Brutstätte für Cholera: 2,5 Mrd. Menschen leben ohne Zugang zu Abwassersystemen

UNICEF und WHO: Infektionsrisiko deutlich erhöhrt Fortschritte bei weltweiter Trinkwasserversorgung

Brutstätte für Cholera: 2,5 Mrd. Menschen leben ohne Zugang zu Abwassersystemen © Bild: APA/Oelsboeck

Rund 2,5 Milliarden Menschen weltweit haben keinen Zugang zu einfachen Abwassersystemen und sind dadurch großer Infektionsgefahr ausgesetzt. Krankheiten wie Cholera könnten sich wegen fehlender Hygiene leichter verbreiten, hieß es in einem gemeinsamen Bericht von UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Deutlich verbessert hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten hingegen der Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Nur durch eine Ausweitung der Frisch- und Abwasserversorgung könne die Gesundheitsversorgung weltweit verbessert und der Würgegriff der Armut gelockert werden, sagte WHO-Chefin Margaret Chan. Rund 880 Millionen Menschen, also etwa 13 Prozent der Erdbevölkerung, haben immer noch kein Zugang zu sauberem Trinkwasser, wie es in dem 58-seitigen Bericht hieß. Die Betroffenen leben vor allem in Afrika südlich der Sahara. Der Anteil habe sich aber seit den 90er Jahren halbiert.

Etwa 70 Prozent der Menschen ohne funktionierende Abwassersysteme leben in Asien, 22 Prozent in Afrika. Die Staats- und Regierungschefs hatten sich zur Jahrtausendwende im Rahmen der UN-Entwicklungsziele verpflichtet, die Zahl der Menschen ohne Zugang zu Abwassersystemen bis 2015 zu halbieren. Die Regierungen machen jedoch allenfalls langsame Fortschritte.

(apa/red)