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Alter gegen neuer Meister als
Highlight der Bundesliga-Runde

Salzburg gastiert bei entthrontem Champion Austria - Rapid will auswärts siegen

Alan gegen Ortlechner im Bundesliga-Spiel Salzburg gegen Austria © Bild: GEPA pictures/ Felix Roittner

Die als Meister abgelöste Austria hofft im Schlager gegen den neuen Champion wohl umsonst auf einen geschlauchten Gegner. Trotz vorzeitiger Titelparty will Salzburg am Mittwochabend (20.30 Uhr LIVE im Ticker bei NEWS.AT) in Wien keine Ermüdungserscheinungen zeigen. Rapid kämpft in Wiener Neustadt um Ende der Auswärtsmisere.

Austria Wien - Salzburg

Für die Veilchen steht in den ausstehenden acht Runden weitaus mehr auf dem Spiel. Im Dreikampf mit Grödig und Rapid um die für die Europa League startberechtigten Ränge zwei und drei ist die einen Zähler hinter den zweitplatzierten Salzburgern liegende Austria als Vierter gefordert. Die Bilanz in den bisher fünf Spielen unter Trainer Herbert Gager ist mit drei Siegen und zwei Remis aber durchaus positiv.

Ungeschlagen will Gager auch am Donnerstag noch sein. "Auf uns wartet ein großes Spiel. Salzburg ist verdient Meister, für uns ist das eine Riesenherausforderung. Aber wir wollen zeigen, dass wir alles versuchen, Salzburgs Serie zu brechen", meinte der 44-Jährige. Grundvoraussetzung dafür sei natürlich eine Topleistung in der Defensive, in der mit dem Kroaten Kaja Rogulj jedoch eine Stütze verletzungsbedingt fehlt.

Austria will es wie Basel tun

"Salzburg hat in der Offensive wahnsinnig viel Qualität und Geschwindigkeit", erkannte Gager. So gelte es, das Pressing der Gäste zu umgehen. Als erfolgsversprechendes Mittel sieht man bei den Wienern auch Standardsituationen. Dies habe der FC Basel im Europa-League-Achtelfinale aufgezeigt. Wie die Schweizer will auch die Austria laut Gager "bissig sein, ungut sein. Ich sehe keinen Grund, in Ehrfurcht zu erstarren."

Bei den Salzburgern folgte nach ihrer Meisterparty ein freier Montag, sie kamen Dienstagnachmittag wieder zusammen. Die Kräfte sollen im dritten Spiel binnen sechs Tagen trotzdem nicht geschont werden. "Ich muss sehen, in welchem Zustand die Spieler sind. Aber prinzipiell haben wir zuletzt gezeigt, dass wir englische Wochen gut verkraften können", meinte Trainer Roger Schmidt.

Bei Salzburg ist die Luft noch nicht draußen

Dass die Luft beim neuen Meister draußen ist, wollte Schmidt so nicht gelten lassen. "Für uns ist es gerade nach der endgültig fixierten Meisterschaft eine große Herausforderung, uns als Mannschaft zu präsentieren und als Sieger vom Platz zu gehen. Wir brauchen keine Extra-Motivation, weil wir derzeit so viel Spaß haben, wenn wir auf den Platz gehen", betonte der Deutsche, der mit seinem Team den 13. Sieg in Folge und damit die Einstellung des Rekords der Austria aus der Saison 1985/86 anpeilt.

Diskutiert wurde im Vorfeld der Partie im violetten Lager auch, ob die Austrianer ähnlich wie in Spanien für den neuen Meister beim Einlaufen Spalier stehen sollen. Sport-Vorstand Thomas Parits stand dem mit Verweis auf die fehlende Tradition dieser Geste eher ablehnend gegenüber. Zumindest Blumen wird es für die Gäste dennoch geben. "Dass Salzburg ein würdiger Meister ist, würden wir nie bezweifeln", meinte Wirtschafts-Vorstand Markus Kraetschmer.

Wr. Neustadt - Rapid

Schaub gegen Koch im Bundesliga-Spiel Rapid gegen Neustadt
© GEPA pictures/ Hans Oberlaender Schaub muss verletzt passen, Koch wird wohl dabei sein

Mit dem Selbstvertrauen aus zuletzt zwei Heimsiegen in Folge hat sich Rapid bei Wiener Neustadt das Ende der Auswärts-Negativserie als Ziel gesetzt. Seit sieben Bundesliga-Partien in der Fremde warten die Hütteldorfer auf einen vollen Erfolg.

Deshalb sollen laut Trainer Zoran Barisic unbedingt drei Zähler eingefahren werden. "Aber das wird nicht leicht. Ich erwarte ein kampfbetontes Spiel", erklärte der Wiener, der mit Verwunderung registrierte, dass die Wiener Neustädter beim 0:5 in Salzburg am Sonntag auf einige Stammspieler verzichteten. "Das ist respektlos, aber es ist einfach so: Gegen uns geht jeder über seine Grenzen hinaus."

Barisic von Respektlosigkeit motiviert

Er werde die Vorgehensweise der Niederösterreicher, gegen den Meister eine verstärkte B-Elf aufzubieten, um dadurch Kräfte fürs Rapid-Match zu sparen, als zusätzliche Motivation für seine Spieler verwenden, so Barisic. Parallel dazu wird der 43-Jährige seine Spieler aber auch vor den Qualitäten der Wiener Neustädter warnen. "Sie haben ihre Spielweise geändert und stehen jetzt höher", sagte der Rapid-Coach.

Im Kampf um einen Europa-League-Platz spekuliert Barisic mit Schützenhilfe von Neo-Meister Salzburg gegen Konkurrent Austria. "Ich hoffe, die Salzburger haben nicht zu viel gefeiert und gewinnen dieses Spiel. Sie werden wahrscheinlich die Vorkommnisse der letzten Saison (Anm.: provokantes Verhalten der Austria als designierter Meister beim letzten Spiel in Salzburg) nicht vergessen haben. Aber schlussendlich müssen wir auf uns schauen", meinte der Ex-Teamspieler.

Grödig - Sturm Graz

Tomi im Bundesliga-Spiel Grödig gegen Sturm
© GEPA pictures/ Guenter Floeck Grödig oder Sturm? Wessen Aufwärtstrend hält an?

Rechtzeitig vor der entscheidenden Saisonphase scheint sich der SV Grödig wieder im Aufwind zu befinden. Mit dem 4:1 am Samstag in Ried, dem ersten Sieg nach vier Runden, verteidigte der Überraschungs-Aufsteiger Rang zwei, mit einem Heimsieg gegen Sturm Graz würden die Salzburger ihre Europacup-Ambitionen noch einmal untermauern.

Trainer Adi Hütter sieht seine Truppe bereits wieder ähnlich stark wie im vergangenen Herbst. "Das Match in Ried war ein Befreiungsschlag und die richtige Antwort auf die Meinung vieler Leute, dass wir einbrechen werden. Die Mannschaft hat befreit aufgespielt, das hat sehr an alte Zeiten erinnert", erklärte der Vorarlberger, der ein enges Rennen um die Europa-League-Quali-Plätze erwartet. "Und wir haben auf alle Fälle das Zeug dazu, bis zum Schluss vorne mitzuspielen."

Auch Sturm beendete Negativ-Lauf

Doch nicht nur die Grödiger beendeten am Samstag eine Negativserie - Sturm Graz durfte sich durch das 3:1 vor eigenem Publikum gegen Wacker Innsbruck über den ersten Sieg im Frühjahr freuen. "Die Frage wird sein, wer jetzt mehr Selbstvertrauen in die Partie mitnehmen kann", sagte Hütter.

An Zuversicht mangelt es im Lager der Grazer nicht. "Wir werden mit großer Aggressivität ins Spiel gehen und versuchen, den Gegner zu dominieren", kündigte Sturm-Trainer Darko Milanic an. Der Slowene weiß aber auch, welch schwierige Aufgabe auf seine Kicker wartet. "Wir spielen gegen eine sehr gute Mannschaft und reisen mit dem nötigen Respekt an", versprach Milanic.

WAC - Ried

Baldauf gegen Gartler im Bundesliga-Spiel Ried gegen WAC
© GEPA pictures/ Florian Ertl Gartler ist einer der wenigen fitten Rieder Stammspieler

In der Wolfsberger Lavanttal-Arena steigt hingegen ein Duell zweier derzeit nicht gerade erfolgsverwöhnter Mannschaften. Sowohl der WAC als auch die SV Ried kassierten zuletzt drei Niederlagen in Folge und verloren damit den Anschluss in der Tabelle. Nun hoffen beide Teams auf eine Trendwende.

Die Rieder warten schon seit sechs Runden auf einen vollen Erfolg und seit zehn Auswärtspartien auf einen Sieg. Ein Blick auf die Ausfallsliste macht aber nicht viel Hoffnung - gleich acht Spieler fehlen wegen Verletzungen oder Sperren. "Wir haben einfach so viele Verletzte, dass sich alles schwer ausgeht. Trotzdem müssen wir aus dieser Situation das Beste machen", forderte Trainer Michael Angerschmid.

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