Bundesheer von

ÖVP mobilisierte besser

FPÖ-Chef Strache konnte Parteianhänger von Pro-Wehrpflicht-Linie nicht überzeugen

Michael Spindelegger © Bild: apa/Schlager

Die ÖVP schaffte es bei der Bundesheer-Volksbefragung am besten, ihre Wähler zu mobilisieren und von ihrer Linie pro Wehrpflicht zu überzeugen. 86 Prozent ihrer Wähler des Jahres 2008 gaben heute ihre Stimme ab und 80 Prozent von ihnen votierten für die Wehrpflicht. Von den SPÖ-Wählern blieben hingegen 32 Prozent zu Hause - von den FPÖ-Wählern sogar 57 Prozent, ergab eine Wählerstromanalyse von SORA im Auftrag des ORF.

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Abstimmungsverhalten bei der Volksbefragung
© APA/Hirsch

Das Votum der SPÖ-Wähler der Nationalratswahl 2008 fiel auch weniger klar aus als jenes der VP-Wähler: Denn 63 Prozent der roten Wähler entschieden sich für das von der Partei propagierte Berufsheer und 37 Prozent für die Wehrpflicht. Von den ÖVP-Wählern scherten nur 20 Prozent ins Lager der Berufsheer-Befürworter aus.

Nicht wirklich überzeugen konnte offenbar FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache seine Parteianhänger von der Pro-Wehrpflicht-Linie. Nur 43 Prozent der blauen Wähler des Jahres 2008 gingen zur Volksbefragung. 70 Prozent von ihnen stimmten für die Wehrpflicht und immerhin 30 Prozent für das Berufsheer. Aber auch BZÖ-Chef Josef Bucher setzte sich bei seinen Wählern nicht ganz durch - im umgekehrten Sinn. Er hatte einen Boykott empfohlen, aber die knappe Mehrheit der orangen Wähler (52 Prozent) nahm an der Befragung teil und entschied sich zu vier Fünftel für die Wehrpflicht. Von den Grün-Wählern blieb ein gutes Drittel (34 Prozent) zu Hause, von den Abstimmenden votierten 69 Prozent für das Berufsheer.

Die Grünen stellen damit den zweitgrößten Anteil - 18 Prozent - der Berufsheer-Befürworter. Von SPÖ-Wählern kamen 47 Prozent der Stimmen, von ÖVP-Wählern 16 Prozent und neun Prozent von FPÖ-Wählern des Jahres 2008. Zum Wehrpflicht-Ja lieferten die ÖVP-Wähler mit 45 Prozent den größten Anteil, gefolgt von den SPÖ- (18 Prozent), den FPÖ- (13 Prozent) und den BZÖ-Wählern (11 Prozent).

Prinzipientreu zeigten sich die Nichtwähler des Jahres 2008. Sie interessierten sich auch nicht für die "direkte Demokratie" und blieben bei der Volksbefragung nahezu geschlossen zu Hause.

Kommentare

lagi62 melden

@Anza, sind die armen buberle sich zu gut und zu schade dass die ein bischen etwas leisten müssen? man muss blind sein um sagen zu können die jugend von heute muss disziplin, ordnung und respekt nicht mehr lernen, dass KANN ICH NICHT MEHR HÖREN. wenn unsere brave jugend so gut ist würde ich gerne wissen warum die jugendkriminalität so derartig im ansteigen ist. die burschen und auch mäderln sollen einmal ihren mann oder frau stehen.

Anza melden

Nein, sie sind sich nicht zu schade. Nur haben sie es nicht nötig, da sie von zu Hause genug Erziehung mitbekommen! Beide würden jederzeit freiwillig eine Lehre beim Bundesheer beginnen. Nur diese Zwangsverpflichtung und Ausnutzung für diverse Hilfsdienste sind nicht zu akzeptieren!
Bezüglich Jugendkriminalität sollte man mal bei den Migranten und Nachkommen einhacken, die übrigens ja alle nicht Wehrpflichtig in Ö sind.

ÖVP hat mobilisiert ???? Der Witz des Tages.
Das einzige was diese wirklichkeitsfremden und abgehobenen Würsterl´n mobilisiert haben ist mein Blutdruck.....

Anza melden

Ich hab fürs Berufsheer gestimmt. Ich wollte nicht, dass meine Söhne als Wischlappen, Dreck- und Schneeschaufler der Nation, Watschenmann für frustrierte Offiziere, etc. herhalten sollen. Ich hätte das freiwillige soziale Jahr befürwortet, wo man ordentlich entlohnt wird. Für viele wäre das ein Schritt in eine andere Berufswelt gewesen und einmal eine andere Blickrichtung. Wenn man sich die Befragungen genau angesehen/angehört hat, war die größte Angst, die Zivildiener zu verlieren - was hat das mit Sicherheit zu tun - nix? Die Grundwehrdiener werden nur als billige Hackler verwendet - s.o. und die Ausreden "Jugendliche brauchen Respekt, Ordnung und Disziplin" das lernen sie beim Heer - kann ich schon nimmer hören!

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Was ich beim Bundesheer Gelernt habe:

Dass es Analphabete und schwere Alkoholiker gibt. Wenn da ein komplett besoffener Unteroffoffizier vor einem wankt, was soll man tun? Synchron mitwanken oder still stehen?

Ignaz-Kutschnberger
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@founder... mitwanken... sonst glaubt er am Ende noch, dass Sie bsoffen sind ;-)

Ignaz-Kutschnberger
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Haben Sie Offiziere auch gesehen...oder bloß in der Schreibstuben??

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Das Wahlergebnis ist glasklar! Somit sind nun umgehend Reformen einzuleiten die zukünftig auch Frauen zur Wehrpflicht anhalten. Die Rosinenpickerei durch gewisse Frauenverbände muss gänzlich abgestellt werden.

Ignaz-Kutschnberger
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@Zombie ...haben Sie eigentlich schon IHREN Beitrag am Staat geleistet...oder fordern Sie auch bloß ständig??

AdLa melden

Immer heften sich die Politiker und die Parteien einen Erfolg auf den Hut. Einmal zu sagen das Volk hat richtig gehandeld würde dieser abgehobenen Sippschaft, egal welcher politischer Richtung, nie einfallen. Für die meisten war es glaube ich eine unpolitische Entscheidung. Ganz Österreich ist neugierig was ihr jetzt zusammenbringen werdet, ausser Streiten.

Ignaz-Kutschnberger
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@AdLa... eine unparteiische Entscheidung möchte ich hier UNTERSTREICHEN !!... Nun sind ALLE Politker/innen gefordert, diese bestmöglich umzusetzen

Ignaz-Kutschnberger
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Und all jene, die sich jetzt auf bestimmte politische Personen einschießen und hier Personal-Rochaden propagieren, anstatt vom Volk geforderten sinnvolle Reform-Vorschläge zu unterbreiten und mithelfen, diese auch umzusetzen, werden bei den nächsten Wahlen vom Wähler hierfür die Rechnung bekommen... denn rund 40% wollen das Heer scheinbar nicht mehr in seiner jetzigen Form ;-)

Faymann sollte jetzt sein Kabinett umbilden und Darabos und Claudia Schmied ersetzen, letztere wegen des lange anhaltenden Strafverfahrens Kommunalkredit wo keine Einstellung absehbar ist.

Wo anders gelesen, Hauptmotiv Zivildienst. Dies ist schon sehr bedenklich. Ich meine was würde raus kommen, wenn über die Sklaverei abgestimmt wird?

Etwa "Sind Sie dafür, dass Assilanten an österreichische Bürger zur Zwangsarbeit versteigert werden sollen?"

Das ist die erste Wahl, die die Kronenzeitung nicht gewinnen konnte. Das ist fast so sensationell wie der arabische Frühling. Ich hoffe nur, mit mehr Erfolg.

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