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Geht Erfolgslauf für Rapid Wien weiter?

Hütteldorfer gehen mit Selbstvertrauen in Heimspiel gegen Wacker Innnsbruck

Rapid Wien © Bild: APA/Pfarrhofer

Vor dem Heimspiel gegen Wacker Innsbruck am Sonntag spricht vieles für die Fortsetzung des Erfolgslaufs von Rapid. Der Fußball-Rekordmeister ist seit zehn Pflichtspielen ungeschlagen, tankte zuletzt mit dem 2:1 in der Europa League gegen den FC Thun zusätzliches Selbstvertrauen und bekommt es mit einem Gegner zu tun, der aus den vergangenen 14 Bundesliga-Runden nur einen Sieg eingefahren hat.

Dennoch warnte Trainer Zoran Barisic davor, die Partie auf die leichte Schulter zu nehmen. "Wir wissen, dass es gegen die Innsbrucker schwierig wird. Die werden sich mit Haut und Haaren wehren." Dies ändere aber nichts an Rapids Zielsetzung. "Wir wollen unbedingt offensiv auftreten, den Fans etwas bieten und gewinnen", sagte der Wiener vor dem 27. Rapid-Pflichtspiel in dieser Saison.

Negative Auswirkungen der ständigen Doppelbelastung erwartet Barisic nicht. "Ganz im Gegenteil, das Spiel gegen Thun hat nur positive Auswirkungen", meinte der Betreuer nach dem Europa-League-Erfolg, stellte aber auch fest: "Jetzt steigt die Erwartungshaltung, und dieser müssen wir gerecht werden."

"Salzburger spielen in einer anderen Liga"

Von einem möglichen Meistertitel für die sieben Punkte hinter Salzburg liegenden Hütteldorfer will Barisic jedoch nichts hören. "Die Salzburger spielen in einer anderen Liga. Sie haben Mittel zur Verfügung, die kein anderer zur Verfügung hat, und sind haushoher Titelfavorit."

Barisic will allzu hohe Erwartungen dämpfen und gleichzeitig darauf achten, dass keine Selbstzufriedenheit Einzug hält. "Wir dürfen nicht stillstehen und müssen immer versuchen, besser zu werden. Eine Gemütlichkeit wird sich bei uns sicher nicht einschleichen."

Diesbezüglich hat der 43-Jährige aber auch keine allzu große Bedenken - vielmehr freut sich der Coach über den voranschreitenden Reifeprozess seiner Truppe. "Ich habe gehofft, aber nicht erwartet, dass wir uns in dieser Tonart entwickeln."

Einen negativen Aspekt haben die zuletzt starken Auftritte allerdings: Barisic hat in punkto Aufstellung vor allem in der Offensive die Qual der Wahl. "Die Personalentscheidungen bereiten mir großes Kopfzerbrechen, der Konkurrenzkampf ist irrsinnig groß. Ich muss Entscheidungen treffen, die mir persönlich sehr wehtun", gab der Ex-Teamspieler zu. "In so einer Situation ist es das Wichtigste, dass man respektvoll und ehrlich miteinander umgeht. Ich versuche, alle Spieler gleich gut zu behandeln."

Kirchlers Sorgen

Sorgen ganz anderer Art plagen Wacker-Trainer Roland Kirchler, den ehemaligen Weggefährten von Barisic beim FC Tirol. Nach den jüngsten Negativerlebnissen liegt sein Club nur dank des Acht-Punkte-Abzugs für die Admira nicht an letzter Stelle. "Wir hoffen trotzdem, dass wir gegen Rapid etwas mitnehmen, um Selbstvertrauen für die anstehenden, für uns sehr wichtigen drei Spiele (Grödig und Sturm Graz daheim, Admira auswärts) zu tanken", betonte Kirchler.

Vor den Rapidlern zeigte der 43-Jährige großen Respekt. "In der Offensive sind sie extrem gefährlich, da sind sie wirklich gut besetzt." Deshalb müsse sich die Wacker-Defensive im Vergleich zum 0:5 gegen die Austria massiv steigern. "Wichtig wird sein, dass wir das Zentrum dichter machen, was zuletzt unsere Achillesferse war", sagte der Trainer der Innsbrucker, die seit 1999 auf einen Sieg im Hanappi-Stadion warten.

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