Bombenanschlag auf vollen Pendlerzug in Sri Lanka: Mindestens sieben Tote gemeldet

Regierung macht Tamilen-Rebellen verantwortlich Mindestens 62 Personen wurden bei Explosion verletzt

Bombenanschlag auf vollen Pendlerzug in Sri Lanka: Mindestens sieben Tote gemeldet © Bild: AP/Jayawardena

Bei einem Bombenanschlag auf einen voll besetzten Pendlerzug in einem Vorort Colombos in Sri Lanka sind mindestens sieben Zivilisten getötet und 62 weitere verletzt worden. Armeesprecher Udaya Nanayakkara sagte, der Sprengsatz sei detoniert, als der Zug in den Bahnhof Dehiwala im Süden der Hauptstadt des Inselstaats einfuhr.

Das Verteidigungsministerium teilte mit, unter den Toten sei eine Schwangere. Die Behörden hatten davor gewarnt, dass die Tamilen-Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) Anschläge auf öffentliche Verkehrsmittel verüben könnten. Krankenwagen brachten Verletzte vom Anschlagsort in Krankenhäuser.

Die LTTE äußerte sich zunächst wie üblich nicht. Die Regierung macht die Rebellen immer wieder für Anschläge verantwortlich, zu denen sie sich in der Regel nicht bekennen. Die LTTE wiederum hatte Spezialkräfte der Armee für einen Anschlag im Tamilen- Gebiet im Norden der Insel verantwortlich gemacht, bei dem nach Angaben der Rebellen 16 Zivilisten getötet worden waren.

Tamilen-Rebellen verantwortlich?
Die Tamilen- Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) verüben in Sri Lanka immer wieder Anschläge. Sie kämpfen seit 1972 für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit im Norden der Insel. Bei einem mutmaßlichen LTTE-Selbstmordanschlag im Zentrum Colombos waren am vorvergangenen Freitag mindestens 10 Menschen getötet und 90 weitere verletzt worden.

Seit Jahresbeginn sind bei Kämpfen im Norden Sri Lankas nach Militärangaben mehr als 2500 Aufständische und mindestens 300 Soldaten getötet worden. Die Rebellen, die für einen unabhängigen Staat der tamilischen Minderheit kämpfen, kontrollieren nach ihrer Vertreibung aus dem Osten noch Teile des Nordens. (apa/red)