Bronze für Österreich bei der Rad-WM in Stuttgart: Soeder wird Dritte im Zeitfahren!

Erste Damen-Medaille in der Geschichte des ÖRV Olympia-Zeifahr-Quotenplatz ist damit gesichert

Bronze für Österreich bei der Rad-WM in Stuttgart: Soeder wird Dritte im Zeitfahren!

Die 32-jährige Christiane Soeder hat bei den 74. Rad-Weltmeisterschaften in Stuttgart Historisches für den österreichischen Radsport geleistet. Gleich am ersten Tag der Titelkämpfe holte die Medizinerin die Bronze-Medaille im Zeitfahren und sorgte damit für die erst insgesamt zweite Medaille für den Österreichischen Radsport-Verband (ÖRV) bzw. die erste in Individual-Rennen.

Die gebürtige Deutsche verpasste den Sieg auf dem selektiven 25,1-km-Kurs in Stuttgart um 42 Sekunden und wurde nur von Hanka Kupfernagel aus Deutschland und US-Titelverteidigerin Kristin Armstrong (+23 Sekunden) geschlagen. Damit sicherte Soeder Österreich auch einen Zeitfahr-Quotenplatz für Olympia 2008 in Peking. Die bisher einzige ÖRV-WM-Medaille war bisher Bronze des Herren-Zeitfahr-Vierers aus dem Jahr 1987 in Villach gewesen.

"Wahnsinn, sensationell", strahlte Soeder", "das Warten im Ziel war fast anstrengender als das Rennen selbst, mit Sicherheit aber nervenaufreibender", so die WM-Medaillengewinnerin, die aus dem dritten und letzten Block gestartet war, weiter. Die von Kupfernagel in der ersten Startgruppe vorgelegte Bestzeit von 34:43 Minuten (43,43 km/h) wurde von den nachfolgenden Fahrerinnen nicht mehr ernsthaft gefährdet.

Starkes Finish für Bronze
Die in Wien lebende Soeder fuhr nach relativ verhaltendem Beginn mit einem starken Finish auf das Podest. Die viertplatzierte Amber Neben (USA) lag 20 Sekunden hinter der Österreicherin. "Gott sei Dank hat sie es diesmal anders gemacht und ist nicht wie gewohnt zu schnell gestartet", freute sich Damen-Nationaltrainer Klaus Klabasser, "Sie ist zu Beginn weniger harte Gänge gefahren und hat auf der zweiten Streckenhälfte noch zusetzen können."

Zeitfahrspezialistin Soeder hatte vor dem Rennen einen Platz unter den ersten Zehn und einen damit verbundenen Olympia-Quotenplatz als Ziel ausgegeben. "Mit der Prognose haben wir bewusst tiefgestapelt, da es zuletzt zweimal nicht geklappt hat", erklärte Klabasser. Schon bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften in Madrid und Salzburg war Soeder als Medaillenkandidatin gehandelt worden, sie kam aber über die Plätze 11 bzw. 16 nicht hinaus.

"Normale" Vorbereitung optimal
Im Vorjahr hatte sie sich vor der Heim-WM "ganz speziell" auf das Zeitfahr-Rennen vorbereitet, diesmal war eine "normale" Vorbereitung scheinbar genau das Richtige. "Im Vorjahr war der Druck viel größer, Christiane war sehr nervös, diesmal scheint es genau gepasst zu haben", so der Nationaltrainer weiter.

Soeder die international für das Schweizer Team Raleigh Lifeforce unterwegs ist, hatte in dieser Saison schon einige gut besetzte Zeitfahren gewonnen - unter anderem bei der Thüringen-Radrundfahrt, wo Soeder die mehrfache Weltmeisterin Karin Thürig aus der Schweiz hinter sich ließ. Die ehemalige Leichtathletin holte in den Jahren 2000 und 2001 WM-Bronze im Duathlon und stieg 2002 in den Profi-Radsport ein. Die österreichische Staatsbürgerschaft nahm Soeder im Juli 2003 an. Bei Olympia 2004 in Athen hatte Soeder im Straßenrennen den 24. Rang belegt.

Ergebnis - Zeitfahren
1. Hanka Kupfernagel GER 34:43,7 Min.
2. Kristin Armstrong USA +0:23,4 Min.
3. Christiane Soeder AUT +0:41,5
4. Amber Neben USA +1:02,7
5. Christine Thorburn USA +1:11,0
6. Priska Doppmann SUI +1:21,2
7. Jeannie Longo-Ciprelli FRA +1:21,8
8. Emma Pooley GBR +1:32,6
9. Karin Thürig SUI +1:35,2
10. Meifang Li CHN +1:37,7

(apa/red)