Gruppe A von

Fußball-Weltmeisterschaft 2014: Scolari "ziemlich glücklich"

Brasilien-Coach nach 0:0-Remis gegen Angstgegner Mexiko nicht enttäuscht

Scolari und Neymar © Bild: imago/Xinhua

Brasilien hat auch im zweiten Spiel der Fußball-WM nicht auf voller Länge überzeugen können. "Ein 0:0 ist nie ein gutes Ergebnis", musste Trainer Luiz Felipe Scolari nach dem Remis gegen Angstgegner Mexiko gestehen, bei dem die Gastgeber nicht nur am großartigem Tormann Guillermo Ochoa scheiterten. Weltmeisterlich agierte Brasilien jedenfalls noch nicht. Scolari war dennoch "ziemlich glücklich".

Nach dem etwas schmeichelhaften 3:1-Erfolg im Auftaktspiel gegen Kroatien agierte Brasilien beim zweiten Auftritt zwar unverkrampfter, blieb aber gerade in der Offensive gegen die von Routinier Rafael Marquez bestens organisierte mexikanische Abwehr vieles schuldig. "Wir treten hier gegen hochklassige Mannschaften an. Das muss den Leuten bewusst sein", gab Scolari nachher zu bedenken. "El Tri" bleibt für den fünffachen Weltmeister damit weiter ein höchst unangenehmer Gegner: Seit 1999 gewann Mexiko acht von 16 Begegnungen, Brasilien konnte bei vier Unentschieden nur vier Mal gewinnen.

Vor dem finalen Gruppenduell mit Kamerun am Montag steht den Favoriten die Tür ins Achtelfinale zwar weit offen, eigentlich wollte man aber mit einem Sieg gegen Mexiko bereits vorzeitig weiterkommen. "Dass wir Tabellenführer der Gruppe sind, macht dies nicht zu einem guten Ergebnis, denn mit einem Sieg wären wir für die nächste Runde qualifiziert gewesen. Aber wir müssen einfach akzeptieren, dass der Gegner sehr gut ist", betonte Scolari.

"Big Phil" positiv gestimmt

"Big Phil" resümierte insgesamt positiv. "Es war besser als gegen Kroatien. Es wird allmählich besser, und ich bin ziemlich glücklich mit dem, was ich gesehen habe", sagte der 65-jährige. Ob das auch auf die Leistung des neuerlich harmlosen Stürmers Fred zutraf, der prompt ausgepfiffen wurde, wollte er nicht beantworten. "Fragen Sie mich wirklich, ob ich an meine Spieler glaube? Ich arbeite mit dem Team und stelle auf, wen ich will. Ihr könnt euch eine eigene Aufstellung ausdenken. Das Problem ist: Ihr habt keinen Einfluss darauf, was ich denke", ätzte er auf diesbezügliche Fragen der brasilianischen Journalisten.

"Sind nicht frustriert"

Enttäuschend agierte am Dienstag auch das Mittelfeld, in dem sichtlich die Bindung fehlte. Und selbst Superstar Neymar konnte mit seinen Soloaktionen nicht den Unterschied ausmachen. "Wir sind nicht frustriert. Die Mannschaft hat einen guten Fußball gezeigt, wir haben alles getan, um zu gewinnen, aber der Torhüter hat viele Chancen zunichtegemacht. Spiele wie diese bereiten uns auf die Zukunft vor", sagte Verteidiger David Luiz. "Manchmal gewinnt eine Mannschaft die drei ersten Spiele 3:0, verliert dann und muss gehen."

Für die furchtlosen Mexikaner, die so wie Brasilien bei vier Punkten halten, und auf den sechsten Achtelfinaleinzug bei einer WM en suite hoffen dürfen, wird die Partie in Fortaleza ein Spiel für die Geschichtsbücher bleiben. Nicht zuletzt dank Ochoa, der den Gegner mit zahlreichen Paraden zum Verzweifeln brachte. "Das war das Spiel meines Lebens", meinte der 28-jährige Lockenkopf, zuletzt beim französischen Absteiger Ajaccio unter Vertrag und derzeit ohne Verein.

Hymne auf Ochoa

Eine wahre Hymne sang Trainer Miguel Herrera auf den "Man of the Match": "Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand bei einer WM schon mal eine vergleichbare Leistung gebracht hat wie Memo heute. Das hat dem Team Sicherheit gegeben." Seine Truppe jedenfalls tankte mit dem 0:0 viel Selbstvertrauen für das abschließende Spiel gegen Kroatien am Montag. "Wir hatten einen Plan, aber das Verdienst gebührt den Spielern, die ein Riesenspiel gemacht haben. Wir sind bereit, es mit jedem Gegner aufzunehmen", betonte Herrera.

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