Bombendrohung gegen LKH Leoben: 29-jähriger Verdächtiger ging Polizei ins Netz

Kriminalistin: "Mit gewisser Erleichterung gestanden" Hunderte Patienten waren nachts evakuiert worden

Ein 29-jähriger Obersteirer ist jetzt als mutmaßlicher Urheber der anonymen Bombendrohung gegen das LKH Leoben vom 23. Mai ausgeforscht worden. Nach umfangreichen Ermittlungen wurde der Mann aus dem Bezirk Leoben verhaftet. Der geständige 29-Jährige habe sich anstandlos festnehmen lassen und sei froh gewesen, seine "Last" loszuwerden, sagte eine Kriminalistin der Bundespolizeidirektion Leoben, Fachbereich 1, zur APA. Der Mann erklärte, er sei zum Tatzeitpunkt betrunken gewesen.

"Anfangs hat er den Anruf noch abgestritten, hat dann aber doch mit einer gewissen Erleichterung zu erzählen begonnen", berichtete die Beamtin. Der Mann sei auf die Idee mit dem Anruf gekommen, da es bereits einige Tage zuvor eine Bombendrohung gegen den Grazer Hauptbahnhof gegeben hatte. Auf die Spur des mutmaßlichen Täters sei man unter anderem über das Wertkartenhandy gekommen, mit dem der Drohanruf erfolgt war. Das Telefon wurde bei der Hausdurchsuchung sichergestellt.

Nach der telefonischen Bombendrohung am 23. Mai dieses Jahres mussten in den Nachtstunden 448 Personen aus dem LKH Leoben evakuiert werden. Allein die Kosten des Einsatzes von Rettung, Feuerwehr und Polizei bei der Evakuierung beliefen sich auf rund 20.000 Euro, die dem Täter angelastet werden könnten. Dem Mann könnte eine Anzeige wegen Landzwang drohen, die mit bis zu drei Jahren bzw. bei erschwerenden Umständen mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft wird.

Im Mai hatte es in der Steiermark innerhalb kurzer Zeit drei Bombendrohungen - neben dem Grazer Hauptbahnhof und dem obersteirischen Spital zuletzt auch gegen den Hauptbahnhof in Bruck an der Mur - gegeben. In keinen der drei Fällen war Sprengstoff gefunden worden. Während der "Scherz"-Drohung in Leoben war übrigens ein Bub auf die Welt gekommen.

(apa/red)