Brückner nach Türkei-Spiel Geschichte?
Ehrenberger zählt ÖFB-Teamchef erneut an

Neo-Präsident will so bald wie möglich ein Gespräch Für Interims-Präsidentschaft steht noch kein Konzept

Brückner nach Türkei-Spiel Geschichte?
Ehrenberger zählt ÖFB-Teamchef erneut an © Bild: APA/Newald

ÖFB-Interimspräsident Kurt Ehrenberger hat in der "Premiere"-Sendung "Talk und Tore" seine kritische Einstellung gegenüber dem österreichischen Fußball-Teamchef Karel Brückner bekräftigt. Er wolle so schnell wie möglich den Vertrag des Tschechen sehen und mit ihm persönlich sprechen, "um ihm meine Meinung zu sagen, was mir gefällt und was mir nicht gefällt".

Der 75-Jährige schloss auch nicht aus, dass Brückner schon nach dem Türkei-Länderspiel am 19. November entlassen werden könnte, sollte das Resultat nicht stimmen, und spekulierte bereits zu Beginn der Sendung über Didi Constantini als möglichen Nachfolger. "Ich kenne und schätze ihn. Er hat seine Arbeit immer gut gemacht", meinte der Wiener.

Im Laufe der teilweise emotionalen Diskussion, in der sich Ehrenberger massiver Kritik von "Laola1.at"-Chefredakteur Peter Rietzler und dem freien Journalisten Johann Skocek ausgesetzt sah, nahm der aktuelle ÖFB-Chef diese Aussage teilweise zurück und meinte, der Name sei ihm "halt rausgerutscht, ich hätte auch irgendeinen anderen Namen sagen können".

Noch kein Konzept
Konzept für seine begrenzte Zeit an der ÖFB-Spitze habe er noch keines, "aber sonst wäre ich ja ein Wunderknabe", meinte Ehrenberger mit Hinweis auf seine Bestellung am Freitagabend. Außerdem verriet der Funktionär, dass er in der Präsidiumssitzung unmittelbar nach dem Rücktritt von Friedrich Stickler Generalsekretär Alfred Ludwig als geschäftsführenden Präsidenten vorgeschlagen habe, "um einmal zu schauen, wie die Reaktionen sind".

Im Gegensatz zu Ehrenberger ließ Bundesliga-Präsident und ÖFB-Vize Martin Pucher deutliche Unterstützung für Brückner erkennen. "Wir haben einen Teamchef, und ich bin nicht bereit, über ein Ablaufdatum zu diskutieren. Aber man muss die Situation laufend bewerten", erklärte der Burgenländer und ergänzte: "Ich bin keiner, der alle zwei Monate den Teamchef auswechselt."

Die Entscheidung, ob der ÖFB künftig von einem hauptamtlichen oder ehrenamtlichen Präsidenten geführt wird, ist wohl noch völlig offen. Sollte ein bezahlter Chef kommen, "dann ist Ludwig ein ernsthafter Kandidat", sagte Pucher.
(apa/red)