Der Tag danach von

Der Tag nach
Van der Bellens Wahlsieg

So reagierte die Welt auf Österreichs neuen Präsidenten

Van der Bellen © Bild: APA/AFP/JOE KLAMAR

Der neue Bundespräsident heißt Alexander Van der Bellen. Er konnte im Vergleich zur ersten Stichwahl die Wähler besser mobilisieren als sein Konkurrent Norbert Hofer. Weltweit wurde der Wahlausgang kommentiert und beobachtet - für machen war das Ergebnis eine Erleichterung, für andere eine Enttäuschung.

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Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich beispielsweise erleichtert über den Sieg von Van der Bellen: "Ich freue mich, dass Herr Van der Bellen gestern in Österreich gewonnen hat", verkündete sie. Weniger erfreut zeigten sich europaweit die Rechtspopulisten. Die rechtspopulistische deutsche Partei AfD sprach von einer "Angstkampagne" gegen Hofer. Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen von der Front National twitterte am Sonntagabend: "Glückwunsch an die FPÖ, die sich mutig geschlagen hat: Die nächsten Parlamentswahlen werden solche ihres Sieges sein."

»Ob das Staatsoberhaupt Alexander Van der Bellen oder Norbert Hofer heißt - am Wesentlichen ändert das nichts«

Internationale Pressestimmen begrüßen zwar Großteils den Wahlsieg von Van der Bellen, einige sehen damit aber die politischen Probleme nicht gelöst. So schreibt die Budapester Zeitung "Magyar Idök": "Ob das Staatsoberhaupt Alexander Van der Bellen oder Norbert Hofer heißt - am Wesentlichen ändert das nichts. In Österreich ist nämlich das seit dem Zweiten Weltkrieg bestehende, auf der Großen Koalition von Linken und Rechten gegründete politische System gescheitert."

"Hofer ist nur gegenwärtig geschlagen, viele Probleme bleiben ungelöst", heißt es in der slowenischen Zeitung "Vecer". Bosnische Medien sehen indes die Niederlage des FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer auch als Dämpfer für den bosnisch-serbischen Präsidenten Milorad Dodik. Dieser habe sich wieder einmal mit einem Wahlappell geirrt, schreibt die bosnische Presseagentur Fena.

Der Tag nach der Wahl im Überblick:

17:15 Uhr: Vorarlberg fertig ausgezählt

Am Montag hieß es noch warten auf das Briefwahlergebnis: In Vorarlberg erhielt Alexander Van der Bellen fast drei Mal so viele Briefwahlstimmen wie Norbert Hofer (FPÖ). Für Van der Bellen kamen mit der Auszählung der Briefwahlkarten am Montag 19.781 Stimmen dazu, für Hofer waren es 6.702. Damit verbesserte sich Van der Bellens vorläufiges Vorarlberger-Ergebnis von 60,4 auf 62,5 Prozent.

Der 72-jährige Ex-Grünen-Chef übertraf damit das Ergebnis der annullierten Stichwahl im Mai um 3,9 Prozentpunkte. Hofer fiel von 41,4 Prozent Zustimmung im Mai auf nunmehr 37,5 Prozent zurück. Die Wahlbeteiligung inklusive der Wahlkarten lag bei 67,9 Prozent, womit der bei der ersten Stichwahl erzielte Wert um 2,9 Prozentpunkte gesteigert wurde. In Vorarlberg sind am Montag 26.779 Briefwahlkarten ausgezählt worden, im Mai waren es noch 29.279 gewesen. Die Van der Bellen-Dominanz bei den Briefwahlstimmen fiel dieses Mal sogar noch deutlicher aus als im Mai, als Hofer 30,8 Prozent der Briefwahlstimmen auf sich verbuchen konnte. Am Montag waren es lediglich 25,3 Prozent.

16:54 Uhr: Enttäuschte Rechtspopulisten

Die AfD hat den Sieg von Norbert Hofer bei der Bundespräsidentenwahl herbeigesehnt. Hätte der FPÖ-Politiker die Abstimmung gewonnen, dann wäre das Rückenwind für die deutschen Rechtspopulisten gewesen. Dass Hofer es jetzt nicht in die Hofburg geschafft hat, dämpft die Stimmung in der AfD ein wenig. AfD-Chef Jörg Meuthen spricht am Tag nach der Wahl von einer gewissen "Betrübnis" seiner Partei. Doch Meuthen relativiert das österreichische Ergebnis gleich. Er sagt: "Es ist vielleicht noch nicht ganz so weit". Und: "Das ändert nichts an der grundsätzlichen Richtung."

16:23 Uhr: Hofer bedankt sich

Via Facebook hat sich Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer bei allen Unterstützern bedankt und schreibt: "Ich hätte so viele gute Vorschläge und schöne Pläne für unser wunderschönes Land gehabt. Viele von denen werden jetzt leider nicht umgesetzt werden."

15:56 Uhr: Merkel froh über Van der Bellens Wahl

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist erleichtert über den Sieg des Grünen-nahen Alexander Van der Bellen über den Rechtspopulisten Norbert Hofer bei der Bundespräsidentenwahl in Österreich. "Ich freue mich, dass Herr Van der Bellen gestern in Österreich gewonnen hat", sagte Merkel am Montag bei einer Hallenbesichtigung in Essen für den CDU-Bundesparteitag an diesem Dienstag und Mittwoch.

"Ich denke, sein Ansatz, alles daran zu setzen, auch die Bevölkerung in Österreich wieder zusammenzuführen, ist richtig", fügte die konservative Politikerin hinzu. Van der Bellen hatte nach einem langen Wahlkampf bei der wiederholten Stichwahl um das Präsidentenamt in Österreich am Sonntag seinen Kontrahenten, den FPÖ-Kandidaten Hofer, geschlagen.

15:12 Uhr: Häupl sieht beruhigende Wirkung

Wiens Bürgermeister Michael Häupl hat am Montag seine Freude über Van der Bellens Wahlsieg bekräftigt. Er sei "sehr stolz" auf die hohe Zustimmungsrate der Wiener für den "weltoffenen, proeuropäischen" Kandidaten, der für das Verbindende in der Gesellschaft stehe. Was die Auswirkungen betrifft, ortet der Stadtchef eine beruhigende Wirkung auf den Bund. "Es will ja niemand vor der Zeit (vor Herbst 2018, Anm.) eine Nationalratswahl. Das ist auch nicht mein Wunsch, es kann nur sein", sagte Häupl gegenüber Journalisten zu Spekulationen um eine Vorverlegung der Nationalratswahl auf 2017. Er glaube aber, dass das gestrige Ergebnis "beruhigend" wirke.

14:42 Uhr: Fazit zur BP-Wahl

So kann man es auch sehen:

14:23 Uhr: Rund 4 Millionen verfolgten Berichterstattung

Ein enormes Interesse hat es am Wahlsonntag an der TV-Berichterstattung zur Bundespräsidentenwahl gegeben: Spitzenreiter war der ORF, der mit seinen Wahlsendungen insgesamt 3,972 Millionen Österreicher bzw. 54 Prozent der TV-Bevölkerung erreichte. Die meisten Zuseher versammelten sich dabei vor "Zeit im Bild" um 19.30 Uhr: 1,49 Millionen Seher, 50 Prozent Marktanteil.

14:05 Uhr: Wiener FPÖ sieht keine Kampagnen-Fehler

Die Wiener FPÖ glaubt nicht, dass Fehler im Wahlkampf passiert sind - auch wenn in der Bundeshauptstadt am gestrigen Sonntag im Ländervergleich am wenigsten Wähler, nämlich rund 36 Prozent, für den blauen Hofburg-Kandidaten Norbert Hofer votierten. "Ich glaube wirklich, dass unsere Kampagne sehr gut gelaufen ist", versicherte Rathaus-Klubchef Dominik Nepp am Montag im APA-Gespräch. Er habe nicht den Eindruck, dass da etwas falsch gelaufen sei. Man habe 36 Prozent erreicht und damit nur sehr wenig im Vergleich zum ersten Wahlgang verloren. Das sei bemerkenswert, denn: "Gerade in Wien ist die Allianz gegen Norbert Hofer besonders vehement aufgetreten."

13:37 Uhr: Finden Sie den neuen Präsidenten?

Nachdem der Wahlsieg feststand, war der Rummel um den neuen Bundespräsidenten Sonntagabend groß: Van der Bellen postete auf Facebook ein Foto, unter das er schrieb: "Suchbildrätsel: Finden Sie den gewählten Bundespräsidenten?"

13:09 Uhr: Schuldzuweisungen

Bundespräsidentschaftskandidat Hofer hatte am Sonntag erklärt, Mitterlehners Wahlempfehlung für Van der Bellen sei ausschlaggebend für seine Niederlage gewesen. Vizekanzler Mitterlehner will hingegen für die Niederlage nicht verantwortlich sein. Seine öffentlich geäußerte Präferenz für Van der Bellen allein hätte dies jedenfalls nicht verursacht: Das wäre "zu viel der Ehre", meinte Mitterlehner am Montag auf Ö1. Er denkt viel eher, die FPÖ versuche, einen Keil in die Volkspartei zu treiben.

12:54 Uhr: Noch-Präsident Fischer zur Wahl

Alt-Bundespräsident Heinz Fischer hält das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl für eines, "mit dem man zufrieden sein kann und soll". Fischer gratulierte am Montag seinem Nachfolger Alexander Van der Bellen "sehr herzlich" und betonte, dass er ihm das Amt des Bundespräsidenten "mit gutem Gewissen" übergeben könne.

"Der Bundespräsident hat Zustimmung aus den verschiedensten Teilen der österreichischen Bevölkerung - vom Kaunertal bis zur Akademie der Wissenschaften und von ehemaligen Au-Besetzern bis zu den Spitzen in Politik, Wirtschaft und Kultur erhalten und dennoch war es ein knappes Ergebnis", meinte Fischer. "Das Ergebnis unterstützt die Bemühungen, dass wir uns um Europa nicht abgrenzen, sondern versuchen die Chancen bestmöglich zu nützen, die in der Europäischen Zusammenarbeit liegen."

12:42 Uhr: Minister gratulieren Van der Bellen

Auch aus den Reihen der Bundesregierung wird dem neuen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen gratuliert, mehrere Minister deponierten ihre Glückwünsche via Facebook. Jörg Leichtfried (SPÖ) zeigte sich erleichtert, sah das Ergebnis angesichts der reinen Zuschauerrolle von SPÖ und ÖVP bei der Stichwahl aber auch als "klaren Auftrag".

Die Regierungsspitze hatte Van der Bellen bereits am Sonntag beglückwünscht. Infrastrukturminister Leichtfried zeigte sich am Montag ebenfalls erfreut über die Kür Van der Bellens: "Ich freue mich aufrichtig, dass er unser Präsident wird, weil ich glaube, dass er alles mitbringt, was es für diese ehrenvolle Aufgabe braucht." Einerseits sei er "auch ein bisschen erleichtert" über das Wahlergebnis gewesen, andererseits zeige Hofers Ergebnis, dass sich fast die Hälfte der Österreicher von der "politischen Mitte" nicht mehr vertreten fühle, "nicht mehr ernst genommen", meinte Leichtfried. "Das war ein deutlicher Protest. Da waren viele unzufrieden und wollten, dass wir das endlich verstehen."

"Bin ich froh, dass es so ausgegangen ist", freute sich Leichtfrieds Parteikollegin Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser in einem Posting. Sie wünsche Van der Bellen "viel Kraft, die er jetzt brauchen wird, um die aufgerissenen Gräben wieder zu schließen". Österreich sei bei dieser Wahl international und europaweit unter Beobachtung gestanden, man habe aber gezeigt, "dass wir für Weltoffenheit und Vernunft stehen", betonte SPÖ-Staatssekretärin Muna Duzdar. Van der Bellen werde das Ansehen Österreichs in der Welt stärken. Kanzleramtsminister Thomas Drozda und Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (beide SPÖ) gratulierten ebenfalls.

Dies tat auch Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) auf Facebook. Van der Bellen müsse nun "das Gemeinsame vor das Trennende stellen und an einem Österreich arbeiten, das in seiner Vielfalt geeint ist". ÖVP-Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter freute sich auf eine gute Zusammenarbeit "für ein lebenswertes Österreich in einem starken Europa".

12:36 Uhr: Fischer mit Ergebnis zufrieden

Alt-Bundespräsident Heinz Fischer hält das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl für eines, "mit dem man zufrieden sein kann und soll". Fischer gratulierte am Montag seinem Nachfolger Alexander Van der Bellen "sehr herzlich" und betonte, dass er ihm das Amt des Bundespräsidenten "mit gutem Gewissen" übergeben könne.

Heinz Fischer
© APA/Herbert Neubauer

"Der Bundespräsident hat Zustimmung aus den verschiedensten Teilen der österreichischen Bevölkerung - vom Kaunertal bis zur Akademie der Wissenschaften und von ehemaligen Au-Besetzern bis zu den Spitzen in Politik, Wirtschaft und Kultur erhalten und dennoch war es ein knappes Ergebnis", meinte Fischer. "Das Ergebnis unterstützt die Bemühungen, dass wir uns um Europa nicht abgrenzen, sondern versuchen die Chancen bestmöglich zu nützen, die in der Europäischen Zusammenarbeit liegen."

Das Wichtigste wird seiner Ansicht nach jetzt sein, aufzuhören in Hofer- und Van der Bellen-Wähler zu unterscheiden. Das sei "keine Punze, die man ein Leben lang trägt". Für Fischer ist es jetzt wichtig zu sagen: "Wir sind wieder Österreicher." Van der Bellen müsse jetzt selbst wissen, was zu tun sei. Der künftige Bundespräsident werde sich bemühen, das Amt in seiner ruhigen Weise wahrzunehmen. Er sei nach allen Seiten gesprächsfähig und finde auch im Ausland Anerkennung. Eine Schablone, wie man das Amt anlegt, gebe es nicht, das müsse Van der Bellen selbst entscheiden. Eine Einweisung werde er ihm "ganz sicher nicht geben", betonte Fischer. So wie in der Vergangenheit könne er aber auch in Zukunft Dinge mit dem neuen Bundespräsidenten besprechen, aber "die Verantwortung hat er selbst".

12:30 Uhr: Deutsche Regierung begrüßt Wahlausgang

Die deutsche Bundesregierung hat die Wahl von Alexander Van der Bellen zum neuen österreichischen Präsidenten begrüßt. Weil das amtliche Endergebnis noch ausstehe, habe Bundeskanzlerin Angela Merkel dem neu gewählten Staatsoberhaupt aber noch nicht gratuliert, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Österreich ist für uns ein ganz enger Freund und Nachbar", fügte Seibert hinzu. Auch mit dem neuen österreichischen Bundespräsidenten werde die Bundesregierung die Zusammenarbeit "im Geiste unseres engen Verhältnis und im Geiste der vielen europäischen Aufgaben, die vor uns liegen" fortsetzen.

12:22 Uhr: Strache: "Unsere Zeit kommt"

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat am Montag nach der Wahlniederlage von FPÖ-Kandidat Norbert Hofer bei der Bundespräsidentschaftswahl bereits in die Zukunft geblickt: "2017 wird das Jahr der Freiheitlichen! Unsere Zeit kommt!", postete Strache auf Facebook. Die Partei habe am Sonntag "Geschichte geschrieben", meinte der FPÖ-Obmann in seinem Eintrag. "Heute, naja, heute geht der eine oder andere von uns vielleicht mit einer Sonnenbrille einkaufen, aber morgen arbeiten wir noch härter weiter, für unser Österreich und unsere Kinder", so der Parteichef.

Strache und Hofer
© APA/HANS KLAUS TECHT

12:02 Uhr: So reagiert das Netz

Zwischen Freude und Frust - Alexander Van der Bellen ist Bundespräsident und das überraschend deutlich. Die Sozialen und klassischen Medien geben sich erstaunt und verarbeiten Sieg und Niederlage öffentlich – mal mehr und mal weniger gut.

Lesen Sie auf "newsbubble.at", wie das Netz auf den Wahlausgang reagierte.

11:47 Uhr: Heute keine Pressekonferenz

Am Montag gibt es nun anders als zunächst erwartet kein Medienstatement von Van der Bellen. Der Sieger der Bundespräsidentenwahl werde frühestens am Dienstag, jedenfalls aber erst nach Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses durch Innenminister Wolfgang Sobotka, ein Pressestatement abgeben, hieß es in einer Aussendung.

11:41 Uhr: "Es ist bei meisten eine Art Erleichterung"

Finanzminister Hans Jörg Schelling sieht nach der Bundespräsidentenwahl in Österreich mit dem Sieger Alexander Van der Bellen "bei den meisten eine Art Erleichterung". Vor Beginn der Eurogruppe am Montag in Brüssel sagte Van der Bellen, dem Rechts- aber auch Linkspopulismus in der EU sei damit aber "noch kein Einhalt geboten".

11:29 Uhr: Hoffen auf Abbau der Polarisierung

Die ehemalige unabhängige Hofburg-Kandidatin Irmgard Griss hat am Montag Alexander Van der Bellen "herzlich" zum Wahlsieg gratuliert. "Jetzt heißt es, die Polarisierung in Österreich wieder abzubauen und aufeinander zuzugehen", schrieb Griss, die letztlich den früheren Grünen-Chef unterstützt hat, auf Facebook.

Die herrschende Polarisierung im Land werde nicht von selbst verschwinden, man müsse viel tun, um die Spaltung zu überwinden, meinte Griss. Es gelte, so wie es die Holocaust-Überlebende Gertrude in ihrem Video, das im Wahlkampf millionenfach angesehen wurde, getan hat, "das Gute in den Menschen" anzusprechen, meinte die ehemalige Höchstrichterin.

11:20 Uhr: Das schreibt die internationale Presse

"Magyar Idök" (Budapest):
"Ob das Staatsoberhaupt Alexander Van der Bellen oder Norbert Hofer heißt - am Wesentlichen ändert das nichts. In Österreich ist nämlich das seit dem Zweiten Weltkrieg bestehende, auf der Großen Koalition von Linken und Rechten gegründete politische System gescheitert. (...)

"Dernieres Nouvelles d'Alsace" (DNA) (Straßburg):
"Die kleine Bundesrepublik Österreich hat geschwankt, ist aber nicht umgefallen. Alles andere als das.

"Neue Zürcher Zeitung":
"Wer nun allerdings versucht ist, zu jubeln und sich zurückzulehnen, sollte dennoch kurz innehalten. Die Spannungen in der großen Koalition sind akuter denn je, der politische Stillstand verschärft sich, ein Sieg der FPÖ bei vorgezogenen Neuwahlen bleibt wahrscheinlich.

"Vecer" (Maribor):
"In einer überhitzten Atmosphäre, in der in ganz Europa angesichts der fremdenfeindlichen, flüchtlingsfeindlichen und antieuropäischen Stimmung auch der Aufstieg von populistischen, vor allem aber rechtsextremen Parteien erwartet wird, hat Österreich bewiesen, dass es eine ermunternde Ausnahme sein kann, ein Wegweiser für ein toleranteres und gerechteres Europa, das zusammenhalten und die Probleme verantwortungsvoll anpacken will.

"La Repubblica" (Italien) :
"Van der Bellen Präsident in Österreich. Der Populist Hofer abgestraft"

"Le Monde" (Frankreich):
"Ein Teil der Wählerschaft ist vielleicht aufgeschreckt, um den internationalen Ruf Österreichs zu schützen." (Online-Ausgabe, "Le Monde" am Sonntagabend)

10:39 Uhr: Briefwahl-Auszählung gestartet

Am Tag nach der Bundespräsidenten-Stichwahl hat am Montag die Auszählung der Briefwahlstimmen begonnen. Am Wahlsieg Alexander Van der Bellens wird dies nichts mehr ändern, der Abstand gegenüber Norbert Hofer dürfte aber anwachsen. Bereits in der Urnenwahl schlug Van der Bellen Hofer mit 51,68 Prozent klar, inklusive Briefwahlstimmen wird er laut Hochrechnern auf über 53 Prozent kommen.

Anders als bei der aufgehobenen Stichwahl im Mai, als die Briefwähler das Ergebnis noch zugunsten von Van der Bellen drehten, werden sie diesmal nicht den Ausschlag geben. Denn schon bei den am Wahlsonntag ausgezählten Urnenwählern liegt Van der Bellen mit den genannten 51,68 Prozent deutlich vorne. Und die Erfahrung zeigt, dass die Grünen bei Urnengängen mit den Briefwahlstimmen stets noch dazulegen, während die FPÖ bzw. ihre Kandidaten nach Auszählung der Briefwahl immer etwas schlechter dasteht.

10:38 Uhr: Reaktionen der Promis

So haben einige Promis auf Facebook und Twitter ihre Meinung zum Wahlausgang kundgetan:

10:28 Uhr: Aus einem anderen Blickwinkel

Das Satireportal "Die Tagespresse" enthüllt Hofers weitere Pläne nach der Wahlniederlage:

10:18 Uhr: Professor als Präsident verblüfft die USA

In den USA wird so kurz nach der Wahl positiv registriert, dass Österreich einen Präsidenten bekomme, der in den renommierten wirtschaftswissenschaftlichen Fachzeitschriften publiziert hat. "Und wir haben einen Präsidenten, der in Pornos aufgetreten ist", lautete ein Twitter-Kommentar. "Unser Präsident prahlt in Interviews mit der sexuellen Attraktivität seiner Töchter", schrieb ein anderer User.

Der Statistiker Max Roser hatte zuvor in einem Tweet darauf hingewiesen, dass Van der Bellen während als Ökonom in den Fachzeitschriften Econometrica und Journal of Economic Theory publizierte. Im Jahr 1979 schrieb der künftige Bundespräsident gemeinsam mit dem türkischen Wissenschafter Murat Sertel eine Arbeit über Wahlmöglichkeiten. Rosers Tweet bekam 429 Retweets.

09:42 Uhr: Die Wählerströme

Wie die Wählerbewegungen gegenüber dem ersten Wahlgang am 24. April und gegenüber der ungültigen Stichwahl am 22. Mai aussehen:

Wählerströme
© APA/Martin Hirsch

09:42 Uhr: Immer noch knappste Stichwahl

Das Ergebnis der Bundespräsidenten-Stichwahl ist zwar jetzt schon deutlicher als jenes der auf Antrag der FPÖ vom VfGH aufgehobenen Mai-Wahl. Aber mit den 51,68 Prozent der Urnenwähler für Alexander Van der Bellen ist es immer noch die knappste der bisher vier Stichwahlen. Das dürfte sich mit der Auszählung der Briefwahl am Montag ändern. Denn die Hochrechner gehen davon aus, dass Van der Bellen letztlich auf 53,3 Prozent (und Norbert Hofer damit auf 46,7 Prozent) kommt.

09:15 Uhr: "Keine Hinweise auf Manipulationen"

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache geht davon aus, dass die Bundespräsidenten-Stichwahl ordnungsgemäß abgelaufen ist. "Es gibt überhaupt keine Hinweise auf irgendwelche möglichen Manipulationen", sagte Strache in der "ZiB 2-Spezial". Außerdem bekräftigte Strache, dass er - und nicht Norbert Hofer - als Spitzenkandidat in die nächste Nationalratswahl gehen werde.

8:45 Uhr: Wahlbeteiligung wird noch steigen

Auch wenn es bereits vier Wahltermine (einer davon abgesagt) und drei Wahlsonntage gab: Die Österreicher waren am Sonntag alles andere als wahlmüde. Schon an der Urnenwahl beteiligten sich 64,6 Prozent, mit Auszählung der Briefwahl dürfte die Beteiligung noch auf rund 74 Prozent steigen. Das wäre noch einmal mehr als bei der Stichwahl vom Mai.

8:17 Uhr: Rund 280 Gemeinden gewechselt

Alexander Van der Bellen konnte bei der zweiten Stichwahl einiges an Stimmen aufholen und das österreichweit. In rund 280 Gemeinden, wo ursprünglich Hofer vorne lag, punktete nun sein Kontrahent - auch ohne Briefwahlstimmen. In acht Gemeinden gelang ihm gegenüber der aufgehobenen Stichwahl vom 22. Mai sogar ein Zugewinn von mehr als zehn Prozentpunkten.

Den größten Zugewinn gegenüber der aufgehobenen Stichwahl konnte Van der Bellen in der Gemeinde St. Sigmund im Sellrain mit einem Plus von 20,97 Prozentpunkten einfahren. In der Kleinstgemeinde (130 Wahlberechtigte) entschieden sich 58,9 Prozent für Van der Bellen. Beim ersten Versuch der Stichwahl kam der Ex-Grünen-Chef hier auf nur 37,93 Prozent. Hofer gelang es hingegen nur zwei Gemeinden zu drehen: In der niederösterreichischen Gemeinde Puchenstuben im Mostviertel (Bezirk Scheibbs) legte Hofer um 4,49 Prozentpunkte zu und in Gramais in Tirol, der kleinsten Gemeinde Österreichs.

7:56 Uhr: Israels Präsident zeigt sich froh

Der israelische Präsident Reuven Rivlin sagte in Jerusalem gegenüber der Internet-Zeitung "die jüdische" zum Sieg Alexander Van der Bellens bei der Bundespräsidentenwahl: "Ich bin froh, dass der Kandidat des aufgeklärten Österreich gewonnen hat. Wir müssen jederzeit gegen Faschismus aufstehen und diesen bekämpfen: egal in welcher Form und egal wo auch immer er auftritt."

Kommentare

parteilos melden

Der Tag danach. Als Dankeschön für die schöne unabhängige Berichterstattung, des hochgelobten linken ORF zu den Wahlen bekommen die Wähler eine Erhöhung ins Haus.
Die Monsterlöhne von den unabhängigen Profimoderatoren müssen doch irgendwie bezahlt werden. Der VBD wird dagegen nichts sagen, eher noch zustimmen, denn wer beißt schon die Hand die einen füttert?

RobOtter
RobOtter melden

Das würde ich so nicht unterschreiben. Der ORF ist regional gefärbt. Wer ORF NÖ gesehen hat muss feststellen dass in den Regionalstudios massiv für Hofer die Werbetrommel gerührt wurde.

parteilos melden

Wäre die Werbung des ORF anders gelaufen, dann hätte auch das Ergebnis anders ausgesehen. Stellen sie sich mal vor, der ganze ORF in seinem Tun und Handeln gegen VBD? Jetzt waren alle gegen Hofer.

higgs70
higgs70 melden

Jo mei, dafür hat halt die Krone für ihn geworben, mit auch so "neutralen" Journalisten wie beispielsweise Gnam und Jeannee. Ich kenne kein Blattl in einem europäischen Land, das einen größeren Marktanteil gemessen an der Bevölkerung hätte. Und auch diese Schmiere wird mit mehr als 22 Millionen Euro pro Jahr allein aus dem Inseratenbudget der öffentlichen Hand finanziert. Ebenfalls Steuergeld.
Also alle gegen Hofer ist schlicht und einfach unwahr.

parteilos melden

99 :1, nach sicher, wenn ich die Hetze von OE24, Falter, Politiker, gescheiterte Politiker, Schauspieler war da alles dabei. Und am Ende waren es mit dem Aufwand dennoch nicht mehr als 55%??? Schwach mein Lieber....

higgs70
higgs70 melden

Geh komm, wenns die Krone hinter sich haben, stehts schon mal nicht 99:1, die hat hier ein Quasimonopol, zumindest im Osten. Das sehen Sie allein schon daran, dass kaum je eine wesentliche Entscheidung gegen die Krone gefällt wurde (auch Zwentendorf und Hainburg wären sonst anders ausgegangen) oder beispielsweise die Causa Schüssel, die -bei all meiner Antipathie gegen den Mann - zeigt, welchen größenwahnsinnigen Anspruch das Blattl hat und was daraus folgt, wenn dem Herausgeber ein Politiker nicht passt.
Und auch bei den Politikern selbst wars gespalten, vor allem was die ÖVP betrifft. Die Stronach-Partei und die ehemaligen Lugner-Wähler hatte er sowieso hinter sich.
Das war die Situation, daraus ein "alle waren gegen Hofer zu konstruieren" ist nicht nur die glatte Unwahrheit sondern rotzfrech auch noch.
Manchmal sind kleine Männer auch einfach nur zu klein ;-)

giuseppeverdi melden

Wann werdet ihr euch endlich daran gewöhnen, dass die nie Ruhe gibt, bis alle resigniert haben und ihr nicht mehr antworten. Sie hat doch überall das letzte Wort (wahrscheinlich am Arbeitsplatz genauso wie zu Hause, arme Umwelt)sonst kann sie nicht schlafen. Also gebt endlich Ruhe damit sie auch Ruhe gibt!

strizzi1949

Und wer ist am meisten beruhigt von der Wahl VdBs? All die fetten Ärsche und Sesselkleber, die jetzt weiterwurschteln können, wie bisher! Und auf das Europa, das jetzt beruhigt ist, können wir getrost verzichten!

Bravo Österreicher!!! Ihr lasst euch weiter von der Diktatur der EU auf den Kopf sch..... und die Oberen machen weiter mit euch was sie wollen ophne euch zu fragen!!!! Van der Bellen , der EU-Freund,Asylanten und Türkenfreund ist viel zu feig für entsprechende klare Aussagen! Windet sich wie sein Vorgänger,diese inhaltlose Schwätzer, der jetzt auch wieder seinen Senf abgibt!!! Endlich abtauchen,

bin immer noch geschockt. aber JETZT ... wird man erst sehen was alles möglich sein wird! gott schütze unser österreich, denn herr VDB tut das ja nicht. er beschützt eher die EU.

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