Boris' First Girlfriend von

Carrie Symonds: Die Frau an
der Seite von Boris Johnson

Boris' First Girlfriend - Carrie Symonds: Die Frau an
der Seite von Boris Johnson © Bild: imago images / ZUMA Press

Binnen zehn Monaten stieg Carrie Symonds von der heimlichen Geliebten des Ex-Außenministers zur Frau an der Seite des amtierenden Premierministers auf.

Als Boris Johnson im Juli des Vorjahrs sein Ministeramt zurücklegte, galt die heute im Amtssitz Downing Street praktizierte Beziehung im Flurfunk britischer Politikinsider als bloße Affäre. Eine Affäre unter vielen. Hatte die 25 Jahre währende Ehe zwischen Boris Johnson und der Anwältin Marina Wheeler doch schon den vierjähriges Intimkontakt mit einer Autorin und einen weiteren mit einer Kunsthändlerin überstanden. Zwei Trennungen des Ehepaares waren zwei Versöhnungen gefolgt.

© AFP or licensors Carrie Symonds zeigte sich erst vor wenigen Wochen offiziell als Frau an Boris Johnsons Seite

Doch seit September vergangenen Jahres läuft das Scheidungsverfahren mit der Mutter der vier Johnson-Kinder. Und der eben ins Amt gelangte Premierminister präsentierte der Öffentlichkeit das britische Novum einer "First Girlfriend". Wobei die um 24 Jahre jüngere Symonds den Prozess alles andere als schicksalsergeben begleitet hat. Vielmehr gilt die 31-jährige PR-Fachfrau als Geheimwaffe des Brexit-Hardliners, der einst scherzte, seine Chancen auf das Amt seien so groß "wie Elvis Presley auf dem Mars zu finden".

Medienprofi am Werk

"The Spectator" beschreibt Carrie Symonds als "Definition einer Konservativen aus der Generation der Millennials", die weiß, worauf es ankommt. "Seit sie aufgetaucht ist, ist Johnson viel fitter, hat abgenommen, trägt die Haare kürzer und wirkt insgesamt staatsmännischer", kommentierte die Politikchefin der "Sunday Times", Caroline Wheeler, Symonds Wirken. Auch verbale Auffälligkeiten des Mannes, der einst Burka tragende Frauen mit Briefkästen verglich, bleiben neuerdings aus.

© APA/AFP/Tolga AKMEN Carrie Symonds wartet in der Downing Street auf die Ankunft ihres Freundes Premierminister Boris Johnson

In Anbetracht der noch ausstehenden Scheidung des Premiers übt sich das Paar außerdem in öffentlicher Zurückhaltung: Der erste gemeinsame Auftritt datiert vom Juni. Und beim mit Spannung erwarteten Amtsantritt des Noch-Verheirateten vermied Symonds klug jede Irritation des Protokolls: Sie verzichtete darauf, vor Downing Street Nummer 10 zu posieren, und auch den traditionellen Besuch des neuen Premiers bei der Queen absolvierte Johnson alleine. Sie wolle keinesfalls von diesem wichtigen Tag und seiner großen Bedeutung ablenken, gelangte als Zitat dazu in die Medien.

Konservative Wurzeln

Die Ausstattung zur Macht erwarb Carrie Symonds früh: Als Tochter des Mitgründers der Tageszeitung "The Independent" - die Mutter war dort Anwältin - wuchs sie im Wissen um den Einfluss der Medien im Südwesten Londons auf. Studien der Theaterwissenschaft und der Kunstgeschichte an Eliteuniversitäten folgte ein Engagement als PR-Fachfrau in der Pressestelle der Konservativen. Sie arbeitete für den heutigen Innenminister Sajid Javid, für den ehemaligen Kulturminister John Whittingdale, gehörte 2011 zum Team, das Boris Johnson zur Wiederwahl als Londoner Bürgermeister verhalf, und wurde mit 29 Jahren zur Kommunikationschefin der Torys. Im Regierungsviertel galt sie als hochintelligent, hart arbeitend und bestens vernetzt, beschreibt der "Tatler". Das PR-Fachblatt "Week Magazine" wählte sie prompt zur zweitmächtigsten PR-Frau des Landes.

© APA/AFP/Adrian DENNIS

Umweltschutz geht vor

Dass sie vor einem Jahr die Partei verließ, um für das US-Medienunternehmen Bloomberg eine Initiative zur Rettung der Meere zu leiten, passt wunderbar in den Lauf der Geschichte: Eine First Lady, die sich für Umweltschutz einsetzt, kommt besser an als hauptberufliche Imagepolitur für den Gatten. Die Hochzeit soll folgen, sobald Johnson die Scheidung hinter sich hat. Mit dieser Premiere -er wäre der erste Regierungschef, der im Amt heiratet - ließen sich auch die dringlich benötigten Sympathien sammeln.