Bundesheer muss Gürtel enger schnallen: Geldmangel erfordert Grundausbildung light

Angehende Soldaten nur mehr wochentags ausbilden Jetzt wird Disziplin- und Ordnungsverlust befürchtet

Bundesheer muss Gürtel enger schnallen: Geldmangel erfordert Grundausbildung light

Das Bundesheer muss wegen Geldmangels offenbar drastische Streichungen bei der Ausbildung von Grundwehrdienern vornehmen. Einer Weisung der zuständigen Abteilung zufolge werden unter anderem Nachtausbildungen und die Samstag-Dienste gestrichen sowie am Freitagnachmittag ein "kadersparender Dienst" betrieben.

Damit würden Rekruten nur mehr wochentags von 7.30 Uhr bis 15.45 Uhr und am Freitag noch kürzer ausgebildet, kritisiert der freiheitliche Gewerkschafter Haidinger im Gespräch mit der APA. In der Anordnung seien auch gleich die zu erwarteten negativen Auswirkungen aufgelistet: "Einschränkungen bei der Aufrechterhaltung der Disziplin und Ordnung am Beginn der Grundwehrdiener-Ausbildung", "weiterer Verlust der ohnehin schon eingeschränkten Führungsfähigkeit des Kaders" und "Nichterreichung von Ausbildungszielen und damit Einbußen bei der Einsatzbereitschaft für Inlandsaufgaben".

Keine Disziplin und Ordnung mehr
Die ab Anfang Oktober bis Jahresende gültige Anordnung sieht unter anderem eine Kürzung des Einsatzes sogenannter Unteroffiziere vom Tag am Beginn der Ausbildung auf nur mehr zwei Wochen vor, bisher dauerte dieser vier bis sechs Wochen. Als "negative Konsequenz" dieser Reduktion werden in dem Papier "Einschränkungen bei der Aufrechterhaltung der Disziplin und Ordnung am Beginn der Grundwehrdiener-Ausbildung" eingestanden, so Haidinger.

Kritik an Darabos
Beim Gewerkschafter sorgt die Anordnung für heftige Kritik. Habe Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) bei den Budgetverhandlung "noch freudestrahlend mitgeteilt, dass er mit dem Budget zufrieden ist und und sogar noch mehr herausverhandeln konnte, als der Finanzminister ihm zubilligen wollte, müssen wir nun zur Kenntnis nehmen, dass es zu eklatanten Einsparungen kommt", die den verfassungsmäßigen Auftrag des Bundesheeres "gefährden".

Verteidigungsministerium beschwichtigt
Das Verteidigungsministerium will im Gegensatz zur freiheitlichen Gewerkschaft nicht von einem Geldmangel beim Bundesheer sprechen. Vielmehr handle es sich um einen "effizienteren Einsatz der Mittel", betonte Major Schneider seitens des Ministeriums. Die Ausbildung der Grundwehrdiener werde nicht unter der Streichung von Überstunden von Kadermitgliedern leiden. Minister Darabos habe klar gemacht, dass die Ausbildung weiterhin auf eine hohen Niveau bleiben werde. (APA/red)