Brandkatastrophe in Egg durch heiße Asche? Feuer brach wahrscheinlich in Mistkübel aus

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Brandkatastrophe in Egg durch heiße Asche? Feuer brach wahrscheinlich in Mistkübel aus © Bild: APA/Mohr

Der Brand im Vinzenz-Altersheim in Egg (Bregenzerwald) dürfte durch in einen Mistkübel weggeworfene Zigarettenstummel ausgelöst worden sein. "Die Wahrscheinlichkeit, dass es so ist, hat sich verdichtet", sagte Vorarlbergs Sicherheits-Landesrat gegenüber der APA. Die Obduktion der Leichen ergab, dass die Opfer der Brandkatastrophe einer Rauchgasvergiftung erlagen. Die offizielle Verabschiedungsfeier für die elf Toten wird am 13. Februar stattfinden. Eine 92-jährige Patientin im Krankenhaus Dornbirn war laut Auskunft der behandelnden Ärzte weiter in Lebensgefahr.

Schwärzler betonte, dass im Seniorenheim Rauchverbot bestanden hat. Den Bewohnern sei es aber erlaubt gewesen, auf dem Balkon zu rauchen. Die bei den Branderhebungen gesicherten Spuren seien auf dem Weg nach Wien, wo sie ausgewertet werden sollen. Er hoffe, dass in zehn bis 14 Tagen ein Ergebnis vorliege, erklärte der Landesrat. Heinz Rusch von der Staatsanwaltschaft Feldkirch sagte auf APA-Anfrage, dass zunächst die Ergebnisse der Brandermittlung abgewartet werden müssten, bevor über die weitere Vorgangsweise entschieden wird. Ein beeideter Sachverständiger der Staatsanwaltschaft werde in die Ermittlungen einbezogen.

Verabschiedungsfeier
Die offizielle Verabschiedungsfeier für die elf Toten der Brandkatastrophe wird am 13. Februar stattfinden und von Gemeinde, Land und Diözese gemeinsam gestaltet, so Schwärzler. Beginn ist um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche Egg. Die Beisetzung der Verstorbenen werde dann im Kreise der Familie stattfinden.

Brandruine
Das Altersheim ist laut Schwärzler eine Brandruine und wird abgerissen. Wie es mit der Institution Vinzenzheim weitergeht, sei noch offen. Wie und wo ein eventueller Neubau errichtet werde, sei eine Entscheidung der Gemeindevertretung, berichtete Schwärzler. Seitens des Landes habe man Unterstützung zugesagt.

Konsequenzen
Weiters gab der Landesrat bekannt, dass die von Landeshauptmann Herbert Sausgruber angekündigte Überprüfung aller Vorarlberger Senioren- und Pflegeheime durch die Brandverhütungsstelle des Landes am Donnerstag gestartet wird. Zunächst gehe es darum, die Heime älteren Baudatums zu kontrollieren, sagte Schwärzler. Dabei handle es sich um etwa acht bis zehn Gebäude. Die Überprüfung dieser Institutionen könnte in rund zehn Tagen abgeschlossen sein, anschließend werde man die Kontrolle der restlichen Heime in Angriff nehmen. Mit einem Endbericht rechnete Schwärzler bis in vier bis sechs Wochen.

Schwärzler betonte, dass man sämtliche Empfehlungen der Brandverhütungsstelle umsetzen werde - unabhängig von den gesetzlichen Standards. Der Sicherheit werde absolute Priorität eingeräumt, unterstrich Schwärzler.

(APA/red)