Anschlag in Boston von

Bub stirbt durch Bombenterror

Achtjähriger wartete an Ziellinie auf Vater - Drei Personen kamen ums Leben

Anschlag in Boston - Bub stirbt durch Bombenterror

Drei Menschen sind bei einem Anschlag auf den Boston-Marathon ums Leben gekommen, darunter auch ein achtjähriger Bub. Der kleine Martin Richard wartete an der Ziellinie auf seinen Vater, der am Marathon teilnahm, als die Bomben explodierten.

Boston-Anschlag: Achtjähriger Bub stirbt.
© REUTERS/Courtesy of Bill Richard/Handout Martin Richard

Der Bub wollte seinen Vater im Ziel umarmen, wie britische Medien berichten. Martin Richard stand zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester im Zielbereich. Beide Familienmitglieder erlitten schwerste Verletzung, der Achtjährige ist bei dem Anschlag ums Leben gekommen.

17 Verletzte in kritischem Zustand

Mehr als 100 Menschen sind bei den Bombenanschlägen verletzt worden. In Medienberichten war von mehr als 140 Verletzten die Rede. Der Gesundheitszustand von mindestens 17 Verwundeten sei "kritisch". Mehreren Verletzten hätten Beine amputiert werden müssen. Die Ärzte würden den Opfern auch Kugellager aus dem Leib operieren - ein Zeichen dafür, dass die Sprengsätze als Splitterbomben gebaut worden seien. Nach Berichten mehrerer US-Medien wurden mindestens acht Kinder verletzt.

Der Hintergrund der Tat blieb zunächst unklar. Die pakistanischen Taliban haben am Dienstag betont, keine Verantwortung für die Explosionen beim Marathon in Boston zu haben. "Wir sind für Angriffe auf die USA und ihre Verbündete, sind jedoch in diese Angriffe nicht verwickelt", sagte der Sprecher der Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP), Ehsanullah Ehsan, der Nachrichtenagentur AFP.
Das Außenministerium in Wien hatte Dienstag früh keine Hinweise darauf, dass auch Österreicher von den Explosionen betroffen sein könnten.

Die beiden heftigen Explosionen ereigneten sich am Montag gegen 14.50 Uhr (Ortszeit, 20.50 Uhr MESZ) im Abstand von etwa 15 Sekunden nahe der Ziellinie des Bostoner Marathons. An der ältesten jährlichen Marathon-Veranstaltung der Welt, die seit 1897 ausgetragen wird, nahmen mehr als 20.000 Läufer teil. Hunderttausende Zuschauer säumten die Straßen. Die Profis hatten den Wettkampf längst beendet und Amateurläufer kamen ins Ziel, als sich das Sportfest in eine blutige Katastrophe verwandelte. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie auf der linken Seite der Strecke hinter bunten Flaggen nach einer Explosion eine dunkle Rauchsäule aufstieg. Läufer wurden von der Wucht zu Boden gerissen. Kurz darauf folgte etwa 45 bis 90 Meter entfernt eine zweite Detonation.

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