Breivik-Prozess von

Die letzten Minuten der Opfer

Richterin weint bei Bericht vom Massaker auf Insel Utöya - Breivik hört unbewegt zu

Breivik-Prozess - Die letzten Minuten der Opfer © Bild: APA/EPA/HEIKO JUNGE

Im Prozess gegen den Massenmörder Anders Behring Breivik sind nun die letzten Minuten der Opfer noch einmal geschildert worden. Dabei rührten die grausamen Details des Blutbads auf der Insel Utöya selbst Richterin Wenche Elisabeth Arntzen. Sie konnte ihre Tränen nicht mehr zurückhalten.

Die Anwälte verlasen Gedenkworte an die Opfer, von denen das jüngste ein 15 Jahre altes Mädchen war.

Breivik hörte unbewegt zu und erklärte, er könne sich an die am Montag zur Verhandlung anstehende Tötung von 12 Jugendlichen im Insel-Cafe nicht im Detail erinnern. Sein Ziel sei gewesen, dort "so viele wie möglich hinzurichten", sagte der 33-Jährige nach Angaben der Zeitung "VG" aus dem Gerichtssaal.

Breivik hatte am 22. Juli letzten Jahres zunächst eine Bombe in Oslo detonieren lassen. Dabei starben acht Menschen. Dieses Verbrechen und das anschließende Massaker beim sozialdemokratischen Jugend-Ferienlager auf Utöya begründet er als "notwendig" beim Kampf gegen Zuwanderung aus der islamischen Welt und gegen die Befürworter einer multikulturellen Welt. Als wichtigste offene Frage beim Osloer Prozess bis zum 22. Juni gilt die Zurechnungsfähigkeit des geständigen, aber nicht reuigen Täters.