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Rapid auf dem Vormarsch

Dritter Sieg in Folge - WAC-Trainer Kühbauer: "Man kann gegen Rapid verlieren"

Rapid Wien © Bild: APA/Pfarrhofer

Der SK Rapid kommt in der Fußball-Bundesliga immer besser in Schwung. Der 3:0-Heimerfolg am Samstag über den WAC bedeutete den dritten Sieg in Folge für die Hütteldorfer, die damit Rang drei festigten und zum Abschluss des ersten Saisonviertels bis auf sechs Punkte an den Überraschungs-Tabellenführer aus Kärnten heranrückten.

Trainer Zoran Barisic und seine Spieler freuten sich über den aktuellen Erfolgslauf, vergaßen aber auch nicht darauf hinzuweisen, dass die Situation noch vor nicht einmal einem Monat noch ganz anders ausgesehen hatte, als man auf Platz fünf gelegen war und sich gegen Helsinki aus dem Europacup verabschiedete. "Nach dem Ausscheiden gegen Helsinki sind wir als Mannschaft enger zusammengerückt", erzählte Robert Beric, mit zwei Toren Matchwinner gegen den WAC.

In der gesamten vergangenen Saison brachte es der Slowene bei Sturm Graz auf zehn Liga-Tore, nun hält er nach dem ersten Viertel schon bei deren sechs - und das, obwohl es zu Beginn nicht nach Wunsch lief. "Aber ich habe mich nie unter Druck gesetzt gefühlt", betonte der 23-Jährige und gab sich bescheiden. "Das erste Tor war einfach und beim zweiten hatte ich Glück."

Der dritte Rapid-Treffer durch ein Ferserl von Florian Kainz war hingegen große Fußball-Kunst. "So ein Tor ist mir noch nie gelungen", jubelte der Steirer, der die Überlegenheit seiner Mannschaft genoss. "In der zweiten Hälfte haben wir richtig Spaß gehabt."

Der Wohlfühlfaktor war auch bei Barisic hoch, schließlich zeigte sich gegen den WAC, dass Rapid über einen ausgewogenen Kader verfügt. Beleg dafür war die Leistung von Philipp Schobesberger, der als Ersatz für den gesperrten Louis Schaub überzeugte. "In ihm steckt viel Dynamik, auch wenn er nur ein 50-Kilo-Staberl ist", sagte Barisic über den leichtgewichtigen Flügelspieler.

Hoffman überzeugte

Doch nicht nur die Youngsters um Schobesberger (20 Jahre) und Kainz (21) glänzten - auch Steffen Hofmann überzeugte wieder einmal als Taktgeber im Zentrum. "Er ist ein erfahrener Spieler, der mit vielen Jungen spielt, die wie die Psychopaten rennen. Die muss er eben gut einsetzen, und das tut er", erklärte Barisic und freute sich über den belebenden Konkurrenzkampf. "Die Spieler haben große Qualität, jetzt müssen sie sich gegenseitig matchen und besser machen."

Barisic: Punkte liegengelassen

Bei aller Zufriedenheit nach dem WAC-Match fiel Barisic' Resümee nach der ersten Saisonphase nicht rundum positiv aus. "Zu Beginn haben wir zu viele Punkte liegen gelassen, und wir sind sehr enttäuscht, dass wir nicht in die Europa-League-Gruppenphase gekommen sind. Aber die Entwicklung stimmt, auch wenn es noch Luft nach oben gibt."

Auch Kühbauer hat Respekt

Für seinen Kumpel Dietmar Kühbauer gab es nach den ersten neun Runden beim WAC praktisch gar nichts auszusetzen. "Ich habe höchsten Respekt vor meiner Truppe, sie hat Großartiges geleistet", sagte der Burgenländer. Am Auftreten gegen Rapid gab es allerdings doch einiges zu kritisieren. "Man kann gegen Rapid verlieren, aber die Art und Weise hat mich gestört. Wenn wir so spielen, werden wir auch noch gegen andere verlieren."

Von allzu heftiger Kritik sah Kühbauer jedoch ab. "Wir werden jetzt nicht gleich alles hinterfragen und den Kopf hängen lassen. Aus so einem Spiel müssen wir lernen." Über den möglichen Elfmeter für den WAC beim Stand von 0:0 - der laut Barisic zu geben gewesen wäre - wollte sich der Ex-Teamspieler nicht groß beschweren. "Da hätte das Spiel eine andere Richtung nehmen können, aber das heißt nicht, dass wir gewonnen hätten."

Brenzlige Lage in Ried

Während die Kärntner die Niederlage verschmerzen können, wird die Lage in Ried nach der 0:1-Heimniederlage gegen Sturm Graz immer brenzliger. "Panikaktionen helfen uns jetzt nicht weiter, wir müssen Ruhe bewahren", sagte Oliver Glasner, Trainer des Schlusslichts, und beteuerte: "Ich bin der Letzte, der das Vertrauen in meine Spieler verliert."

Einen Punkt vor Ried auf Platz neun liegen die Wiener Neustädter, die sich bei Aufsteiger Altach 0:2 geschlagen geben mussten. "Unser Ziel waren im ersten Viertel sieben Punkte. Das haben wir erreicht, jetzt müssen wir zulegen", meinte Betreuer Heimo Pfeifenberger. Sein Altacher Kollege Damir Canadi bezeichnete die Ausbeute des Aufsteigers von zwölf Zählern als "absolut in Ordnung".

Auch Admiras Walter Knaller zog nach dem 0:0 gegen Grödig, das Rang vier bedeutet, zufrieden Zwischenbilanz, Michael Baur hingegen hätte sich mehr erwartet. "Wir könnten acht Punkte mehr haben", ärgerte sich der Coach des Tabellensiebenten.

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