'Bullen' sahen gegen Altach 3x 'Tor-Rot': Salzburger spielen wieder die erste Geige!

Überragender Vonlanthen, Kovac & Janocko trafen Ried besiegt Tirol 2:1 und gibt damit rote Laterne ab

Meisterschaftsfavorit Red Bull Salzburg kann wieder gewinnen. Nach einer Niederlage beim bisherigen Vorletzten Sturm Graz (1:2) und einem Heimremis gegen das damalige Schlusslicht Ried (1:1) besiegten die Salzburger Aufsteiger Altach dank Toren von Niko Kovac (5.), Johan Vonlanthen (44.) und Vladimir Janocko (80.) sicher mit 3:0 (2:0). Der Vizemeister baute seine Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga damit gegenüber dem ersten Verfolger FC Wacker Tirol auf sechs Punkte aus.

Der Favorit war erneut ohne Österreicher in der Stammformation, dafür mit einem ungewöhnlich frühen Tor gestartet. In den ersten elf Runden hatten die Salzburger nicht einen ihrer insgesamt 22 Treffer in der ersten halben Stunde erzielt. Diesmal stand Kovac bereits in der fünften Minute bei einer Freistoßflanke von Janocko goldrichtig und nicht im Abseits, köpfelte einen Tag vor seinem 35. Geburtstag ungehindert ein.

In weiterer Folge taten zwar die Vorarlberger mehr für das ansehnliche Spiel, die größere Klasse des Teams von Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus schlug sich aber in einem weiteren Treffer nieder. Vonlanthen zog von der Altacher Abwehr unbedrängt aus rund 25 Metern ab, traf beinahe perfekt ins linke Kreuzeck (44.). Der Schweizer Jungstar hatte schon zuletzt gegen Ried getroffen, kommt sichtlich immer besser in Form.

Vonlanthen in glänzender Form
Unmittelbar vor seinem zweiten Saisontor hatte der überragende Vonlanthen einen Volley nach Zickler-Vorarbeit noch neben das Tor gesetzt, nach Seitenwechsel scheiterte er aus kurzer Distanz an Altach-Keeper Krassnitzer (47.). Daraufhin beschränkten sich die Salzburger vorerst auf das Verwalten ihrer komfortablen Führung, waren im Konter auch mehrmals gefährlich. Aus einem solchen sorgte Janocko auch für den Endstand. Der Slowake verwertete eine Bodnar-Flanke mit einem sehenswerten Halb-Volley ins lange Kreuzeck (80.).

Hatten die gefällig aufspielenden Altacher vor der Pause bei guten Chancen von Ledezma (8., 30./Kopf) das Ziel noch verfehlt, so trafen sie nach Seitenwechsel ins Netz - allerdings aus Abseitsposition. Dem Treffer von Bundesliga-Topscorer Leonardo, der einen Ledezma-Stanglpass aus kurzer Distanz verwertete, wurde von Referee Grobelnik zu Recht die Anerkennung verweigert (48.). Selbiges galt für einen Schuss von Ledezma (67.). Aufsteiger Altach blieb damit zum ersten Mal seit Juli (0:1 gegen Tirol) in einem Ligaspiel ohne Torerfolg.

Salzburg blieb vor 14.500 Zuschauern im EM-Stadion Wals-Siezenheim auch im neunten Pflicht-Heimspiel der laufenden Saison ungeschlagen. Mit fünf Siegen und einem Remis in sechs Spielen führen die Bullen die Bundesliga-Heimtabelle mit einem Torverhältnis von 16:2 überlegen an. "Wenn man Meister werden will, dann muss man seine Heimspiele gewinnen", hatte Salzburg-Torjäger Alexander Zickler vor der Partie erklärt. Einen nächsten Schritt in Richtung Titel kann Red Bull bereits kommendes Wochenende gegen Meister Austria tun.

Ried besiegt Tirol und gibt rote Laterne ab
Die SV Ried hat mit einem 2:1 (1:1)-Auswärtssieg gegen Wacker Tirol die Rote Laterne in der Fußball-Bundesliga an Sturm Graz abgegeben. Nach einem Eigentor von Glasner (15.) glich Sulimani (30.) noch vor dem Seitenwechsel aus, Martinez erzielte unter Mithilfe von Wacker-Torhüter Planer den verdienten Siegestreffer (54.).

Die Innsbrucker kassierten zwar die erste Heimniederlage der Saison, hielten aber dank der besseren Tordifferenz den zweiten Tabellenrang. Ried, das nach fünf Unentschieden in Serie den ersten Bundesliga-Saisonsieg seit dem 29. Juli (1:0 gegen Rapid) feierte, liegt vor der Sonntags-Partie zwischen Sturm Graz und Rapid einen Punkt vor den Grazern, kann von diesen jedoch nur mit einem Sieg überholt werden.

Die Rieder Elf, gegenüber dem 1:1 gegen Salzburg vor 14 Tagen nur an einer Position verändert (Sulimani statt Hackmair), begann ohne Respekt. Christoph Jank fand mit einem Kopfball jedoch seinen Meister in Tormann Pavlovic (5.). Tirol tat sich gegen das Schlusslicht schwer, ein kurioses Eigentor ebnete den Innsbruckern jedoch die glückliche Führung. Nach einem weiten Abschlag von Pavlovic überhob Glasner mit einer Kopfball-Rückgabe den aus dem Tor geeilten Berger (15.).

Doch Ried, das sich im Lauf der ersten Spielhälfte mehr Spielanteile erarbeitete, ließ sich nicht verunsichern. Nachdem Aganun nach einem Abspielfehler der Oberösterreicher noch die große Möglichkeit auf das 2:0 vergeben hatte (29.), stellte Sulimani im Gegenzug nach einem idealen Lochpass von Regisseur Drechsel auf 1:1 (30.).

In den zweiten 45 Minuten übernahmen die Rieder endgültig das Kommando. Damjanovic vergab schon nach wenigen Sekunden die Führung (46.), ehe der für den verletzten Pavlovic eingewechselte Planer Ried das 2:1 bescherte: Der Tiroler Schlussmann ließ einen harmlosen 30-m-Schuss von Martinez auf das kurze Eck passieren (54.). Auch nach der Roten Karte für Sulimani kam Wacker erst in der Schlussphase ins Spiel, Masek (74./Kopf, daneben), Mimm (84./Gewaltschuss) und H. Eder (92./Berger pariert) vergaben für die nun anstürmenden Tiroler die Möglichkeiten auf den Ausgleich.

(apa/red)