Britischer David trifft auf Goliath aus China:
14-jähriger Turmspringer fordert Gastgeber

Trainer: "So ein Talent bekommt man nicht alle Tage" Brite wurde bereits im Alter von 13 Europameister

Britischer David trifft auf Goliath aus China:
14-jähriger Turmspringer fordert Gastgeber © Bild: APA/EPA

Ein 14-jähriges "Wunderkind" nimmt es heute und Samstag bei den Olympischen Sommerspielen in Peking mit der internationalen Konkurrenz im Wasserspringen vom Turm auf. Thomas Daley ist nicht nur bei den Spielen dabei, um von den Großen zu lernen. Der Brite ist im März in Eindhoven noch 13-jährig Europameister geworden, ein Ausnahmekönner in seiner Sparte und bei den Spielen "everyone's darling".

Andere Athleten lassen sich gerne mit dem Briten im Olympischen Dorf fotografieren und konnten auch schon in der täglichen Olympia-Beilage der Zeitung "China Daily" eine Titelstory über den Schüler lesen. Der war am Montag vergangener Woche bei Platz acht im Synchron-Turmspringen mit seinem mit 26 Jahren fast doppelt so alten Landsmann Blake Aldridge exakt 14 Jahre und 81 Tage alt.

Es geht noch jünger
Damit ist Daley aber nicht Großbritanniens jüngster Olympia-Teilnehmer der Geschichte, 1960 in Rom war ein gewisser Kenneth Lester Steuermann und 13 Jahre und 144 Tage alt. Das tut der Popularität des 1,56 m großen Jugendlichen aus Plymouth aber keinen Abbruch. Unter Insidern ist er schon lange ein Ausnahme-Talent, denn schon als Zehnjähriger wurde er britischer U18-Meister.

Sowohl für die Commonwealth-Spiele 2006 als auch für die Weltmeisterschaften 2007 als damals noch Zwölfjähriger schaffte er locker die Qualifikation, wurde aber als zu jung befunden und durfte somit an beiden Events nicht teilnehmen. Heuer schnappte er Peter Waterfield, Silbermedaillen-Gewinner von Athen 2004 im Turm-Synchronspringen, den nationalen Titel weg, wurde Europameister und stellt sich nun bei Olympia der Weltspitze.

Trainer Banks von Daley begeistert
Sein Trainer Andy Banks weiß, was er da für einen einzigartigen Athleten betreuen darf. "So ein Talent bekommt man nicht alle Tage anvertraut", erklärte der Coach. "Sein Bewusstsein, was er in der Luft zu tun hat, ist bemerkenswert." Daley wurde zu Großbritanniens besten Wasserspringer 2007 gewählt und er hat beste Chancen, diesen Titel auch 2008 einzuheimsen.

Der 47 kg leichte Kontinental-Champion hatte eigentlich mit drei Jahren mit dem Schwimmen angefangen, fand das aber zu langweilig. Um mehr Herausforderung zu bekommen, wechselte er achtjährig auf den Sprungturm. Indes trainiert er sechsmal wöchentlich je sechs Stunden, vor und nach der Schule. Mehr als die Hälfte seiner Trainingszeit widmet er Trampolin- und Gymnastikübungen, um seine Geschwindigkeit und Kraft zu fördern.

"Arbeite hart, dann wird der Erfolg kommen"
Daleys Philosophie ist für einen 14-Jährigen bemerkenswert. "Arbeite hart, dann wird der Erfolg kommen." Der Engländer wird heute im für 13.00 Uhr angesetzten Vorkampf die Blicke auf sich ziehen und sollte am Samstag ab 14.00 Uhr auch im Finale dabei sein. Ob er die favorisierten, bei diesen Spielen im Wasserspringen unbesiegten Chinesen diesmal schon ärgern kann, ist abzuwarten. Auf jeden Fall ist er auf dem besten Weg dahin. (apa/red)