Wien von

Buchmesse: Wien liest

Mit rund 300 Ausstellern und ebensovielen Autoren geht die Messe in die 6. Runde

Buch Wien © Bild: APA/Hochmuth

Mit rund 300 Ausstellern aus zehn Nationen geht die internationale Buchmesse "Buch Wien" am 21. November in ihre sechste Ausgabe. Schon drei Tage vorher beginnt die Lesefestwoche mit rund 300 Autoren. Zum Auftakt liest der deutsche Schriftsteller und Strafverteidiger Ferdinand von Schirach - hier im Interview - aus seinem neuen Roman "Tabu". Mit hochkarätigen Gästen, einem Schwerpunkt zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg, mit der Vergabe mehrerer Preise sowie mit umfangreichem Kinderprogramm soll in Wien wieder das Bücherfieber ausbrechen. "Auch in Zeiten von Twitter, YouTube und Co. ist das Buch eine unerschöpfliche Quelle des Wissens, der Inspiration und, why not, des Entertainments", gab Programmdirektor Günter Kaindlstorfer bei der Pressekonferenz am Dienstag als Credo der Veranstaltung aus.

In ihrem sechsten Jahr erfreut sich die Buch Wien "jährlich größerer Aufmerksamkeit", wie Hauptverbands-Präsident Gerald Schantin betonte. Mit rund 8.800 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist man erneut gewachsen und füllt die Halle D in der Messe Wien damit gründlich aus. Auch inhaltlich wird man mit einem "außergewöhnlich starken Bücherherbst" einiges zu tun haben, so Kaindlstorfer. Nach der Eröffnung durch eine Rede von Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff (Kaindlstorfer: "Das wird ein flammendes Plädoyer für das Lesen in traditioneller Buchform!") sind Gäste wie Leon de Winter, Per Olov Enquist, Clemens Meyer, Viktor Jerofejew oder Jostein Gaarder angekündigt.

Österreicher stark vertreten

Mit dem iranischen Autor Mahmud Doulatabadi wird es auch eine Diskussion über die aktuellen Ereignisse in seiner Heimat geben - moderiert von der diesjährigen "Kritikerin in Residence", Franziska Augstein, die bei der "Süddeutschen" für das "Politische Buch" zuständig ist. "Ganz, ganz stark" sind die österreichischen Autoren mit ihren aktuellen Werken vertreten - hier reicht die Liste von Gerhard Roth zu Austrofred, von Peter Henisch zu David Schalko und von Michael Stavaric zu Kurzprosa von Günter Brus. Die Messebühnen bespielen allerdings auch Publikumsmagneten wie Elfriede Ott oder Angelika Kirchschlager, Alfred Dorfer oder Dirk Stermann.

Erster Weltkrieg-Schwerpunkt

Ein Schwerpunktthema ist dem Gedenken an den Ersten Weltkrieg gewidmet, dessen Ausbruch im kommenden Jahr 100 Jahre zurückliegt. Neben einer Diskussionsrunde werden auch zahlreiche Neuerscheinungen zum Thema präsentiert, darunter die neue Biografie über Thronfolger Franz Ferdinand des französischen Historikers Jean-Paul Bled. Beim essayistischen Sachbuch ist nicht nur die heurige Ehrenpreisträgerin Barbara Coudenhove-Kalergi vertreten, sondern auch Paul Lendvai, Anton Pelinka oder Armin Thurnher mit neuen Büchern. Neben dem Ehrenpreis wird auch der Roma-Literaturpreis des Österreichischen PEN-Clubs an Stefan Horvath ("Katzenstreu"), sowie der Exil-Literaturpreis vergeben.

Für Schüler

"Eng getaktet" ist heuer wieder das Kinderprogramm der Messe, mit Präsentationen im Dreiviertelstundenrhythmus und viel Extraprogramm, wie Hauptverbands-Geschäftsführerin Inge Kralupper erklärte. Für Schulklassen ist vor allem der Donnerstag und Freitag gedacht. Die Eintrittspreise für die Messe wurden nicht erhöht, eine Tageskarte kostet 7 Euro - allerdings kann man sich in zahlreichen Buchhandlungen einen "Lesepass" ausstellen lassen und muss dann nur den ermäßigten Preis von 4,50 Euro zahlen. Für Studierende und Pensionisten ist der Eintritt am Donnerstag überdies kostenlos.

Info:
"Buch Wien 13", Internationale Buchmesse von 21. bis 24. November
Lesefestwoche von 18. bis 24. Novembe
Do und Fr 9 bis 18 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr, So 10 bis 17 Uhr
Anfahrt über U2-Station Krieau.
www.buchwien.at

Kommentare