Brandenburg wählte seinen neuen Landtag: ozialdemokraten behaupten Führungsrolle

Linke trotz starken Verlusten zweitstärkste Partei

Brandenburg wählte seinen neuen Landtag: ozialdemokraten behaupten Führungsrolle © Bild: Reuters

Klarer Sieg für die SPD im deutschen Bundesland Brandenburg, leichter Zugewinn für die CDU. Bei der Landtagswahl parallel zur Bundestagswahl haben die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Matthias Platzeck ihre Führungsrolle behauptet, sind aber weiter auf einen Koalitionspartner angewiesen.

Nach den Prognosen von ARD und ZDF bleibt die Linke trotz Verlusten zweitstärkste Partei. Die bisher mit der SPD regierende CDU ist trotz eines leichten Stimmenzuwachses weit abgeschlagen. Platzeck kann nun sein Bündnis mit den in Brandenburg seit Jahren schwächelnden Christdemokraten fortsetzen oder sich die weit stärkeren und damit selbstbewussteren Linken ins Regierungsboot holen.

Die SPD kommt in ihrer seit der Wiedervereinigung 1990 ununterbrochen regierten ostdeutschen Hochburg auf 30 bis 31,5 Prozent (2004: 31,9). Die Linke erreicht nach den vor Schließung der Wahllokale erhobenen Prognosen 27,5 bis 30 Prozent (28,0), die CDU klettert auf 20,5 bis 21,5 Prozent. Mit übereinstimmend 8 Prozent (3,3) schafft die FDP nach 15 Jahren und drei vergeblichen Anläufen die Rückkehr in den Potsdamer Landtag. Auch die ebenso lange nicht mehr im Parlament vertretenen Grünen würden mit jeweils 5,5 Prozent (3,6) ins Parlament einziehen. Die rechtsextreme DVU wurde nach zwei Wahlperioden im Landtag mit 1 Prozent (ARD) abgewählt.

Platzeck sichert der SPD bereits seit 2002 als Nachfolger Manfred Stolpes in rot-schwarzen Regierungen die Macht. Mehr als 70 Prozent der Brandenburger zeigten sich vor der Wahl zufrieden mit der Arbeit des 55-Jährigen. Der Wahlkampf seiner Partei war denn auch ganz auf ihn zugeschnitten. Die Christdemokraten mit ihrer Spitzenkandidatin, Kulturministerin Johanna Wanka, hielten sich zudem mit Angriffen ebenso zurück wie die Linken mit ihrer Spitzenkandidatin und Fraktionsvorsitzenden Kerstin Kaiser, da beide in eine Regierung mit der SPD streben.

(apa/red)