Fakten von

Brexit! Wir waren es nicht

Die Befürworter des Austritts ziehen sich von der politischen Bildfläche zurück

Protest gegen Brexit © Bild: imago/Bettina Strenske

Vor dem Referendum waren sie die lautstärksten Brexit-Befürworter, jetzt schlagen sie lieber leise Töne an. Londons Ex-Bürgermeister Boris Johnson stellte sich nach dem Brexit überraschenderweise weder für das Amt des Premiers noch für die Wahl zum Tory-Vorsitzenden zur Verfügung. Und auch der britische UKIP-Chefs Nigel Farage wirft nun das Handtuch. Der ÖVP-Delegationsleiter im Europaparlament, Othmar Karas, diagnostizierte: "Die Zündler schleichen sich davon."

THEMEN:

"Das Nicht-Antreten Boris Johnsons und der Rücktritt Nigel Farages zeigen die Verantwortungslosigkeit und Planlosigkeit der Brexit-Befürworter", sagte er am Montag.

»Ich habe meine Mission erfüllt«

Der Chef der rechtspopulistischen britischen Partei UKIP, Nigel Farage, hat am Montag seinen Rücktritt verkündet: "Ich habe meine Mission erfüllt", sagte er. Mit dem Votum für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union habe er politisch alles erreicht, was er sich vorgenommen habe. "Ich war und wollte niemals ein Karrierepolitiker sein", unterstrich der Brexit-Wortführer. "Mein Ziel in der Politik war es allein, Großbritannien aus der Europäischen Union herauszubekommen." Farage sagte zudem: "Während der Brexit-Kampagne habe ich gesagt, ich will mein Land zurück. Heute sage ich, ich will mein Leben zurück. "Er werde aber weiterhin die Partei sowie "Unabhängigkeitsbewegungen" in anderen EU-Ländern unterstützen, betonte der Rechtspopulist.

Nigel Farage
© Chris Ratcliffe/Getty Images Nigel Farage

Sein Brexit-Kollege Boris Johnson hat es ihm vorgemacht: Der als Favorit für den Posten des Premierministers gehandelte Brexit-Wortführer hatte am Donnerstag überraschend angekündigt, nicht bei der Wahl zum Tory-Vorsitzenden anzutreten. Davor erteilte er der Kandidatur für das Amt des Premierministers eine Abfuhr.

Boris Johnson
© APA / AFP PHOTO / SCOTT HEPPELL Boris Johnson

"Erst richten Sie einen Scherbenhaufen an und dann wollen sie sich an den Aufräumarbeiten nicht beteiligen", kritisierte Karas.

Die einen flüchten, der andere will nicht gehen

Während Johnson und Farage sich offenbar der Verantwortung entziehen wollen, verhält es sich bei Labour-Oppositionschef Jeremy Corbyn genau umgekehrt. Der 67-Jährige, der seit dem Brexit-Votum unter massiver Kritik aus den eigenen Reihen steht, will nicht zurücktreten. Seine Schattenminister laufen ihm in Scharen davon und Abgeordnete fordern ihn per Misstrauensantrag zum Rücktritt auf. Sogar Noch-Premierminister David Cameron, der große Verlierer des EU-Referendums, mischte sich in die Personaldebatte bei Labour ein. Vor den Augen von Millionen Briten rief er Corbyn zu: "Um Himmels Willen, gehen Sie endlich, Mann!"

Jeremy Corbyn
© APA/ AFP PHOTO / NIKLAS HALLE'N

Der Kern des Vorwurfs lautet: Er habe im Wahlkampf nicht geliefert, sein Engagement für den Verbleib in der EU sei mehr als lau gewesen. Ausgerechnet in Labour-Hochburgen im Nordosten Englands votierten deutlich mehr Wähler als erwartet für den Brexit - und trugen so zum Sieg des Austrittslagers bei. Zudem geht bei Labour die Angst um, mit Corbyn an der Spitze künftige Wahlen zu verlieren. Tatsächlich waren Corbyns Wahlkampfauftritte nicht gerade dazu angetan, Europa-Euphorie auszulösen. Etwa sein großer TV-Auftritt ein paar Tage vor der Wahl. Er sei "kein Liebhaber der Europäischen Union", bekannte er da. Musste das sein? Zwar gilt Corbyn eher als Europa-Skeptiker denn als EU-Fan - beim ersten Referendum 1975 hatte er noch für einen Austritt gestimmt - doch dieses Mal hatte er sich auf die Fahnen geschrieben, einen Brexit verhindern zu wollen.

Kommentare

Nachdem die beiden Knallköpfe gemerkt haben was sie mit ihrer hirnlosen Hetze angerichtet haben suchen sie nun das Weite. Eine bodenlose S.... Typisch Engländer, sie sollen die EU verlassen, lieber heute als morgen.

melden

Jetzt schleichen sich die "rechten" Populisten davon. Das ist alles, was sie können. Die Menschen aufhetzen, ihnen Ängste einreden und sie dann im Regen stehen lassen. Das kennen wir ja, wenn wir in der Geschichte zurückschauen. Ob Hofer immer noch vom Oexit redet?

Henry Knuddi
Henry Knuddi melden

wir schicken den briten jetzt hofer + bumsti zum regieren hin, mangels politiker, die wissen wies geht und wir sind sie los .....


Gekommen um zu zerstören. Also die Typen würd ich nicht zu mir nach Hause einladen; die hacken alles klein, und gehn dann einfach wieder.

Seite 1 von 1