"Bullen" schießen Grazer "sturmreif": Salzburg nach 2:0 zuhause mit weißer Weste

GAK & Altach trennen sich nach schwachem Spiel 1:1 SV Ried nach 0:0 gegen Pasching wieder Letzter

Vizemeister Red Bull Salzburg hat seine Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga auf sechs Punkte ausgebaut. Die Salzburger gewannen auch ihr viertes Ligaheimspiel, setzten sich gegen den in einer finanziellen Krise steckenden SK Sturm Graz mit 2:0 (0:0) durch. Die Tore erzielten die beiden Stürmer Marc Janko (61.) und Alexander Zickler (84.), die von Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus erstmals gemeinsam von Beginn an aufgeboten wurden. Sturm verlor Ronald Gercaliu mit Gelb-Rot (55.).

Waren Zickler und Janko vor der Pause noch auf Grund spärlicher Versorgung mit gefährlichen Flanken etwas in der Luft gehangen, so gereichte der Red-Bull-Elf eine Co-Produktion der beiden nach Seitenwechsel zur Vorentscheidung. Eine Carboni-Flanke servierte Zickler mustergültig per Kopf für Janko, der drei Tage nach seinem Ausgleich im UEFA-Cup gegen Blackburn (2:2) erneut einköpfelte. Bereits im Frühjahr hatte Janko mit drei Toren im Alleingang für einen 3:2-Heimsieg der Bullen gegen Sturm gesorgt.

Diesmal entschied Zickler die Partie nach Idealzuspiel von Vonlanthen mit seinem achten Saisontor zu Gunsten des Favoriten. Erst nach der Einwechslung der spielerisch starken Flügelspieler Pitak und Vonlanthen hatten die Salzburger einen Gang zugelegt. Spielentscheidend war allerdings der Ausschluss gegen den von Salzburg an seinen Ex-Klub Sturm verliehenen Gercaliu wegen wiederholten Foulspiels. Erst danach drängte der Favorit.

In der ersten Spielhälfte waren die Bullen - wie auf dem eigenen Kunstrasen im EM-Stadion Wals-Siezenheim üblich - zwar leicht feldüberlegen, die torgefährlichere Mannschaft waren aber die Grazer. Die größte Chance vergab Rauter, dessen Schuss nach Zuspiel seines Sturm-Kollegen Rabihou zu schwach ausfiel (12.). Ein herrlicher Freistoß von Jung-Teamspieler Christoph Leitgeb, bei dem Salzburg-Keeper Ochs chancenlos gewesen wäre, ging nur an die Stange (33.).

Auf der Gegenseite reichte es beim Tabellenführer lediglich zu Schüssen von Jezek (3./drüber), Janko (31./am langen Eck vorbei) und Carboni, gegen den Sturm-Keeper Szamotulski Mühe bekundete (45.). Der Pole durfte sich dafür nach Seitenwechsel aus kurzer Distanz gegen Tiffert (48.), bei einem Fernschuss von Pitak (77.) und in der Schlussphase gegen Carboni (92.) auszeichnen. Der Tabellenführer kontrollierte allerdings die Partie, ist damit nach neun Runden bei sechs Siegen und drei Remis weiter ungeschlagen.

GAK und Altach trennen sich nach schwachem Spiel 1:1
Der Liebherr GAK und Aufsteiger Altach haben sich in der neunten Bundesliga-Runde vor 5.083 Zuschauern in Graz mit einem 1:1-(1:0)-Unentschieden getrennt. Spirk erzielte in einem schwachen Spiel nach einer der wenigen schönen Kombinationen in der zwölften Minute die Führung für die Steirer, Sonnleitner besorgte mit einem Eigentor (59.) den Ausgleich für Altach.

Die Vorarlberger überholten dank des Punktgewinns Rapid und sind in der Tabelle nun Sechster, auch der GAK schob sich einen Rang nach vor und ist an vierter Position zu finden. Die Grazer blieben nach dem dritten Remis in Serie in der Bundesliga zum fünften Mal in Folge unbesiegt, holte seit der vierten Runde 9 von 15 möglichen Punkten.

Die Vorarlberger begannen in der Grazer UPC-Arena forsch, Ledezma sorgte schon in der dritten Minuten für Gefahr für das GAK-Tor. Die "Roten Teufel" gingen aber mit ihrer ersten Chance im Spiel in Führung. Nach einer schönen Kombination über Hassler, Djokic und Spirk verwertete der Mittelfeldmann mit seinem dritten Saisontor durch die Beine von Krassnitzer zur 1:0-Führung.

Der Aufsteiger schien nach dem Gegentor verunsichert, der Paradesturm Leonardo/Ledezma wirkte isoliert. Zwei Kopfbälle durch Leonardo (18./drüber) und Unverdorben (31.) blieben die einzige Ausbeute in Spielhälfte eins. Auch die Grazer, die nach dem Treffer das Tempo aus dem Spiel nahmen, fanden nur mehr eine Tormöglichkeit vor: Ein Hassler-Kopfball nach einem Eckball wurde von Dorta auf der Linie abgewehrt (33.).

In den zweiten 45 Minuten änderte sich die insgesamt schwache Partie von beiden Seiten nur bedingt, Hassler traf mit einer abgerissenen Flanke nur die Oberkante der Latte (51.). Kurios fiel dann der Ausgleich für die Westösterreicher. Nach einer weiten Flanke in den GAK-Strafraum traf Ledezma den Ball nicht, U21-Teamverteidiger Sonnleitner beim Versuch auszuputzen jedoch das eigene Tor.

Der GAK wachte erst nach dem Ausgleich auf. Lienhart (69./volley neben das Tor, 73./Krassnitzer parierte) vergab zweimal die Chance auf das 2:1, während Unverdorben nach einem Alleingang an GAK-Schlussmann Schranz scheiterte (71.). Erst in der Endphase suchten beide Teams den Sieg, Möglichkeiten blieben jedoch Mangelware.

Ried nach 0:0 gegen Pasching wieder Letzter
Im Oberösterreich-Derby in der Fußball T-Mobile-Bundesliga trennten sich Pasching und Ried mit einem leistungsgerechten 0:0. Pasching spielte nach der UEFA-Cup-Niederlage in Livorno (0:2) offensiver, für einen Treffer reichte es aber nicht. Ried, das ohne die gesperrten Herwig Drechsel und Jovan Damjanovic auskommen musste, hatte vor allem vor der Pause gute Chancen auf ein Tor. Die Innviertler sind trotz des Remis wieder Tabellenletzter.

Schon in der ersten Minute hätte Radoslaw Gilewicz für die Paschinger Führung sorgen können. Alleine auf Hans-Peter Berger zulaufend, blieb dieser im Duell mit dem Routinier aber Sieger. Die Hausherren schienen gut erholt von den UEFA-Cup-Strapazen und der Niederlage in Livorno, drückten dem Spiel ihren Stempel auf. Nach einer erneuten Gilewicz-Großchance (16.) riss aber der Faden.

Ab der 20. Minute kamen die Rieder besser in die Partie und hatten auch einige Male die Chance auf die Führung. Nach einer schönen Einzelaktion von Seo war Glasner zu spät dran. In der 33. Minute ließ Emin Sulimani die Paschinger Hintermannschaft schlecht aussehen, Seo vergab aber allein stehend im Fünfer. Torhüter Pepi Schicklgruber, der wie in einigen anderen Situationen unsicher wirkte, hatte den Ball erst im Nachfassen sicher in seinen Armen.

In Hälfte zwei war Pasching zunächst klar überlegen, die SV Ried fast nicht mehr vorhanden. Große Tormöglichkeiten blieben auf beiden Seiten aber (fast) aus. Der eingewechselte Patrick Wolf hätte in Minute 75 fast aus dem Nichts die Gäste in Führung gebracht. Nach einem Foul war der Ball nicht gesperrt, Schicklgruber richtete die Mauer ein und Wolf traf aus 18 Metern das leere Tor nicht.

Die Paschinger wirkten mit Fortdauer des Spiels müde, doch Ried kam nur noch zu einer großen Möglichkeit. In Minute 85 traf Sebastian Martinez, ebenfalls für Ried, nur die Stange.

(apa/red)