielen, wie gegen Zenit, schaut es ganz gut aus."

"Okotie wird nie wieder spielen"

Die Austria muss auf Thomas Murg (gesperrt) und Marin Leovac (kleinere Operation) verzichten. Auf Ersatzstürmer Rubin Okotie verzichtet Bjelica freiwillig und das für den Rest seiner Amtszeit. "Okotie wird unter mir nicht mehr spielen", sprach Austrias Trainer Klartext.

Der Angreifer hatte im Vorfeld der Partie gegen Zenit vor versammelter Mannschaft Kritik geübt, da er nicht in den Kader berufen worden war. "Das ist nicht zu tolerieren. Die Spieler haben Verträge, damit sie arbeiten und nicht dass sie darüber diskutieren, wer spielt oder nicht", erklärte Bjelica. Okotie trainiert deshalb auch nicht mehr mit der Mannschaft, die Zeichen stehen im Winter trotz laufenden Vertrags bis Sommer 2015 auf Abschied.

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