Bundesliga startet Lizenzierungsverfahren: Kampf ums finanzielle Überleben beginnt

Spielberechtigte Klubs stehen bis zum 31. Mai fest Bei negativer Einstufung hilft nur mehr eine Klage

Für einige Klubs ist es nur eine lästige Pflichtübung, während es für andere Vereine ums sportliche Überleben im Profigeschäft geht. Die Rede ist vom mit der Abgabe der betreffenden Unterlagen beginnenden Lizenzierungsverfahren der Fußball-Bundesliga. Bis spätestens 31. Mai steht dann fest, welche Klubs in der Saison 2006/07 in der Bundesliga bzw. Erste Liga spielen dürfen.

Das Lizenzierungsverfahren der Bundesliga wurde in der Saison 1996/97 eingeführt und 2002 auf Basis der UEFA-Lizenzierungsvorschriften überarbeitet. Denn die positive Erledigung dieses Finanzprüfungsverfahrens ist seit der Saison 2004/05 auch für die Teilnahme an den UEFA-Klubbewerben (Champions League, UEFA-Cup und UI-Cup) zwingend vorgeschrieben.

Für den Lizenz-Erhalt müssen von den Bundesliga-Klubs (Bundesliga und Erste Liga) sowie als Aufsteiger in Frage kommenden Vereinen aus den Regionalligen sportliche, infrastrukturelle, personell-administrative, rechtliche und finanzielle Kriterien erfüllt bzw. nachgewiesen werden. Im Rahmen der Direktaufstiegsmöglichkeit der Regionalliga-Meister in die Red Zac Erste Liga wurden die Übergangsregelungen für Lizenzbewerber der Regionalligen an die Bestimmungen für die Lizenzbewerber der Ersten Liga angepasst.

Die Zielsetzungen des Lizenzierungsverfahrens sind: Die Sicherstellung der Kontinuität des Wettbewerbes während des nächsten Spieljahres, die Sicherstellung einer angemessenen Klub-Administration und -Organisation, die Verbesserung der Stadieninfrastruktur für sämtliche Beteiligte (Akteure, Zuschauer und Medien) sowie die Basis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Klubs zu verbessern und die Transparenz und Glaubwürdigkeit zu erhöhen.

Nach Prüfung der Kriterienerfüllung durch die Lizenzadministration samt Berichterstattung an die erste Instanz im Verfahren wird der zuständige Senat 5 der Bundesliga die Entscheidung über die Lizenzerteilung bis spätestens 28. April 2006 treffen. Gegen den Senat-5-Beschluss können Lizenzbewerber innerhalb von zehn Tagen ihren (etwaigen) Protest an die zweite Instanz im Verfahren (Protestkomitee) erheben.

Das Vorbringen neuer Beweismittel und Unterlagen ist im Protestverfahren unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Die Entscheidung über einen solchen Einspruch fällt das Protestkomitee bis spätestens 15. Mai.

Danach gibt es für die Lizenzbewerber, die negativ eingestuft wurden, nur noch die Möglichkeit, innerhalb von einer Woche, also bis 22. Mai, Klage beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht einzubringen. Das Ständige Neutrale Schiedsgericht ist kein Bundesliga-Gremium und entscheidet - zwecks rascher Entscheidungsfindung - an Stelle eines ordentlichen Gerichts bis spätestes 31. Mai 2006.

(apa/red)