"Botschafter der Leidenschaft": Hitzige Debatte um Rolle der Frauen bei EURO 2008

Fußball-Expertinnen lehnen Palme-Vorschläge ab Frauen wollen ebenfalls als Fans willkommen sein

"Botschafter der Leidenschaft": Hitzige Debatte um Rolle der Frauen bei EURO 2008

Bei der Fußball-Europameisterschaft im kommenden Jahr in Österreich und der Schweiz sollen auch Frauen eine Rolle spielen. Worin diese Rolle bestehen soll, dieser Frage widmete sich in Wien die von der Fußball-Plattform "2x11" initiierte Podiumsdiskussion "Frauenfußball-Fußballfrauen". Als einziger Mann stellte sich Heinz Palme am Podium dem Wortgefecht. Der EURO-Koordinator der Bundesregierung und Geschäftsführer des Vereins "2008 - Österreich am Ball" stieß mit seinen Vorschlägen bei den "Fußball-Frauen" meist auf Gegenwehr.

Palme: "Im Rahmen von Österreich am Ball möchten wir ab März 'Botschafter der Leidenschaft' einsetzen, die sich freiwillig melden, um die Begeisterung vor und während der EURO zu transportieren. Frauen können Leidenschaft ja besonders gut entwicklen und uns Männer damit anstecken." Dieser Ansatz stieß bei den Fußball-Expertinnen auf Ablehnung, man wolle nicht auf die Rolle als Begeisterungs-Schürer reduziert werden, so der Tenor der Diskussions-Teilnehmerinnen - darunter Isabel Hochstöger, die die Abteilung Mädchen- und Frauenfußball im ÖFB leitet.

Palme betonte hinsichtlich des nahenden Großereignisses außerdem, dass Frauen in den Stadien auch ein Sicherheitsfaktor wären. "Denn Frauen fühlen sich eben in sicheren Stadien mit guter Qualität wohler und wollen friedliche Spiele sehen", meinte Palme. "Aber wir weiblichen Fußball-Fans wollen uns nicht als Blauhelm-Truppe sehen", konterte die deutsche Autorin Nicole Selmer, die auch Mitbegründerin des Netzwerkes Frauen im Fußball ist. Man wolle als Frau einfach genauso wie die Männer als Fans willkommen sein, so der Wunsch von Ulrike Held, Gründerin des ersten Frauen-Fanklubs des FK Austria Wien. (apa/red)