Braunbär Bruno beschäftigt das Gericht: Deutscher klagt gegen Abschusserlaubnis!

Anwalt beharrt auf uneingeschränkten Naturgenuss

Der umstrittene Abschuss von Braunbär "Bruno" beschäftigt noch einmal die deutsche Justiz. Ein Anwalt habe beim Verwaltungsgericht München Klage eingereicht, bestätigte Gerichtssprecher Michael Kumetz entsprechende Berichte der Zeitungen "tz" und "Münchner Merkur". Bei der Klage gehe es um eine Feststellung der Rechtswidrigkeit der Abschusserlaubnis durch eine Allgemeinverfügung.

Der Anwalt klagt im eigenen Namen und beruft sich dabei auf sein Recht des uneingeschränkten Naturgenusses, das in der Bayerischen Verfassung verankert ist. Das Gericht wird im Laufe des Verfahrens zu prüfen haben, ob das Begehren zulässig und begründet ist.

Der aus Norditalien stammende "Bruno" war über Österreich nach Bayern eingewandert und nach anfänglicher Freude bald von den Behörden als "Problembär" eingestuft worden. Wegen mangelnder Scheu vor menschlichen Siedlungen war er wiederholt aufgefallen. Er plünderte Bienenstöcke und Hühnerställe und durchquerte alpenländische Ferienorte.

Deshalb wurde das Tier per Allgemeinverfügung zum Abschuss freigegeben - allen Jagdberechtigten in den betroffenen Landkreisen war damit erlaubt, den Bären zu töten. Am 26. Juni wurde der bärige Einwanderer erlegt. Der Abschuss sorgte für heftigen Protest bei Tierschützern, aber auch in "Brunos" Herkunftsland Italien. Gegen Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU), Mitarbeiter des Ministeriums und die bis heute unbekannten Jäger gingen bei der Staatsanwaltschaft München II zahlreiche Strafanzeigen ein, die jedoch keinen Straftatbestand sah. (apa/red)