"What About Now" von

Neues Bon Jovi-Album erscheint

US-Soft-Rock-Heroes setzen auf musikalisch Altbewährtes mit kämpferischem Unterton

Jon Bon Jovi und Ritchie Sambora bei einem Konzert in Lissabon 2011. © Bild: APA/EPA/PAULO CORDEIRO

"Always", "Bed of Roses", "I'll be There for You" - wenn eine Band Spezialist ist für die ganz großen Rock-Balladen, dann ist es sicher Bon Jovi. Auch wenn Kritiker die Musik gerne als kitschig verschreien, geht das Erfolgsrezept seit Jahrzehnten auf. Ihre Fans füllen Jahr um Jahr riesige Stadien und singen leidenschaftlich und mit geschlossenen Augen mit, wie es am 17. Mai auch in der Wiener Krieau zu erwarten ist. Kein Grund also für die Band, viel an ihrer Musik zu ändern. Darum trägt "What About Now" (Universal), ihr inzwischen schon zwölftes Studioalbum, das an diesem Freitag auf den Markt kommt, wieder die unverkennbare Bon-Jovi-Handschrift.

Allerdings gibt sich die Band diesmal betont kämpferisch. "Ich bin ein Soldat", singt Frontmann Jon Bon Jovi im Song "Army of One" - und "Gib niemals auf." Der letzte von zwölf neuen Songs auf dem Album trägt den Titel "The Fighter" (Der Kämpfer) und in der ersten Single-Auskopplung "Because we can" heißt es: "Wir sind hier, um Stellung zu beziehen - denn wir können es." Die ganz großen politischen Statements sucht man zwar weitgehend vergeblich auf dem Album - bis vielleicht auf das temporeich-ironische "Beautiful World", das das Paradies, in dem wir vorgeblich leben, als dessen Gegenteil entlarven könnte. Ansonsten sind wieder eingängige Balladen dabei wie "I'm With You", "Thick as Thieves" oder "Pictures of You". Ungewöhnlich und durchaus beeindruckend ist vor allem "Amen", das Jon Bon Jovi ruhig und allein von einer Akustik-Gitarre begleitet singt.

"Es geht um den Inhalt"

"Von jedem Album denkt man, dass es ein Meisterwerk ist - und dann kommen vielleicht Leute an und sagen: 'Das ist Scheiße'", sagte Jon Bon Jovi im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Nach einem Jahr etwa könne man das dann realistisch einschätzen. Auch, wenn die musikalische Handschrift der Band seit Jahren unverkennbar ist, ein Patentrezept für die Hits gebe es nicht, betont der Sänger. "Wir brauchen einen lyrischen Inhalt, der Menschen berührt und dann überlegen wir, wie das Lied live funktioniert - aber in erster Linie geht es um den Inhalt."

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