Breite Ablehnung gegen "Müttergehalt": Kdolsky hält nicht viel von Pröll-Vorschlag

Familienministerin: Keine Rückführung in Arbeitsmarkt Bures: Teilzeitarbeit für Pension begünstigt anrechnen

"Wir haben ein hervorragendes Kinderbetreuungsgeld, das mit der Staffelung bei 15 Monaten jetzt 800 Euro ausmachen wird im Gegensatz zu einer Mindestsicherung von 726 Euro", argumentiert Kdolsky. Sie befürchtet bei einem Müttergehalt, "dass wir keine Rückführung der weiblichen Fachkräfte wieder in den Arbeitsmarkt erzielen. Es wird zumindest schwierig oder nicht mehr gewollt".

Leitl: Nichtausstiegsprogramm hat Priorität
Leitl hatte bereits im "Standard" in dem Vorschlag Prölls eine falsche Prioritätensetzung erkannt. "Priorität eins hat für mich: Wir brauchen kein Wiedereinstiegsprogramm, sondern ein Nichtausstiegsprogramm. Damit man Sicherheit hat, dass durch Mutterschaft Karriere nicht unterbrochen oder beendet wird", meinte der Wirtschaftskammer-Präsident. Familie und Karriere müssten eben ein "Miteinander und kein Gegeneinander" sein. Ohne eine entsprechende Betreuung sei das unmöglich, deshalb müsse auch hier die Politik ansetzen. Wichtig sei auch, dass Kindergärten und Krippen Öffnungszeiten haben, die "wirklich attraktiv sind".

Bures will Neuberechnung der Pensionen
Frauenministerin Bures forderte in Ö1, dass Teilzeitarbeit für die Versorgung eines Kindes bei der Berechnung der Pension begünstigt werden soll. Jene Zeiten, wo man Teilzeit arbeitet, um Beruf und Familie vereinbaren zu können, sollten auch bei der Pension als vollzeitig äquivalent berechnet werden. "Wenn Teilzeitbeschäftigung zur Kinderbetreuung erfolgt ist, dann sollte das eine anderen Bewertung und Berücksichtigung finden."

Die FPÖ fordert zum Weltfrauentag mehr Geld für die Familien. Parteichef Heinz-Christian Strache schlug bei einer Pressekonferenz am Donnerstag ein "Müttergeld" oder "Müttergehalt" zusätzlich zum Kinderbetreuungsgeld vor. Ausgezahlt werden soll es bis zum vierten Lebensjahr des Kindes, in welcher Höhe lässt Monika Mühlwerth von der Initiative Freiheitlicher Frauen (iFF) offen und will das noch "durchrechnen": "Es wäre uns vorgeschwebt ein Gehalt von 1.000 Euro, aber das ist wirklich schwer zu finanzieren."

(apa/red)