Bundesliga-Finish von

Titelhungrige Veilchen

Nur ein einziger Spieler im Kader der Austria war schon einmal österreichischer Meister

FK Austria Wien © Bild: GEPA/Ort

Nur ein einziger Kaderspieler der Austria kennt das Gefühl, die Meisterschale stemmen zu dürfen. Roman Kienast war 2005 mit Rapid und 2011 mit Sturm Graz auf Platz eins der Fußball-Bundesliga gelandet. Der Rest der Truppe von Cheftrainer Peter Stöger, seines Zeichens schon fünfmal Meister, lechzt nach der Premiere, zu der es am Mittwoch (20.30 Uhr) nach dem Heimmatch der 35. Runde gegen Mattersburg kommen soll.

"Wir alle fiebern dem Moment entgegen, den Teller in den Himmel stemmen zu dürfen. Am Mittwoch wollen wir endlich die Früchte ernten", meinte Mittelfeldspieler Alexander Grünwald voller Vorfreude. Besonders ausgeprägt ist der Titelhunger bei Kapitän Manuel Ortlechner, der Abwehrchef möchte im Alter von 33 Jahren seine erste große Trophäe erobern.

Erzwingen geht nicht

Ortlechner betonte aber, dass dieser Drang nicht zur Verkrampfung führen dürfe. "Natürlich ist es eines meiner größten Ziele. Aber man muss aufpassen, dass das dann nicht so endet wie der Hund, der dem eigenen Schwanz immer nachläuft", erklärte der Oberösterreicher. "In den letzten Wochen habe ich mir irgendwann einmal gedacht: Jetzt musst du einmal aufhören, dass du dem zu sehr nachläufst. Man kann alles schon bis zu einem gewissen Grad beeinflussen, aber irgendwann dann auch nicht mehr."

Der Kapitän versucht daher ein Vorbild zu sein, trotz der mangelnden Titelroutine die Nerven zu bewahren. "Wir müssen schauen, dass wir locker bleiben. Wir müssen alles geben, aber auch nicht mehr, denn dann funktioniert es nicht. Wenn es sein will, dann holen wir uns in den nächsten Tagen das Double, dann passiert es eh." Immerhin den Cupsieg 2009 mit der Austria hat Markus Suttner zu bieten.

Stöger kennt das Gefühl

Im Gegensatz zu den Spielern hat Austrias sportliche Führungsriege bereits jede Menge Titel gesammelt. Stöger war als Spieler viermal Meister (dreimal Austria, einmal Rapid) und dreimal mit der Austria Cupsieger. Als Trainer bzw. Sportdirektor der Violetten holte er bisher zwei Cupsiege und eine Meisterschaft. Die Worte von Stöger finden deshalb bei seinen Kickern ganz besonders viel Gehör.

"Denn er weiß, wie man Titel holt. Er weiß, wovon er spricht", sagte Grünwald über seinen Chef, der ihnen für Mittwoch geraten hat: "Die Spieler werden meine Worte wahrscheinlich erst in ein paar Jahren wirklich verstehen. Aber ich rate ihnen: Sie sollen diese Situation genießen, die sie sich hart erarbeitet haben. So etwas wird ihnen nicht mehr so oft gelingen."

Sportmanager Thomas Parits war als Austria-Kicker mit vier Meistertiteln und einem Cuperfolg ebenfalls ein fleißiger Titelhamster. Als Trainer holte der Burgenländer einmal die Meisterschaft, in seiner aktuellen Ära in Wien-Favoriten (seit Oktober 2006) gab es bisher zwei Cuperfolge zu feiern.

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