BSE-Fall im Mühlviertel: Stockinger ver-teidigt Tötung der gesamten Rinderherde

Ursache der Erkrankung des Tieres noch unklar Landwirt wird monatelang kein Einkommen haben

Der oberösterreichische Agrarlandesrat Josef Stockinger (V) hat die Tötung des gesamten Rinderbestandes im Stall des Mühlviertler Bergbauernhofes verteidigt. Das sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Das sei auch in den Handlungsanweisungen so vorgesehen.

Stockinger reagierte damit auf Beschwerden aus der Bevölkerung, in denen die Tötung der gesamten Herde kritisiert worden war. Wenn nicht der gesamte Rinderbestand getötet worden wäre, hätte es keine Gewissheit gegeben, dass es sich bei der befallenen Kuh "Moni" nur um einen Einzelfall handle. Denn zur BSE-Untersuchung gebe es keinen Bluttest. Das könne nur am toten Tier geschehen. Dazu seien Gewebeproben aus dem Hirn und dem Rückenmark notwendig.

Ursache ungeklärt
Die Ursache der Erkrankung sei nach wie vor ungeklärt. Es würden noch die Futtermittel untersucht, "Aber davon erwarten wir uns nichts", stellte Stockinger fest. Der Fall werde genau dokumentiert, die Daten würden der Wissenschaft zur Auswertung zur Verfügung gestellt. "Es handelt sich um eine Eigenerkrankung. Sie ist unter Schicksal einzuordnen", stellte Landeshauptmann Josef Pühringer (V) fest.

Stockinger machte im Zusammenhang mit dem BSE-Fall auf die Vorteile der AMA-Rinderdatenbank aufmerksam. Nachdem der erste Schnelltest an der geschlachteten Kuh positiv war, habe "in Sekundenschnelle" der Betrieb identifiziert werden können, von dem sie stammte. "Die Bürokratie, über die wir in der Landwirtschaft oft zu Recht stöhnen, habe sich bewährt. Das befallener Fleisch war wie vorgesehen nicht vor dem Ergebnis des Tests freigegeben worden, somit war nichts davon in Umlauf geraten. Der Schlachtbetrieb habe alle Vorschriften eingehalten.

Bauer ohne Einkommen
Der Landwirt aus dem Bezirk Perg in wird zumindest etliche Monate lang ohne Einkommen sein. Das Land Oberösterreich hat ihm deshalb finanzielle Hilfe zugesagt. (apa/red)