Bombenanschlag auf Polizeikaserne in Mailand: Attentäter und ein Polizist verletzt

35-jähriger Libyer zündete Sprengkörper vor Eingang Tatmotiv: Protest gegen ISAF-Mission in Afghanistan

Bombenanschlag auf Polizeikaserne in Mailand: Attentäter und ein Polizist verletzt © Bild: Reuters/Bona

Bei einem Anschlag vor einer Polizeikaserne in Mailand sind zwei Menschen verletzt worden. Der Attentäter sei ein 35-jähriger Libyer, der den Sprengsatz gegen den Eingang der Kaserne geworfen habe und dabei schwer verletzt worden sei, so italienische Medien. Augenzeugen berichteten, dass der Täter kurz vor der Explosion "Raus aus Afghanistan" gerufen hatte.

Mit dem Anschlag habe der Libyer gegen die italienische Beteiligung an der internationalen ISAF-Mission in Afghanistan protestieren wollen, so die Ermittler. Der Mann habe eine Hand verloren, berichtete die Polizei.

Bombe in Werkzeugschachtel versteckt
Der zweite Verletzte ist ein Carabiniere, der von Glassplittern getroffen worden sei. Die Kaserne sei nur geringfügig beschädigt worden, berichteten die Ermittler. Polizei und Carabinieri waren mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Der Mann hatte den Sprengkörper in einer Werkzeugschachtel versteckt. Er habe sich dem Wachposten der Kaserne genähert und dann den Sprengkörper gezündet. Der Libyer lebt seit mehreren Jahren in Italien mit einer Frau zusammen, mit der er drei Kinder hat. Die Frau wird zurzeit befragt.

Kaserne immer wieder Ziel von Attentaten
Die Mailänder Kaserne zählte auch zu den Attentatszielen zweier mutmaßlicher marokkanischer Terroristen, die im Dezember 2008 mit dem Vorwurf festgenommen waren, Anschläge in der lombardischen Metropole zu planen, berichteten die Ermittler. Arbeitsminister Maurizio Sacconi betonte, dass der italienische Staat den Kampf gegen den islamischen Fundamentalismus verschärfen wolle.

Islamische Gemeinschaften in Italien verurteilten den Anschlag. "Wir lehnen jede Form von Gewalt ab", sagte der Präsident eines islamischen Instituts in Mailand. Die rechtspopulistische Regierungspartei Lega Nord warnte vor zu vielen fundamentalistischen Gruppen in den italienischen Städten.

(apa/red)