Opfer war in Schiffsschraube geraten

Staatsanwaltschaft gab Ergebnisse des medizinischen Gutachtens bekannt

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Wörthersee Bootsunfall - Opfer war in Schiffsschraube geraten

Geklärt musste vor allem die Frage werden, ob der Mann ertrunken ist. Jener gleichaltrige Niederösterreicher aus dem Waldviertel, der das Boot gelenkt hatte, wird von der Staatsanwaltschaft als Beschuldigter geführt, er war zum Unfallzeitpunkt alkoholisiert, die Untersuchung ergab knapp 1,2 Promille. Laut APA-Informationen war auch das Opfer betrunken und hatte 1,05 Promille intus. Gegenüber den Behörden gab der Mann an, zum gleichen Zeitpunkt wie das Opfer aus dem Boot gefallen zu sein.

"Unfallfremde" Todesursache völlig ausgeschlossen.

In der Aussendung der Staatsanwaltschaft heißt es dazu wörtlich: "Als Todesursache wurden zweifelsfrei massivste, durch mehrfache heftigste, hiebartige, kantenmechanische Gewalteinwirkungen bewirkte Verletzungen des Gesichts- und Gehirnschädels mit Zertrümmerung der knöchernen Strukturen und der Weichteile objektiv festgestellt. Eine derartig massive Verletzung hat den sofortigen Tod und die sofortige Handlungsunfähigkeit der betroffenen Person zur Folge." Eine "unfallfremde" Todesursache ist laut Obduktionsbericht völlig ausgeschlossen. Laut dem technischen Gutachten, das Ende Juni vorlag, wies das Boot keinerlei technische Mängel auf.

Unterschiedliche Zeugenaussagen

Der Unfall hatte sich an einem Freitag ereignet, insgesamt befanden sich fünf Menschen an Bord, vier Freunde aus Niederösterreich und der 32-jährige Bootsführer als Vertreter des Bootseigentümers, eines Kärntner Unternehmers. Das Boot fuhr in westlicher Richtung, als der 44-jährige Lenker vor Maria Wörth laut Aussagen von Augenzeugen einige scharfe Kurven einlegte. Dabei ging der gleichaltrige Unternehmer aus dem Weinviertel über Bord. Was danach passierte, darüber gibt es unterschiedliche Zeugenaussagen. Die Zeugen, die den Zwischenfall vom Ufer aus beobachtet hatten, sprachen davon, dass das Boot dann rückwärts geführt wurde. Dafür spricht das Ergebnis der Obduktion. Der Beschuldigte spielte die von ihm gefahrenen Kurven laut Ermittlern in seiner Aussage herunter.

Verdacht der grob fahrlässigen Tötung

Das Opfer wurde erst tags darauf in der Früh von Tauchern aus 30 Meter Tiefe geborgen, eine erste Suchaktion am Freitagabend musste wegen eines Gewitters abgebrochen werden. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der grob fahrlässigen Tötung ein. Beschuldigter ist neben dem Niederösterreicher auch jener 32 Jahre alte Kärntner, der als Bootsführer dem 44-Jährigen das Steuer überlassen hatte. Ihm wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Nach dem Obduktionsergebnis ist mit einem Strafverfahren zu rechnen, dem Niederösterreicher drohen im Fall einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft.

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