Bundesliga von

Marcel Sabitzer,
haben Sie Rapid verraten?

Nach Wechsel zu Salzburg folgte der Zorn der Fans - wie der ÖFB-Kicker damit umgeht

Marcel Sabitzer im RBS-Dress gegen Rapid © Bild: GEPA pictures/ Felix Roittner

Bei Rapid spielte Marcel Sabitzer 18 Monate, genauer von Jänner 2013 bis Ende Mai 2014. Dennoch nahm ihm die Rapid-Fangemeinde den Wechsel ähnlich übel wie einst Andreas Ivanschitz, der 2006 nach acht Jahren bei Rapid zum Konkurrenten Red Bull Salzburg gewechselt war.

Das Foto, das er auf Facebook gepostet hat, zeigt Marcel Sabitzer, wie er im Red Bull-Salzburg-Dress seinen Fans applaudiert. Viele der 732 Likes hat er von Fans seines neuen Vereins bekommen, die 204 Hass-Postings stammen zum Großteil von Rapid-Anhängern. Sie titulieren den 20-jährigen Steirer als Verräter, der "verrecken" solle oder sich "beide Beine brechen". Weil Marcel Sabitzer im Sommer die Grün-Weißen verlassen hat und nun beim "Lieblingsfeind" kickt, ist er für ein Grüppchen Rapidler vom Star zum Feindbild

Verrat? - Nur der nächste Karriereschritt

Sabitzer hebt Gewichte
© GEPA pictures/ Mathias Mandl Salzburg ist der nächste Schritt auf der Karriereleiter von Marcel Sabitzer

Es wäre für einen Fußballprofi alles andere als ungewöhnlich, würde Sabitzer Fragen zu diesem Thema bereits im Vorfeld eines Interviews ablehnen. Der Stürmer, der von sich behauptet, dass ihn außerhalb des Spielfelds nichts aus der Ruhe bringt, bleibt völlig cool, als ihm NEWS die provokante Frage stellt: "Haben Sie Rapid verraten, Herr Sabitzer?" Und kontert mit einer Gegenfrage: "Weil ich, so wie es unzählige Fußball-Profis in jeder Transferzeit tun, den Klub gewechselt und meinen nächsten Karriereschritt gemacht habe?"

Die Facebook-Postings, sagt er, lese er sowieso nicht, einiges werde ihm zugetragen. "Ich weiß nicht, was in Leuten vorgeht, die so etwas schreiben. Ich denke, es passiert einfach aus der Emotion heraus."

Das Rapid-Herz

Als Rapid in der ersten Bundesliga-Runde in Salzburg zu Gast war und Sabitzer in der 65. Minute eingewechselt wurde, agierte er trotz Pfiffen völlig ungerührt und bereitete das 3:0 von Kapitän Jonatan Soriano vor.

Jonatan Soriano und Marcel Sabitzer.
© APA/Krugfoto Sabitzer jubelt mit Jonatan Soriano

Nach dem 6:1-Sieg schlug das Rapid-Herz das wahrscheinlich letzte Mal: "Ich war über den Sieg glücklich. Aber kurz habe ich daran gedacht, wie es den anderen geht."

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Kommentare

mirucki melden

früher freue sich jeder kicker wenn er für RAPID spielen DURFTE. heute sind alle so extrem geldgeil, daß sie sogar in der schutzgruppe spielen würden wenn sie um einen tausender mehr bekommen.

Izmir-Ibel
Izmir-Ibel melden

Ich habe als Kind in den 70ern, in Kärnten auch mangels regionaler Alternative, für Rapid die Daumen gedrückt.
Wenn ich mir aber jetzt anschaue, was diese sogenannten Rapid-"Fans" seit Jahren aufführen, schäme ich mich nachträglich dafür.

mirucki melden

Da hast du ganz recht. aber es sind nicht nur die grün-weissen, sondern alle "sogenannten fußballfans" und das ist
TRAURIG, TRAURIG, TRAURIG .............

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