Brucknerfest eröffnet

Linz: Konzert-Festival startet mit Werken von Sibelius, Bernstein und Dvorak

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Brucknerfest - Brucknerfest eröffnet

Populisten und Demagogen würden empirisch nachweisbare gesellschaftliche Phänomene ins Groteske verzerren, indem sie negative Feindbilder schaffen wie "die Ausländer" oder "die EU", warnte Adamovich. Dazu würden positive Identifikationsmöglichkeiten wie "die Braven" oder "der kleine Mann" angeboten. Die Demokratie folge aber nicht allein dem Diktat der Mehrheit. Laut österreichischer Verfassung müssen daneben Rechtsstaatlichkeit und die Grundrechte gewahrt werden. "Wir können nur darauf hoffen, dass sich diese Einsicht allgemein durchsetzen wird."

Es sei nicht zulässig, die Staatsform auf die Instrumente der direkten Demokratie zu reduzieren, denn diese seien stark von "Stimmungsmache" abhängig, führte Adamovich aus. "Auch die Demokratie braucht Autorität, Verantwortung und Anstand. Mit all dem ist es aber schlecht bestellt." Demokratie brauche mündige Bürger, so Adamovich weiter. Die öffentliche Meinung müsse über die Wahrung ethischer Grundwerte wachen. Das Rüstzeug dafür sieht er in Bildung.

Festival dauert bis 7. Oktober
Das Eröffnungskonzert mit Werken von Jean Sibelius, Leonard Bernstein und Antonin Dvorak, das als Klassische Klangwolke aus dem Konzertsaal in den Donaupark übertragen wird, bestreiten dieses Jahr die Filarmonica della Scala unter Daniel Harding und der Geiger Julian Rachlin. Weitere Highlights des Festivals, das noch bis 7. Oktober dauert, sind unter anderem eine Jazzversion von Bruckners 8. Symphonie (18. September) sowie ein Arienabend mit Cecilia Bartoli (7. Oktober).