Britische Barclays übernimmt ABN Amro: Zweitgrößte Bank Europas & Nr. 5 der Welt

Durch Fusion sollen 12.800 Arbeitsstellen wegfallen Bis 2010 Synergien von rund 3,5 Mrd. Euro angepeilt

Auf dem europäischen Bankenmarkt entsteht ein neuer Gigant: Die niederländische ABN Amro und das britische Bankhaus Barclays schließen sich zusammen, wie die beiden Unternehmen nach langen Verhandlungen mitteilten.

Die Fusion soll über einen Aktientausch vollzogen werden und gut 67 Mrd. Euro kosten - die bisher größte Übernahme in der internationalen Bankengeschichte. Barclays biete den Aktionären des niederländischen Geldinstituts 3,225 eigene Aktien je Anteilsschein, heißt es in einer Mitteilung.

Das neue Unternehmen mit dem Namen "Barclays Plc" wird einen Börsenwert von rund 140 Mrd. Euro haben und mit 220.000 Beschäftigten rund 47 Mio. Kunden betreuen. Damit entsteht die zweitgrößte europäische Bank und die Nummer fünf der Welt.

Das fusionierte Unternehmen soll eine Gesellschaft nach britischem Recht werden, die Konzernzentrale aber in Amsterdam haben. Bis 2010 werden mit Synergien von 3,5 Mrd. Euro gerechnet.

Allerdings würden auch tausende Stellen wegfallen, so die beiden Bankenhäuser. Niederländische Medien rechnen mit mehr als 13.000 Arbeitsplätzen, die der Fusion zum Opfer fallen könnten.

ABN Amro war seit Februar im Mittelpunkt einer Übernahmeschlacht, bei der zunächst der Hedgefonds TCI das niederländische Institut übernehmen wollte. Die Bank war bis vor kurzem in Exklusiv-Verhandlungen mit Barclays gestanden.

Nun sollte sie ein Konsortium aus drei anderen europäischen Banken empfangen, die ebenfalls an einem Zusammenschluss interessiert sind. Die niederländische Zentralbank hatte aber gewarnt, ein gemeinsames Gebot der britischen Royal Bank of Scotland, der spanischen Banco Santander und der britisch-niederländischen Fortis könne zu Komplikationen führen.

Das Treffen soll nun trotzdem stattfinden. ABN Amro wolle trotz ihrer Zustimmung zu einer Übernahme auch noch mit weiteren Bietern Gespräche führen, sagte ABN-Amro-Chef Rijkman Groenink. Allerdings sei eine Fusion mit Barclays die "beste Option" für die Aktionäre.

(apa/red)