Bradley Mannings von

"Dachte an Selbstmord"

Mutmaßlicher Wikileaks-Informant äußerte sich vor Gericht zu den Haftbedingungen

Demonstranten kämpfen für die Freilassung des mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Brian Mannings. © Bild: Reuters/JOSE LUIS MAGANA

Schwere Vorwürfe erhob der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning zu den Haftbedinungen denen er in den USA ausgesetzt war. Der Soldat hat sich erstmals seit seiner Verhaftung öffentlich zu Wort gemeldet. In einer Anhörung vor einem Militärgericht in Fort Meade prangerte er am Donnerstag die Haftbedingungen nach seiner Festnahme im Mai 2010 an. Die Verteidigung argumentiert, dass er in der Untersuchungshaft über lange Strecken so schlecht behandelt worden sei, dass dies allein schon eine ausreichende Strafe sei oder zumindest eine Strafmilderung rechtfertige. Der Prozess gegen Manning ist für das Frühjahr 2013 geplant.

Dem Obergefreiten der US-Armee wird vorgeworfen, während seiner Stationierung im Irak die Internet-Plattform Wikileaks mit tausenden geheimen Dokumenten versorgt zu haben. Wikileaks hatte die Informationen über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie unzählige vertrauliche Diplomatendepeschen im Internet öffentlich gemacht.

Insgesamt ist Manning in 22 Punkten angeklagt. Am schwersten wiegt der Vorwurf, mit den Enthüllungen dem Feind geholfen zu haben - das allein könnte ihn lebenslang hinter Gitter bringen. Medienberichten zufolge hat sich Manning bereiterklärt, sich in weniger schwerwiegenden Anklagepunkten schuldig zu bekennen. Das könnte nach Ansicht von Rechtsexperten seine Chance erhöhen, vergleichsweise glimpflich davonzukommen. Um wegen Unterstützung des Feindes verurteilt zu werden, müsse die Anklage vorsätzliches Handeln nachweisen - was schwierig sei.

Untersuchungsheft in „Käfig“

In der Aussage des 24-Jährigen in der Anhörung ging es nicht um die Vorwürfe an sich, sondern ausschließlich um die bisherige Zeit in Untersuchungshaft. Manning war im Irak festgenommen und zunächst rund zwei Monate in Kuwait festgehalten worden. Danach verbrachte er neun Monate in Einzelhaft in einem Militärgefängnis in Quantico (US-Staat Virginia), bevor er schließlich unter etwas gelockerten Haftbedingungen in ein Gefängnis in Kansas verlegt wurde.


Dem Sender CNN zufolge schilderte Manning, dass er in Kuwait mehrfach an Selbstmord gedacht habe. "Meine Welt schrumpfte zu diesem Käfig zusammen. Ich dachte, ich werde in diesem Käfig sterben", sagte Manning mit Blick auf die Zelle, in der er damals festgehalten wurde. Besonders beklagte er sich aber über die Haftbedingungen in Quantico, wo er wegen mutmaßlicher Selbstmordgefahr anfangs ständig unter Beobachtung stand.

Anfangs habe man ihm seine Brille weggenommen, ohne die er nicht sehen könne, und wenn er geschlafen habe, dann immer mit Licht außen vom Flur in seinen Augen. Um Toilettenpapier habe er jedes Mal bitten müssen - es sei ihm in seiner Zelle verweigert worden, nachdem ein anderer Häftling es gezielt gekaut und sich dadurch erstickt habe, zitierten weitere Medien aus Mannings Aussage.

Kommentare

Hermann Gugger
Hermann Gugger melden

Die Vorgesetzten von diesem Herren sollten sich schon mal selbst an der Nase nehmen. Wie kann es sein, dass ein kleiner Gefreierter Zugriff auf 250.,000 brisante Dokumente bekommen hat. Sicher war die Weitergabe an Winkileaks nicht ok, aber der wir ja wie ein Schwerverbrecher behandelt und das ist nicht ok

wintersun melden

Tja, wie kann sowas passieren? Vielleicht war es gar KEIN Zufall dass dieser junge Mann Zugriff auf all diese Informationen hatte? Die Sache stinkt irgendwie...

Um die Freilassung von Bradley Manning sollte man sich dringend bemühen!

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