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Kampf des Jahrhunderts geht weiter:
Vor Gericht und vielleicht im Ring

Manny Pacquiao droht wegen Verletzung Ärger - Floyd Mayweather bietet Rückkampf an

Mayweather vs. Pacquiao © Bild: JOHN GURZINSKI/AFP/Getty Images

Das lange ersehnte Duell Floyd Mayweather gegen Manny Pacquiao ist geschlagen. Doch auch Tage nach dem Sieg des US-Amerikaners im "Kampf des Jahrhunderts" gehören den beiden Box-Größen die Schlagzeilen. Was als einmaliges Ereignis tituliert wurde, könnte nun doch in die Verlängerung gehen. Ob nun vor Gericht oder doch noch einmal im Ring.

Ausschlaggebend ist eine Schulterverletzung von Manny Pacquiao. Am Dienstag teilte das Management des Phillipiners mit, dass er sich die Rotatoren-Manschette gerissen habe. Dies habe eine MRT-Untersuchung ergeben. Die Rotatoren-Manschette besteht aus vier Muskeln und Sehnen und ist wichtig für die Funktion des Schultergelenks.

Nach der Niederlage durch einen einstimmigen Punktsieg im umsatzstärksten Boxkampf aller Zeiten, bei dem rund 400 Millionen Dollar eingenommen worden waren, hatte Pacquiao sein Handicap bekannt gemacht. Sein Promoter Bob Arum hatte kritisiert, dass eine schmerzstillende Spritze unter Berufung auf die Richtlinien der US-Anti-Doping-Agentur (USADA) nicht zugelassen worden war. Pacquiao droht nicht nur eine Geldstrafe oder eine zeitweilige Suspendierung der Boxkommission, da er die Blessur verschwiegen hatte, sondern auch ein Gerichtstermin.

Manny Pacquiao mit Schulter
© Jamie Squire/Getty Images Manny Pacquiao und die schmerzende Schulter

Boxfans verklagen Manny Pacquiao

Zwei Boxfans aus Nevada haben den "Pacman" wegen Wettbewerbsverzerrung auf mehrere Millionen Dollar verklagt. Sie werfen Pacquiao vor, unter Vortäuschung falscher Tatsachen in den Kampf gegangen zu sein und somit Millionen Fans in die Irre geführt zu haben. Grundlage der Klage, die sich auch gegen das Management und die Vermarktungsagentur richtet, ist das sogenannte "Nevada Deceptive Trade Practices Law". Demzufolge hätten die Verantwortlichen die Öffentlichkeit vorab über die Verletzung informieren müssen.

Daniel Petrocelli, Pacquiaos Anwalt, stellte gegenüber der "Los Angeles Times" aber klar, dass eine Klage wenig Chance auf Erfolg hat: "Sie behaupten, dass Manny sich die Verletzung kurz vor dem Kampf zugezogen hat, aber das stimmt nicht. Die Probleme traten bereits vor fast einem Monat auf, aber die Ärzte haben ihm für den Kampf grünes Licht gegeben."

Floyd Mayweather bietet Rückkampf an

Champion Floyd Mayweather, der die Verletzung via Instagram noch als Ausrede abgetan hatte ("Gewinner gewinnen, Verlierer haben Ausreden"), bot Pacquaio dennoch ein weiteres Duell an, sobald dieser die Folgen seiner Schulteroperation überstanden habe. Das Management bezifferte die zu erwartende Regenerationszeit mit neun bis zwölf Monaten. "Ich werde in einem Jahr gegen ihn kämpfen, nach seiner Operation", schrieb Mayweather in einer SMS dem US-Sportjournalisten Stephen A. Smith.

19 years in the fight game and I've had one excuse: "Don't have an excuse". Winners win and losers have excuses.

Ein von Floyd Mayweather (@floydmayweather) gepostetes Foto am

Mayweather hatte nach seinem 48. Sieg im 48. Kampf zunächst angekündigt, im September noch einmal in den Ring steigen und anschließend seine Karriere beenden zu wollen. Bei einem weiteren Triumph im Herbst würde er den Rekord von Rocky Marciano einstellen. Das MGM Grand in Las Vegas will im April 2016 eine neue Arena eröffnen - in diese Zeit fällt das 60-jährige Jubiläum von Marcianos Karriere-Ende.

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