BP-Wahl von

Wer braucht wie viele Briefwähler?

Alexander Van der Bellen liegt ohne Wahlkarten 144.006 Stimmen hinter Norbert Hofer

Die Wahlbeteiligung in Salzburg war so niedrig wie noch nie. © Bild: APA/Neumayr

Die Bundespräsidentenwahl ist geschlagen, doch einen Sieger gibt es noch nicht: Wer vorne liegt, wissen wir erst Montagabend nach Auszählung der Wahlkartenstimmen. Wie viel stärker muss Alexander Van der Bellen dort abschneiden, um seinen Rückstand auf Norbert Hofer aufzuholen? Und wie realistisch ist das?

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Das vorläufige Endergebnis der Bundespräsidentenwahl liegt vor, alle am Sonntag in den Wahllokalen abgegebenen Stimmen sind ausgezählt: Norbert Hofer holte dabei 1.937.863 Stimmen (51,9 Prozent), Alexander Van der Bellen 1.793.857 (48,1 Prozent). Trotzdem wissen wir noch nicht, wer Österreichs nächstes Staatsoberhaupt wird. Denn bei uns gibt es seit 2007 auch die Möglichkeit, per Wahlkarte zu wählen. Diese mussten spätestens am Wahltag um 17 Uhr bei der Wahlbehörde einlangen und werden erst am Montag ausgezählt.

Dass das Institut SORA für den ORF derzeit dennoch einen Gleichstand prognostiziert, liegt daran, dass die Grünen (wie auch die ÖVP) bei den Briefwählern traditionell stärker abschneiden als im Wahllokal, die FPÖ stets schlechter. Letztlich ist das aber natürlich nur eine Schätzung. Die für ATV hochrechnende ARGE Daten sieht in ihrer Prognose etwa Hofer am Ende mit 50,2 Prozent voran. Wie weit muss Van der Bellen bei den Wahlkartenwählern vorne liegen, um seinen Rückstand aufzuholen? Und wie wahrscheinlich ist das?

Van der Bellen braucht bei Wahlkarten 60 Prozent

Die Ausgangslage: Ohne Wahlkarten liegt Van der Bellen im vorläufigen Endergebnis 144.006 Stimmen zurück. Für die Wahl wurde mit 885.437 eine neue Rekordzahl an Wahlkarten ausgestellt. Etwa 730.000 davon wurden retourniert und werden morgen ausgezählt. Erfahrungsgemäß sind dabei laut Innenministerium rund drei Prozent nichtig. Sie wurden zwar abgegeben, werden aber nicht gezählt, weil beispielsweise das Briefkuvert vor der Abgabe geöffnet wurde. Dazu kommen alle ungültigen Stimmen. Tatsächlich sind also noch knapp 700.000 Stimmen "zu holen". Um Norbert Hofer zu überholen, müssten davon mindestens etwa 420.000, also 60 Prozent, auf Van der Bellen entfallen. Er muss bei den Briefwählern also fast so gut abschneiden wie in Wien, seinem stärksten Bundesland. Mit ähnlichen Zahlen rechnet auch Dieter Zirnig, Chefredakteur des Politikjournals neuwal, auf Twitter:

Ist das wahrscheinlich? Im ersten Wahlgang kam Hofer bei den Briefwählern auf 25,6 Prozent, Van der Bellen auf 28,1 Prozent. Hofer lag also ein knappes Drittel unter seinem Gesamtergebnis, Van der Bellen umgekehrt ein Drittel über seinem. Legt man diese Verhältnisse 1:1 auf die Stichwahl um, würde es knapp nicht reichen für den grünen Kandidaten. Doch auch Irmgard Griss lag bei der Briefwahl mit 21,9 Prozent im ersten Wahlgang besser, und ihre Wähler dürften großteils zu Van der Bellen gewandert sein. Es wird also doch noch sehr spannend werden.

Kommentare

Henry Knuddi

essen sie kein schockoeis, sie könnten hofer verschluken

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