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Van der Bellen baut auf "Heimat"

"Staune selbst": Von Grünen unterstützter Kandidat mit traditionellen Botschaften

Präsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Präsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen baut in seiner ersten Plakatkampagne auf traditionelle Botschaften. "Heimat braucht Zusammenhalt" lautet einer der Slogans, die ab kommender Woche affichiert werden. Freilich will es der ehemalige Bundessprecher der Grünen nicht ganz so konservativ meinen, wie er bei der Präsentation am Montag andeutete: "Österreich hat vielen Heimat gegeben."

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"Ich staune selbst", sagte Van der Bellen nach der Enthüllung der vier Plakate vor dem Wiener Palais Schönburg. Zwei Motive zeigen den Kandidaten darauf auf einer Alm, eines in Gegenwart seines Hundes Chico und dem Satz "An Österreich glauben". "Das ist Tirol", erklärte er das Setting auf dem Kaunerberg, "es war das erste Bundesland, das mir eine Heimat gegeben hat". Van der Bellen hofft laut eigener Aussage, "dass man das Wohlfühlen in dieser Landschaft spürt".

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Zwei weitere Sujets bilden den von den Grünen unterstützten Kandidaten in den Gängen des Wiener Rathauses und im schwarzen Anzug dar. Dazu die Slogans: "Mutig in die neuen Zeiten" und "Wir alle gemeinsam". Eine optimistische Vision für Österreich, "eine voller Mut und Zuversicht" will der Kandidat mit seinen Botschaften verströmen, erklärte er selbst und weiter: "Ich versuche rauszukommen aus der Mieselsucht, die zur Zeit herrschen."

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Bescheiden gab sich Wahlkampfmanager Lothar Lockl, der gemeinsam mit der Agentur Jung von Matt/Donau an der Kampagne gearbeitet hat: "Uns ist bewusst, dass Alexander van der Bellen in dieser Wahl Außenseiter ist", definierte er die Rolle des derzeit Führenden in den Umfragen. In der ersten Welle werden ab 28. März 2.000 16-Bogen-Plakate und 13.000 A0-Flächen österreichweit affichiert.

PLAKATPRÄSENTATION MIT GRÜNEM PRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDAT VAN DER BELLEN
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Offen für Dreierkoalitionen und Minderheitsregierungen

Koalitionen von mehr als zwei Parteien würden künftig wohl auch auf Bundesebene zum Alltag gehören. Aus Salzburg sei ihm berichtet worden, dass es sogar zur Entspannung beitragen könne, "wenn sich nicht zwei Partner gegenübersitzen, die glauben, sie können nur profitieren, wenn der andere etwas verliert". Er denke dabei keineswegs nur an Konstellationen unter Beteiligung der Grünen, betonte er.

Auch Minderheitsregierungen funktionierten immer wieder, etwa in Skandinavien. In Österreich gebe es mit Ausnahme von 1970/71 zwar keinerlei Erfahrung damit. "Aber das heißt ja nicht, dass es nicht Situationen geben kann, wo man das versucht", so Van der Bellen. "Normalerweise halten die dann nicht eine ganze Legislaturperiode. Aber das ist kein schlagendes Argument, das tun Große Koalitionen häufig auch nicht."

Keine freiheitlich geführte Regierung

Nicht angeloben will der Grüne lediglich eine freiheitlich geführte Regierung. "Es gibt nach meinem Dafürhalten in Österreich eine einzige tatsächlich europafeindliche oder integrationsfeindliche Partei, das ist die FPÖ", so seine Begründung. Eine Regierung mit der ÖVP an der Spitze, auch unter Sebastian Kurz, ist für Van der Bellen hingegen "selbstverständlich" denkbar. "Da kann man schon im Detail unterschiedlicher Meinung sein", sagte er in Hinblick auf die jüngste Balkankonferenz, zu der Österreich Deutschland und Griechenland nicht eingeladen hatte. "Aber das stellt ja nicht der Verhältnis insgesamt infrage."

EU-Freund

Einmal mehr bekannte er sich zur EU. Es sei im - auch eminent ökonomischen - Interesse Österreichs, dass diese nicht zerbrösle. "Ich halte diese ständige Geißelung der EU - die EU versagt da, die EU versagt dort - für groben Unfug." Wer versage, sei der Europäische Rat, also die Versammlung der Kanzler und Ministerpräsidenten. "Genau dort lokalisiere ich einen schweren Konstruktionsfehler in der jetzigen Union, der die Beschluss- und Handlungsfähigkeit der EU gefährdet."

So steht er zur Flüchtlingspolitik

In der Flüchtlingsfrage zeigte er Verständnis dafür, "dass es auf die Dauer nicht geht, dass Schweden, Deutschland und Österreich allein die Verantwortung für das Flüchtlingsdrama aus dem Nahen Osten übernehmen" und "dass es diesen drei Ländern einmal reicht". "Der Zorn sollte sich aber nicht gegen die Flüchtlinge richten, sondern die anderen 25 Mitgliedsstaaten der Union." Eine gesetzliche Absicherung von Österreichs Asylwerber-"Obergrenze" hält er für verfassungswidrig, "mit dieser Meinung bin ich ja keineswegs allein".

Van der Bellens Wunschgegner

Einen Wunschkandidaten für die Stichwahl hat der frühere Bundessprecher der Grünen schon ausgemacht, nämlich FPÖ-Kandidat Norbert Hofer. "Weil hier klare Positionierungen aufeinandertreffen. Einer, der sozusagen den alten Nationalstaat wieder will, und jemand wie ich, der glaubt, dass Österreich in einer, nicht genau in dieser, aber in einer Europäischen Union gut aufgehoben ist", meinte Van der Bellen.

+++ BP-Wahlkampf-News +++

Lugner braucht noch 800 Unterschriften. Nicht allzu groß sind die Chancen für Baumeister Richard Lugner, am Stimmzettel der Bundespräsidentenwahl am 24. April zu stehen. Ihm fehlten Montag zu Mittag noch 800 Unterschriften auf die nötigen 6.000. Das heißt, dass er Montag und Dienstag jeweils 400 sammeln muss - ein schwieriges Unterfangen, das viel Einsatz verlangt. Deshalb hat Lugner vor jedem Wiener Magistratsamt zwei Mitarbeiter stehen, die sich bemühen, die Vorbeigehenden zur Unterstützungsunterschrift zu überreden. Und weil es die Karwoche ist, verteilen Lugners Leute Ostereier - "das ist ein erlaubtes Geschenk", so der Baumeister im Gespräch mit der APA. Hoffnung hat er noch. Denn "die Leute sind sehr positiv, wenn man sie anspricht, unterschreiben sie gerne".

Richard Lugner und Ehefrau Cathy
© APA/HERBERT NEUBAUER

Auch Marschall erhielt Nachfrist. Nicht nur Lugner, auch EU-Austrittspartei-Obmann Robert Marschall hat von der Bundeswahlbehörde die Nachfrist bis morgen, Dienstag, zugestanden bekommen, weil er zwar den Wahlvorschlag eingereicht, aber noch nicht 6.000 Unterschriften hatte. Wie sein Stand ist, verriet er nicht - nicht einmal den ausgewählten Medien, denen er die Teilnahme an seiner Pressekonferenz am Montag gestattete.

Kommentare

Oliver-Berg

Ausgerechnet den Begriff Heimat zu strapazieren, wo wir über ein Jahr lang jeden dahergelaufenen als Flüchtling getarnten Nahostler blind ohne Registrierung aufgenommen und liebevoll zu den Deutschen durchgewunken haben, zeigt von Ironie. Den Grünen ist wohl nichts zu blöd aber auf die Blauen zu hacken.


HEIMAT bist Du kleiner und armseliger Söhne.
Der Bellen sieht bei Interviews immer aus wie der Ochs vorm neug'strichenen Tor. Er will immer was G'scheites sagen. Aber es will nie gelingen. Ein hilfloser und zerstreuter Professor halt.
Wir der der Präsident, brauch ma uns über Lacher der Welt nicht zu wundern.


christian95 melden

"Heimat" diesen Begriff verwendet oftmals die FPÖ, das ist neu für die Grünen. Ist er auf einmal ein Rechter?

Auch das ist neu: Noch nie hat ein Bundespräsident erklärt, er will den Wählerwillen nicht akzeptieren und eine FPÖ Angelobung verweigern, egal was die Leute wählen.....

christian95 melden

Noch nie war ein Bewerber so parteipolitisch eingestellt. Nachdem SPÖ+ÖVP weit unter 50% liegen würde er eine 3er Koalition angeloben; - mit den Grünen natürlich. In den Ländern wo Rot oder Schwarz abgewählt wurde standen sofort die Grünen zu weiteren Mehrheitsbeschaffung zur Verfügung. - Und schon bleibt alles wie gehabt.

christian95 melden

Österreich brauch keine 3er Koalition. Mit 10% wollen die Grünen in eine Regierung, daher muss man die FPÖ ausschließen. Dazu sagen sie auch noch Demokratie.

Schnadahuepfl melden

christian, der blaue Rührer tönte kürzlich, er würde als BP den Faymann nicht angeloben. Dein Hofer liess verlauten, er werde als BP sofort den Nationalrat auflösen, um Neuwahlen zu erzwingen, wer weiss, wie lange die derzeitige Hausse der F-en noch anhält.
Also nicht den Empörten spielen, das wirkt angesichts der Aussagen der blaunen Politiker mehr als gekünstelt.

neusiedlersee melden


Der BP muss jeden angeloben, der eine Mehrheit hinter sich hat. Oder zurücktreten.

Oliver-Berg
Oliver-Berg melden

Er kann es ja auch so machen, wie Klestil mit saurer Miene einem ihm nicht genehmen Bundeskanzler angeloben. Das hatten wir schon.

Ja ja, wers glaubt wird selig.....

>Wie FDB schon sagte... Ich glaubs selbst nicht..
Aber Hut ab... so offiziell ganz Österreich zu vera... hat schon was...
Weil's eh scho wurst ist??

Oberon
Oberon melden

"Heimat braucht Zusammenhalt". Ein Slogan der Grünen? Kaum zu glauben, dass die sich an Österreich erinnern! Denn - ich habe selten so eine Österreich(er)-feindliche Partei erlebt, wie es die Grünen sind. Zuerst kommen alle Anderen, dann erst die Einheimischen. Um glaubwürdig zu sein, braucht's daher in diesem Fall mehr, als einen heimattreuen Slogan.

giuseppeverdi melden

Bravo Oberon, dieses Posting bedarf keiner weiteen Erklärung oder eines Zusatzes!

giuseppeverdi melden

Der "Grün-Verräter" erinnert sich an Österreich? Genauso wie der "unabhängig" ist, genau so lügt der mit dem Heimatplakat. Gott schütze Österreich vor solchen Leuten. Aber manchmal glaube ich, dass die Bevölkerung so dumm ist und den oder den Khol oder auch den Hundstorfer wählen wird. Für mich kommt die einzige, keiner Partei zugehörigen Frau, eine Richterin in Frage: Griss for President!

neusiedlersee melden


Die liebe Oma Irmgard in ihren abgetragenen G'wandeln soll die wirklich Österreich repräsentieren?
Sie ist sicher nicht schädlich wie der Bellen, aber so etwas als Bundespräsident.
Ich trau mir dann nicht mehr zu sagen, ich bin Österreicher.

Oberon
Oberon melden

Ah, der Herr Oberlehrer wieder einmal! Sind unsere Politiker aufgetackelt wie die Pfingsochsen, jammern Sie. Sind sie dagegen abgerissen, dann passt's Ihnen auch wieder nicht.
Ist doch sowieso wurscht, unsere Politiker werden doch eh auf Kosten der Steuerzahler fein gewandet, da schadet's doch nicht, wenn die Frau Griss VOR der Wahl ein bisschen bescheiden tut. NACH der Wahl legt .....

Oberon
Oberon melden

.....sich das sowieso wieder. :-))

giuseppeverdi melden

Ja VIELLEICHT hat Sie ein abgetragenes Gewand. Aber braucht Sie ein neues? Hier geht es darum, was diese Frau mit Ihrem Verständnis von Recht und Amtsführung in der Lage ist zu leisten. Ein abgeleckter Khol oder auch Hundstorfer hat zwar je einen Anzug, aber sie sind in ihrem politischen Denken auf eingefahrenen Geleisen unterwegs. Also was ist ihnen jetzt lieber? Bestimmt Hundstorfer oder Khol,..

giuseppeverdi melden

...oder auch van der Bellen, weil Sie in Ihrem engen politischen Denken nicht in der Lage sind, über Ihren eigenen Schatten zuspringen und immer das Kreuzerl am selben Platz machen. Der Uropa hat es getan, der Opa hat es getan und die Eltern auch, also Sie auch. Deshalb ändert sich in diesem Land politisch nichts weil es zu viele Leute Ihres Schlages gibt!

Rumor13 melden

Ja ja unser "parteiunabhängiger" Kandidat.Wenns nach ihm geht werden alle Schleusen geöffnet und Ö nimmt halb (besser ganz) Afrika auf.......je mehr desto besser.

christian95 melden

"Europa schafft sich ab".
Thilo Rarrazin hat das alles vorausgesagt. Was musste er dafür für Prügel einstecken.

wheeler1
wheeler1 melden

Na klar, Österreich nimmt halb Afrika auf. Am besten die Schwarzen, die dealen dann überall auf den Bahnhöfen und unsere Kinder sind dann zu einem Drittel rauschgiftsüchtig. Armes Österreich....

Mir wird jetzt schon schlecht....

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