Brandanschlag in Nordspanien: Trotz Waffenstillstand fällt Verdacht auf ETA

Feuer in Geschäft von baskischem Kommunalpolitiker

Rund einen Monat nach der Verkündung eines Waffenstillstands durch die ETA ist nach einem Brandanschlag in Nordspanien der Verdacht auf die baskische Untergrundorganisation gefallen. Alles deute darauf hin, dass die Brandstiftung in einem Laden des Kommunalpolitikers Mendive in der Region Navarra das Werk der ETA-nahen Guerilla Kale Borroka sei, sagte Spaniens Innenminister Rubalcaba am Samstag.

Die Tat sei mit dem Waffenstillstand "nicht in Einklang zu bringen". Beim "Kale borroka", dem ritualisierten Straßenkampf, richten Jugendliche vor allem an Wochenenden bei Ausschreitungen im spanischen Baskenland öfters gröbere Verwüstungen an. Der Brand war Samstag früh in einem Eisenwarengeschäft in dem Ort Baranain ausgebrochen.

Mendive ist ein Kommunalpolitiiker der konservativen Partei UPN. Die Täter hatten nach Angaben der Präfektur von Navarra die Scheiben des Ladens zerbrochen, eine brennbare Flüssigkeit in den Räumen verteilt und diese angezündet.

Die ETA hatte am 24. März überraschend einen Waffenstillstand verkündet. Spaniens Regierungschef Zapatero hatte erst vor wenigen Tagen versichert, dass die Untergrundorganisaiton diesen vollständig befolge. Die ETA kämpfte seit 1968 mit Gewalt für ein unabhängiges Baskenland in Nordspanien und im Südwesten Frankreichs. Ihr werden mehr als 800 Morde in den vergangenen 38 Jahren angelastet. (apa)