Brückner bewies sein goldenes Händchen:
Tschechischer Coach mit Leistung zufrieden

Brückner: "Leistung in Ordnung, aber ausbaufähig" Koller verlangt Leistungssteigerung von seinem Team

Brückner bewies sein goldenes Händchen:
Tschechischer Coach mit Leistung zufrieden © Bild: AP/Klaunzer

Die tschechische Nationalmannschaft hat den 1:0-Auftaktsieg im Eröffnungsspiel gegen die Schweiz erleichtert und realistisch analysiert. "Die Leistung war in Ordnung, ist aber noch ausbaufähig", meinte Teamchef Karel Brückner, der beim glücklichen Traumstart mit der Einwechslung von Torschütze Vaclav Sverkos ein goldenes Händchen bewiesen hatte.

Nach Meinung des 68-jährigen Trainerroutiniers war dies natürlich kein Zufall. "Ein Trainer liest das Spiel, hat verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung und nimmt gemäß diesen Informationen seine Auswechslungen vor. Vor der Pause waren wir nicht sehr durchschlagskräftig. In der zweiten Spielhälfte ist es oft gut, wenn man einen schnellen und wendigen Spieler wie Sverkos ins Spiel bringt. Ich glaube, man kann sagen, dass es eine sehr gute Entscheidung war", erklärte Brückner mit einem zufriedenen Lächeln.

Mit guter Nase zum goldenen Griff
"Der Trainer hat mit ihm eine gute Nase gehabt", sagte Tomas Galasek, der das Tor von Sverkos in der 71. Minute mit einem weiten Kopfball eingeleitet hatte. Als Favoriten der Gruppe A sieht Brückner seine Truppe nach dem Auftakterfolg aber keinesfalls. "Das würde ich nicht sagen. Wir haben aber jetzt drei Punkte auf dem Konto, die für den weiteren Gruppenverlauf sehr entscheidend sein könnten. Der Start war perfekt." In ihrem zweiten Spiel treffen die Tschechen am Mittwoch in Genf auf Portugal, das am Samstag ebenfalls mit einem Sieg (2:0 gegen die Türkei) gestartet ist.

"Das war ein glücklicher Sieg, die Schweiz hat sehr gut gespielt. Wir haben ein wenig enttäuscht, aber die drei Punkte sind extrem wichtig für uns", erklärte auch Tschechiens 2,02 m großer Rekordtorschütze Jan Koller, der diesmal gegen die Schweizer Innenverteidiger Philippe Senderos und Patrick Müller wenig Land sah. Der enttäuschende Koller wurde in der 57. Minute für den späteren Matchwinner Sverkos ausgewechselt.

Koller verlangt Leistungssteigerung
"Das hat der Trainer gut gemacht. Es war die richtige Entscheidung, Sverkos ist sehr gut in Form", meinte der 35-jährige Koller, der jedoch warnend hinzufügte: "Gegen Portugal ist diese Mannschaftsleistung nicht genug. Wir müssen besser spielen."

Auch Tormann Petr Cech, der seine Vorderleute einige Male retten musste, wusste nach der Partie, dass bei weitem nicht alles eitel Wonne war. "Wir haben drei Punkte, obwohl wir wissen, dass wir nicht gut waren. Das ist ein gutes Zeichen." Obwohl die "Null" gegen die Schweiz gestanden ist, sieht Brückner auch defensiv noch einige Mängel in seiner Mannschaft. "Da waren einige Schnitzer dabei, das darf nicht mehr passieren", meinte der Trainer. Angesichts der Vielzahl an Schweizer Chancen ist dies kein Wunder.

Die Tschechen, bei denen Kapitän Tomas Ujfalusi zum "Man of the Match" gewählt wurde, wandelten damit zum Auftakt auf den Spuren der Griechen bei der EM 2004. Auch sie hatten sich vor vier Jahren als "unhöfliche" Partygäste erwiesen und im Eröffnungsmatch den Gastgeber Portugal bezwungen. Und auch der Mannschaft von Otto Rehhagel war auf ihrem Weg zum sensationellen EM-Titel die Glücksgöttin Fortuna oft hilfreich zur Seite gestanden.
(apa/red)

CASHPOINT - Wollen wir wetten?
Click!