19. Bundesliga-Runde von

Die Austria zieht davon

Schon sieben Punkte vor Red Bull Salzburg. Admira seit acht Spielen ohne Sieg.

Austria-Stürmer Philipp Hosiner jubelt im Spiel gegen den WAC über drei Treffer © Bild: GEPA pictures/Jannach

Die Austria ist in der Fußball-Bundesliga momentan nicht zu bremsen. Nach dem 6:3-Erfolg in Wolfsberg liegen die Wiener jetzt schon sieben Punkte vor dem ersten Verfolger Red Bull Salzburg, der beim 1:1 gegen Sturm Graz Punkte liegen ließ. Trainer Peter Stöger sprach danach von einer "tollen Leistung" des frischgebackenen Winterkönigs, ärgerte sich aber auch über die irregulären Bedingungen, unter denen das Spiel in Wolfsberg ausgetragen wurde.

Da der vom Schnee befreite Rasen gefroren war, entwickelte sich das Match zu einer Rutschpartie mit beträchtlicher Verletzungsgefahr für sämtliche Akteure. "Es war sehr gefährlich, hier anzupfeifen. Ich bin froh, dass sich niemand verletzt hat. Zum Glück haben beide Mannschaften in ihren Attacken sehr bewusst gehandelt", erklärte Stöger.

Schiedsrichter Alexander Harkam musste nach dem Schlusspfiff eingestehen, dass es wohl besser gewesen wäre, das Spiel nicht auszutragen. "Es war sehr grenzwertig. Ich gratuliere beiden Mannschaften, dass sie ein faires Spiel abgeliefert haben und den Boden bei den Zweikämpfen berücksichtigt haben."

Auch aufseiten der Kärntner wäre man über eine Absage offenbar nicht unglücklich gewesen. "Vielleicht hatten wir das falsche Schuhwerk. Wir hätten Schlittschuhe gebraucht", sagte WAC-Goalie Christian Dobnik.

Suttner-Kritik via Twitter
Markus Suttner äußerte jedoch via Twitter den Verdacht, der Aufsteiger wollte die Partie unbedingt durchboxen, weil er sich von den schlechten Verhältnissen einen Vorteil erwartete. "Boden war eine Gemeinheit! Wir haben sie dafür bestraft!", postete der ÖFB-Teamspieler.

Als der WAC über seinen offiziellen Twitter-Account diese Theorie zurückwies, legte Suttner nach: "Ihr habt sicher nachgeholfen, dass wir spielen! Der Boden war eine Gemeinheit!! Gesundheitsgefährdend!", schrieb der Linksverteidiger und ergänzte: "Von euch ist das peinlich, dass man probiert so ein Spiel durchzudrücken, nur um einen Punkt zu erschleichen!!"

Hosiner trifft schon wieder dreifach
Im Endeffekt blieben die Punkte ohnehin bei der Austria - vor allem dank Philipp Hosiner, der mit drei Treffern wieder einmal seine aktuelle Topform bewies und mithalf, dass sein Club mit 26 Punkten und 27 Toren in 10 Auswärtsspielen einen neuen Bundesliga-Rekord aufstellte. Der Burgenländer hält bereits bei 20 Saisontreffern und liegt nun in der aktuellen Rangliste für Europas "Goldenen Schuh" mit 30 Punkten an der dritten Stelle. Vor ihm rangieren Lionel Messi (42 Punkte) und Arturas Rimkevicius (Siaulai/LTU/35), hinter ihm Zlatan Ibrahimovic (28), Henrich Mchitarjan (Schachtar Donezk/27) und Cristiano Ronaldo (26).

Einen Spieler wie Hosiner könnte Red Bull Salzburg derzeit gut gebrauchen. Der Titelverteidiger lieferte beim 1:1 gegen Sturm nach der Pause zwar eine ansprechende Leistung ab, ließ aber einige gute Möglichkeiten aus. "Es ist zum Kotzen, dass wir so viele Chancen vergeben", schimpfte Goalie Alexander Walke.

Schmidt beleidigt wegen Schiedsrichtern
Auch sein Trainer Roger Schmidt bemängelte die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. "Wenn man sich so viele Torchancen erarbeitet, muss das einfach reichen." Der Deutsche machte aber nicht nur die Abschlussschwäche für den Punkteverlust verantwortlich. "Es kann nicht sein, wie wir von den Schiedsrichtern behandelt werden. Nicht aufgrund des vorenthaltenen Elfers (Anm.: nach Foul von Christian Klem an Georg Teigl), sondern weil jeder Zweikampf gegen uns gepfiffen wird.“

Dennoch hat Schmidt das Titelrennen noch lange nicht aufgegeben. "Wir sind der Überzeugung, dass wir im neuen Jahr mit allen Spielern am Bord eine Serie starten können", betonte der Salzburg-Trainer.

Admira in tiefer Krise
Eine Siegesserie würde auch Admira-Coach Dietmar Kühbauer gelegen kommen - sein Club ist nach dem 0:3 daheim gegen Ried schon seit acht Runden ohne vollen Erfolg. Trotzdem verzichtete der 41-Jährige auf eine öffentliche Schelte seiner Spieler. "Wir werden da wieder rauskommen", versprach Kühbauer und nahm zudem seinen 18-jährigen Goalie Andreas Leitner in Schutz, der bei seinem Liga-Debüt zweimal schwer gepatzt hatte. "Ich halte ihn für einen sehr guten Tormann. So etwas kann passieren, er wird noch sehr viele gute Spiele machen. Ich werde ihn nicht verdammen."

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