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Ried top, Sturm Flop

Zwei unterschiedliche Welten prallten in der Keine-Sorgen-Arena aufeinander

FUSSBALL BUNDESLIGA: SV JOSKO RIED - SK STURM GRAZ © Bild: APA/Furtner

Die Unterschiede könnten momentan größer nicht sein. Ried strotzt in der Fußball-Bundesliga vor Selbstvertrauen und ist als vorübergehender Tabellenführer noch ungeschlagen, Sturm Graz wartet demgegenüber nach dem 0:3 in der Keine-Sorgen-Arena am Samstag auch nach Spiel sechs noch auf das erste volle Erfolgserlebnis unter Chefcoach Darko Milanic.

Die Rieder sind neben Salzburg das einzige Team, das noch unbesiegt ist. "Momentan ist es eine feine Sache. Die Mannschaft spielt sehr gut, ist ein verschworener Haufen. Am Wochenende gibt es im Spiel die Bestätigung für die ordentliche Arbeit unter der Woche", analysierte ein zufriedener Ried-Trainer Michael Angerschmid.

Seine Truppe kann auch Ausfälle gut kompensieren, für den gesperrten Rene Gartler sprang Julius Perstaller bei seinem Startelf-Debüt im Ried-Dress gleich als Torschütze ein. "Es ist immer sehr schön, ein Tor bei einem neuen Verein zu schießen. Es hat mich gefreut, dass die Mannschaft so aufgetreten ist. Wir haben verdient gewonnen", sagte der 1:0-Schütze, der zur Pause wegen Oberschenkelproblemen in der Kabine blieb.

Bärenstarker Walch

Mann des Spiels war mit Clemens Walch aber ein anderer. Der Mittelfeldspieler krönte seine starke Leistung mit einem Doppelpack, das 3:0 war von der Marke "Tor des Jahres". "Ich habe aus dem Augenwinkel gesehen, dass der Tormann zu weit vor dem Tor steht", sagte Walch über sein Supertor.

Die Innviertler lachten nun zumindest für einen Tag von der Tabellenspitze. "Das ist ein Super-Gefühl", freute sich der Ex-Deutschland-Legionär. Und so schnell will die Angerschmid-Elf die Plätze ganz oben nicht verlassen. "Wir schauen jetzt von Woche zu Woche, wenn wir so weiterspielen, ist alles möglich", frohlockte Patrick Möschl.

Sturm zu langsam und ineffizient

Bei den Steirern war die Verunsicherung augenscheinlich, vor allem über die Außenseiten waren sie anfällig. Der nach einem Kreuzbandriss schnell wieder fit gewordene Linksverteidiger Philipp Hütter konnte genauso wenig überzeugen, wie der rechts in der Viererkette aufgebotene Martin Ehrenreich. "Wir waren schlecht auf den seitlichen Positionen, hatten auch Probleme mit der Schnelligkeit des Gegners", sagte Sturm-Coach Darko Milanic.

Da Aleksandar Todorovski lange ausfällt und auch Christian Klem noch verletzt ist, könnten die Steirer noch einen neuen Spieler verpflichten. "Ob wir noch reagieren auf dem Transfermarkt, ist schwer zu sagen, schauen wir einmal", meinte der Slowene.

Doch die Grazer haben nicht nur Probleme in der Abwehr, sondern auch im Torabschluss. Gegen Ried wäre mit einer besseren Chancenverwertung sowie einer besseren Ausführung des letzten Passes mehr möglich gewesen. "Wir haben einfach zu viele Chancen vergeben. Wir arbeiten hart, aber im Moment läuft gar nichts", ärgerte sich der immer noch sieglose Milanic. Dass sich seine Mannschaft Chancen herausarbeite, stimme ihn aber zuversichtlich. "Wenn eine Mannschaft so viele Chancen hat, dann muss es einmal so weit sein, dass sie auch wieder gewinnt", hoffte Sturms Trainer. "Wir müssen hart weiterarbeiten und uns die Tore verdienen."

Lichtblick gegen WAC

Ein voller Erfolg sollte schon am Samstag gelingen, gastiert doch Schlusslicht WAC im "Kellerduell" in der UPC-Arena. "Wir müssen über den Kampf ins Spiel finden und ein Erfolgserlebnis erzwingen. Dann kehrt die Leichtigkeit wieder zurück", sagte "Joker" Daniel Offenbacher, der mit einem Lattenschuss Pech hatte. "Die Körpersprache muss sich schleunigst ändern", ergänzte der Ex-Rieder Anel Hadzic, der Milanic den Rücken stärkte. "Die Mannschaft steht zu 100 Prozent zum Trainer."

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