"Brauchen dringend Exzellenzprogramm":
Rektor Winckler nimmt Politik in die Pflicht

Uni-Budget nicht ausreichend - weiterer Rückfall droht Top-Unis verfügen über ein fünffach höheres Budget

"Brauchen dringend Exzellenzprogramm":
Rektor Winckler nimmt Politik in die Pflicht © Bild: APA/Pfarrhofer

Politischen Handlungsbedarf sieht der Rektor der Universität Wien, Georg Winckler, angesichts der Ergebnisse des "Times Higher Education World University Rankings". Wie in Deutschland müsse es "unbedingt ein Exzellenzprogramm geben", die Qualität in Forschung und Lehre müsse dringend gesteigert werden, so Winckler gegenüber der APA. Stattdessen beschränke man sich aber hierzulande auf Fragen des Hochschulzugangs und der Gebühren.

Deutsche Exzellenz-Unis wie die Technische Universität (TU) München, die Freie Universität Berlin, die Universität Freiburg, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen oder die Universität Karlsruhe hätten sich im Ranking jeweils stark verbessert, so Winckler. Gleiches gelte für die direkten Schweizer Konkurrenten wie die beiden Eidgenössisch Technischen Hochschulen (ETH) in Zürich und Lausanne. Dies sei auch eine Folge einer geänderten Hochschulpolitik in diesen Staaten. Vor allem die deutschen Unis wären durch die Exzellenzinitiativen der vergangenen Jahre besser positioniert worden. Auch in Österreich müsse daher zur Hebung der Qualität in Forschung und Lehre ein Exzellenzprogramm des Wissenschaftsfonds FWF gestartet werden.

Für das kommende Jahr droht laut Winckler ein weiterer Rückfall der Uni Wien. Aufgrund der neuen Gebührenregelung rechne man mit 80.000 statt 70.000 Studenten. Die Verhandlungen über die Leistungsvereinbarungen gingen derzeit "aber nicht in die Richtung, dass wir die Zahl der Professuren entsprechend erhöhen können". Die Uni-Budgets hält Winckler für "nicht ausreichend".

Die Bedeutung von Rankings sieht der Rektor nicht zuletzt bei Berufungsverhandlungen steigen: Top-Forscher, aber auch Studenten würden sich durchaus bei der Wahl ihrer Uni daran orientieren, in diesem Zusammenhang hätten die Ranglisten eine selbstverstärkende Wirkung.

Die Top-Universitäten im Ranking haben laut Winckler ein mindestens fünfmal so hohes Budget sowie Zugangsregelungen bzw. Modelle der Studienplatzfinanzierung. Im Vergleich dazu kommen "wir uns vor wie ein Bergsteiger mit mangelnder Ausrüstung, der gleichzeitig noch einen schweren Rucksack tragen muss". Lösung könne ein Modell der Studienplatzfinanzierung wie an den Fachhochschulen (dort zahlt der Bund einen Fixbetrag pro Student, Anm.) oder anderen Staaten wie Dänemark sein.
(apa/red)