British Energy stimmt EDF-Übernahme zu: Regierung begrüßt französisches Angebot

Verhandlungen hatten mehrere Monate gedauert EDF macht Angebot von rund 15,7 Milliarden Euro

British Energy stimmt EDF-Übernahme zu: Regierung begrüßt französisches Angebot © Bild: APA/EPA/Karaba

Der französische Kernenergie-Riese EdF kauft den Konkurrenten British Energy auf und baut seine Weltmarktführung als Betreiber von Atomkraftwerken weiter aus. EdF bietet 12,5 Mrd. Pfund (15,7 Mrd. Euro) für den größten Stromversorger in Großbritannien, wie der Konzern bekanntgab.

Die Franzosen besserten ihr erstes Angebot vom Juli, das von British Energy abgelehnt worden war, um neun Pence je Aktie auf. Vor dem Abschluss des Deals müssen nun noch die Aktionäre und die Wettbewerbshüter zustimmen. Die britische Regierung erklärte sich bereits bereit, ihren Anteil von 36 Prozent an die Franzosen zu verkaufen.

Weltweit führend
EdF betreibt schon heute die meisten Atomkraftwerke weltweit, allein in Frankreich sind es alle 58. Teil der Vereinbarung ist neben der Übernahme der acht existierenden British-Energy-Kernreaktoren die Investition in vier neue Kernkraftwerke, teilte die Regierung in London mit.

Der Ausbau der Kernenergie sei entscheidend für die Energiesicherheit des Landes, erklärte Premierminister Gordon Brown. Dadurch könne die Abhängigkeit von Ölimporten sowie Treibhausgasemissionen gesenkt werden. "Atomstrom ist sauber, sicher und bezahlbar." Laut Wirtschaftsminister John Hutton ist die Übernahme durch EdF "eine der bisher größten Direktinvestitionen aus dem Ausland".

Positive Reaktionen
Die Börsen reagierten positiv auf den Durchbruch: Der Kurs von British Energy stieg in London um 6,2 Prozent, die EdF-Aktie stieg in Paris zwischenzeitlich um 5,42 Prozent. Für den französischen Konzern ist der Ausbau seines Britannien-Geschäfts ein wichtiger Schritt zur Internationalisierung. Die Schlacht um die Übernahme des US-Stromversorgers Constellation ist noch in vollem Gange.

In Österreich ist EdF an der Energie Steiermark AG mit einer Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie beteiligt. (apa/red)