Buchinger stellt sich gegen Arbeiten bis 67:
"Leute werden in Arbeitslosigkeit gedrängt"

Gewinnsteigerungen hängen die Lohnerhöhungen ab MITSTIMMEN: Soll Pensionsalter angehoben werden?

Buchinger stellt sich gegen Arbeiten bis 67:
"Leute werden in Arbeitslosigkeit gedrängt"

Gegen eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters auf 67 Jahre wie in Deutschland hat sich Sozialminister Buchinger in Linz ausgesprochen. "Dafür bin ich nicht zu haben", stellte er bei einer Diskussionsveranstaltung der oberösterreichischen Hypo-Landesbank klar. Er sehe darin kein probates Mittel, um die Finanzierung des Sozialsystems auch in Zukunft sicherzustellen.

"Zeigen Sie mir ein Unternehmen, das einen Über-60-Jährigen einstellt." Diese Leute würden zwangsläufig in die Arbeitslosigkeit gedrängt. Die Wirtschaft müsse bessere Arbeitsbedingungen für Ältere schaffen.

Die staatlichen Transferzahlungen seien so gut wie ausgereizt, meinte der oberösterreichische Landeshauptmann Pühringer. Er rechnete vor, dass das unterste Einkommensdrittel in Österreich lediglich neun Prozent der Abgaben leiste, gleichzeitig aber rund 59 Prozent der Sozialleistungen empfange. In Oberösterreich etwa sei das Sozialbudget in den letzten 20 Jahren von 81 auf 410 Mio. Euro gestiegen, während sich das Gesamtbudget von 2,2 auf 4,4 Mrd. lediglich verdoppelt hätte.

Generell habe sich der Gestaltungsspielraum der Politik in den letzten Jahren, die von der Globalisierung geprägt waren, tendenziell verringert, jener von Unternehmen und großen Konzernen sei dagegen gewachsen, stellte Buchinger fest. In diesem Zusammenhang forderte der Minister einmal mehr, die Lohnabschlüsse an die Produktivität der Betriebe zu koppeln. In den letzten sieben Jahren sei das nicht der Fall gewesen. "Die Gewinnsteigerungen der Wirtschaft einerseits und die Lohnerhöhungen für die Arbeitnehmer andererseits driften immer stärker auseinander", kritisierte Buchinger.
(ap/red)