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Brandgefahr in Teilen
Österreichs "extrem"

Streng verboten: Was Sie im Wald jetzt keinesfalls tun dürfen!

Waldbrand © Bild: APA/Lechner

Aufgrund der anhaltenden Hitze und nicht zu erwartender Niederschläge ist ab dem kommenden Wochenende in Niederösterreich und der Steiermark mit einer hohen Waldbrandgefahr zu rechnen.

In einzelnen Bereichen des Waldviertels stuft die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) die Brandgefahr ab Samstag sogar als "extrem" ein. Die konkreten Hot Spots sind unter http://go.apa.at/k1tOGTmG auf einer virtuellen Landkarte ersichtlich. In den entsprechenden Regionen hat es seit längerer Zeit nicht mehr flächendeckend geregnet. Infolge der hochsommerlichen Temperaturen ist die Vegetation ausgetrocknet. Bei dieser Ausgangslage könnte durch Unachtsamkeit beim Hantieren mit Feuer auf raschem Wege ein Waldbrand ausgelöst werden, gibt man bei der ZAMG zu bedenken.

Höchste Waldbrandgefahrenstufe

Auch das Europäische Waldbrandinformationssystem EFFIS hat für das nördliche Niederösterreich die höchste Waldbrandgefahrenstufe ausgegeben. "Sollte sich, so wie derzeit modelliert, die extrem heiße und trockene Witterung fortsetzen, ist mittelfristig mit einer außergewöhnlich hohen Gefährdung durch Waldbrände zu rechnen", heißt es dazu unter http://go.apa.at/n2Vhwj8j auf einem von der Wiener Universität für Bodenkultur betriebenen Waldbrand-Blog.

Die niederösterreichische Landesforstdirektion verweist im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen auf ein flächendeckendes Feuerverbot, das sich nicht nur auf die Wälder, sondern auch angrenzende unmittelbare Gefährdungsbereiche bezieht und das bereits vor der Hitzeperiode im Juli im Verordnungsweg von sämtlichen Bezirkshauptmannschaften erlassen wurde. "Die Waldbrandverordnung ist durchgehend bis Oktober in Kraft", betonte Forstschutzreferent Reinhard Hagen.

Für weitergehende Informationen ist der Forstschutzreferent des Landes NÖ unter der Nummer 02742/900 512 959 telefonisch erreichbar.

Gefährliche Situation in steirischen Wäldern

Die Hitze der vergangenen Wochen sowie in den bevorstehenden Tagen macht den steirischen Waldbesitzern Sorgen. Etwa 85 Prozent aller Brände im Forstbestand werden durch menschlichen Einfluss eingelöst, hieß es in der Aussendung des Landes am Donnerstag. Noch glimmende Zigaretten zählen zu den häufigsten Ursachen. In den vergangenen vier Jahren seien in der Steiermark rund 200 Waldbrände gezählt worden.

Besonders im März und April werden trockenheitsbedingt öfter Verordnungen für ein Rauchverbot in Wäldern von den Bezirkshauptmannschaften verhängt. Im Juli und August ist Hitze oft der Grund für die behördlichen Verbote. Die Verordnungen sind somit zwar nicht selten, aber derzeit sei die Situation besonders gefährlich, erklärte Landesforstdirektor Michael Luidold. Trotz des Regens der vergangenen Woche trockne der Humusboden rasch wieder aus.

Die Anzahl der Waldbrände schätzte der Landesforstdirektor als hoch ein, oft könnten sie aber rasch von den Feuerwehren gelöscht werden. Probleme gibt es, wenn die Flammen in umwegsamen Gelände ausbrechen, da könnten mehrere Hektar Wald schnell Feuer fangen und vernichtet werden. Besonders ein abgebrannter Schutzwald (Wald oberhalb von Dörfern, der vor Steinschlag und Erdrutschen schützt, Anm.) könne teuer werden. Anstelle des natürlichen Schutzes müssen oftmals Bauten errichtet werden, da das Wachstum nach dem Aufforsten lange dauert.

Die Verordnung, die derzeit in allen Bezirken der Steiermark gilt, wird nicht nur von den Förstern und der Berg- und Naturwacht kontrolliert, jeder Waldeigentümer oder Bürger kann eine im Wald rauchende Person anzeigen, meinte Luidold. Die Verordnung kann nur von der Bezirkshauptmannschaft wieder aufgehoben werden. Das passiere aber nicht nach nur einem Gewitter, sondern dafür sei ein Ende einer Hitzeperiode nötig.

Das ist verboten!

Grundsätzlich untersagt sind nicht nur offene Feuer, sondern auch das Rauchen sowie das Wegwerfen von Glasflaschen oder Glasscherben, die bei entsprechender Sonneneinstrahlung das Entzünden von Grasflächen bewirken können. Auch Autos dürfen nicht mehr auf Lichtungen oder waldnahen Wiesen abgestellt werden - die erhitzten Katalysatoren könnten sich entzünden. Wiesenflächen sind deshalb vom Verbot mitumfasst, weil die Landesforstdirektion damit Brände vermeiden möchte, die durch Funkenflug entstehen.

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