Fußball-Weltmeisterschaft 2014: Brasilien ohne Neymar chancenlos?

Jungstar hielt gegen Mexiko dem Druck nicht stand und Team verpasste Sieg

Es wollte nicht so recht klappen mit dem zweiten Sieg für Brasilien bei dieser Fußball-WM. Die Gastgeber haben sich an Mexiko die Zähne ausgebissen und mussten sich mit einem 0:0-Remis begnügen. Daran konnte an diesem zweiten Spieltag der Brasilianer auch Superstar Neymar nichts ändern, dem kein Goldschuss wie gegen Kroatien gelingen wollte. Drängt sich die Frage auf, ob diese favorisierte Heim-Mannschaft vielleicht ein wenig gar zu abhängig von der Form Neymars ist?

von Brasiliens Neymar © Bild: imago/BPI

Frech und spielfreudig agierten die Mexikaner in der WM-Partie gegen Brasilien. Hatte die Heim-Mannschaft vor der Pause noch etwas die Nase vorne, so roch Mexiko nach der Pause die Lunte und griff mutig an, während ihr Hintermann, Torwart Ochoa, alles parierte, was von Seiten der „Selecao“ kam – und mutierte damit zu Mexikos neuem Superhelden.

Ganz im Gegenteil zu Brasiliens Neymar, der bereits länger diesen Superstar-Status inne hat, diesen aber in dieser Partie nicht ganz erfüllen konnte. Alle großen Chancen des erblondeten Stürmers, der bei der Nationalhymne vor Anpfiff Tränen in den Augen hatte, endeten im Nichts – oder in Ochoas Händen.

Spürbarer Druck

Ist es der große Druck, der auf den Schultern dieses brasilianischen Jungstars lastet? Für jeden war dieser spürbar, denn sobald Neymar am Ball war, ging ein Schimmer der Hoffnung durch die Arena in Fortaleza. Dabei mit Leichtigkeit zu agieren und den Ball ins Tor zu versenken, ist wohl ein großes Kunststück, dass dem 22-Jährigen an diesem Abend nicht gelang.

Scolari: "Neymar kann nicht allein gewinnen"

Trainer Scolari scheint bereits etwas genervt zu sein von diesem Personenkult – und damit einhergehenden Druck – der um seinen Superstar herrscht. „Neymar kann nicht allein gewinnen oder verlieren. In unserer Gruppe hat er vielleicht ein höheres Potenzial, aber er braucht seine Mitspieler“, analysierte der Brasilianer ganz richtig. Doch die Chance Brasiliens auf das Achtelfinale lebt natürlich trotz des enttäuschenden Remis weiter, schon ein 1:0 gegen Kamerun am Montag, den 23. Juni würde zum Weiterkommen reichen.

Kommentare

Oliver-Berg

Die Brasilianer machen immer denselben Fehler. Bauen den Druck zunächst auf einen Superstar auf und die restliche Mannschaft wird dabei ausgeklammert. Mehr und schneller über die Flügel spielen, schafft auch mehr Torchancen und Tore. Die Niederländer und Deutschen zeigen wie es geht.

Es könnte auch Taktik sein und Brasilien will ein vorzeitiges "Finale" gegen Deutschland verhindern. Ich (großer Italien-Fan) hoffe trotzdem auf die Niederlande, da dieses Team es endlich verdient hätte !!!

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