Bundesheer-Soldaten nach Afghanistan:
Insgesamt 93 Österreicher im Hilfseinsatz

Wiederaufbauteam für drei Monate in Kunduz Platter: Akt der Solidarität dringend notwendig

Das bisher größte österreichische Afghanistan-Kontingent des österreichischen Bundesheeres ist am Montag in der Wiener Maria-Theresien-Kaserne verabschiedet worden. Insgesamt 93 Soldaten werden in Kunduz in einem Wiederaufbauteam unter deutscher Führung eingesetzt. Der Einsatz ist auf drei Monate begrenzt und soll zur Sicherung der dortigen Parlamentswahlen am 18. September beitragen.

Stabilität in Afghanistan sei ein großes Anliegen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union, sagte Verteidigungsminister Platter in seiner Ansprache. Es sei "dringend notwendig", dass auch Österreich einen Beitrag zu demokratischen Wahlen in dem Land leiste, um den Menschen dort Stabilität, Ruhe und eine positive Zukunft zu verschaffen.

Den Einsatz bezeichnete Platter als einen Akt der "Solidarität". Nur durch diese und durch Zusammenarbeit könne man dem Terror Herr werden. Er kündigte außerdem an, um den 20. August herum selbst nach Kunduz, rund 350 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kabul, reisen zu wollen.

Das verabschiedete Hauptkontingent, 82 Mann, wird ab Montagabend in mehreren Flügen mit amerikanischen Militärmaschinen von Linz nach Kabul fliegen. Von Kabul aus werden die Soldaten nach Kunduz gebracht. Ein 11-köpfiges Vorkommando ist bereits an Ort und Stelle.

Das Kontingent wird Ende Oktober wieder nach Österreich zurückkehren. Eine Verlängerung des Einsatzes schloss Platter auf Frage der APA aus. Die Beschlusslage der Bundesregierung und des Hauptausschusses im Nationalrat sei eindeutig.

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich in den vergangenen Monaten verschlechtert, so ist der Einsatz nicht ungefährlich. Eine Erhöhung der Terrorgefahr in Österreich, wie von einigen Experten vermutet, sieht Platter durch den Einsatz nicht. (apa)